Tiere auf dem Sportplatz
Von Hunden bis zu Zecken: Wir haben recherchiert, welche Tiere sich auf Sportplätzen tummeln. Und welche (rechtlichen) Folgen das haben kann.
Auf den Punkt
- Sportplätze sind oft wertvolle Lebensräume für Tiere.
- Schädlinge können zum Problem werden.
- Rechtliche Vorgaben und Artenschutz müssen beachtet werden.
- Hunde auf Sportplätzen können zu Konflikten führen und sind oft verboten.
Sportplätze als Lebensraum
Sportplätze sind nicht nur zum Trainieren da: Rasenflächen, Randstreifen und ruhige Ecken werden schnell zum Lebensraum für Tiere. Das ist oft gut für die Natur – kann Ihren Spielbetrieb aber auch stören. Entscheidend ist, dass Sie beides im Blick behalten: Sicherheit und Pflege auf der Anlage – und Rücksicht auf Tiere und Artenschutz.
Schädlinge oder wenn Tiere zum Problem werden
Nicht alle tierischen Besucher sind gern gesehen. Einige Arten können den Spielbetrieb erheblich beeinträchtigen:
- Maulwürfe hinterlassen Erdhügel, die zur Stolperfalle werden.
- Wühlmäuse können mit ihren unterirdischen Gängen große Schäden anrichten. Lesen Sie in unserem Praxisfall, was bei der Bekämpfung passierte...
- Engerlinge und Insektenlarven schädigen die Grasnarbe.
- Ameisen lockern den Boden und destabilisieren Spielflächen.
Solche Probleme betreffen nicht nur die Optik, sondern auch die Sicherheit der Spieler. Wichtig ist jedoch ein verantwortungsvoller Umgang: Statt sofort auf chemische Mittel zu setzen, sollten Vereine umweltfreundliche Maßnahmen wie regelmäßige Rasenpflege, Belüftung oder biologische Bekämpfung bevorzugen.
Gefährliche Chemiekeule
Chemische Mittel wirken oft schnell – aber sie haben Nebenwirkungen. Wenn Sie Herbizide oder Insektizide einsetzen, treffen Sie damit häufig nicht nur Schädlinge, sondern auch Nützlinge. Außerdem können Rückstände ins Grundwasser gelangen. Und: Bei falscher Anwendung riskieren Sie gesundheitliche Probleme (z. B. durch Hautkontakt oder Einatmen). Prüfen Sie deshalb zuerst mechanische, pflegerische oder biologische Maßnahmen – und nutzen Sie Chemie nur, wenn es wirklich nötig und fachlich abgesichert ist.
Wühlmäuse und Maulwürfe: Was ist erlaubt, was tabu?
Der Einsatz von Giften gegen tierische Sportplatzbewohner kann rechtlich problematisch sein. So dürfen z. B. Wühlmäuse zwar bekämpft werden, dies muss aber so geschehen, dass ihnen keine unnötigen Schmerzen zugefügt werden. Vom Einsatz von Schussfallen oder Giftködern raten wir daher dringend ab. Zudem besteht die Gefahr, geschützte Tiere wie den Maulwurf zu verletzen oder zu töten – was mit hohen Bußgeldern geahndet werden kann.
Gänse vertreiben: praktikable Maßnahmen (ohne Ärger)
Nil- und Kanadagänse können Sportanlagen schnell unattraktiv machen: Sie fressen Raseneinsaaten und verschmutzen Wege und Spielflächen. Komplett „weg“ bekommen Sie die Tiere selten – aber Sie können den Druck senken.
So machen Sie die Anlage weniger attraktiv: Halten Sie Randbereiche kurz, vermeiden Sie ruhige Rückzugszonen direkt am Platz und setzen Sie auf regelmäßige, wechselnde Störreize – aber ohne Ihre Nachbarn zu verärgern.
Wichtig: Maßnahmen wie Eientnahme oder Jagd sind rechtlich und organisatorisch heikel. Klären Sie das vorab mit den zuständigen Stellen, bevor Sie hier aktiv werden.
Was tun bei einem Wespennest?
Grundsätzlich gilt: Viele Insekten (z.B. Bienen, Hummeln, Wespen oder Waldameisen) stehen unter Artenschutz – Sie dürfen sie nicht einfach bekämpfen. Wenn aber von einem Nest eine konkrete Gefahr ausgeht, dürfen Sie handeln, zum Beispiel bei Allergien oder wenn das Nest direkt an Wegen, Tribünen oder Spielflächen sitzt. Achtung: Hornissen, Wildbienen und manche Wespenarten sind besonders geschützt. Wer diese Tiere oder ihre Nester ohne Genehmigung stört oder beseitigt, muss mit Bußgeldern von bis zu 50.000 Euro rechnen. Entfernen Sie Nester nicht selbst. Wenden Sie sich an das Umweltamt, einen lokalen Imkerverein, den Verein zur Förderung ökologischer Schädlingsbekämpfung e. V. oder den Deutsche Schädlingsbekämpfer Verband e. V.. Sie vermitteln qualifizierte Fachleute mit Sachkundenachweis.
Wenn Mücken plagen
Mücken zählen zu den häufigsten Sommerplagen. Sie sind zwar meist harmlos, können aber durch ihre Stiche unangenehme Hautreaktionen verursachen. Mücken vermehren sich vor allem in stehendem Wasser. Daher ist es sinnvoll, Wasserquellen wie Gießkannen oder Regenwassertonnen regelmäßig zu leeren oder abzudecken. Wer auf chemische Mückenschutzmittel verzichten möchte, kann auf natürliche Alternativen wie die Pflanzung von Lavendel oder Zitronenmelisse setzen.
Zecken reduzieren: So senken Vereine das Risiko
Nicht nur durch die milden Winter herrscht für Zecken in Deutschland fast ganzjährig Saison. Bei Bodentemperaturen um die sieben Grad werden die Blutsauger aktiv, verlassen ihre Verstecke unter Laub und Nadeln und machen sich auf die Suche nach einem geeigneten Wirt.
Die weitverbreitete Vorstellung, dass Zecken sich von Bäumen auf ihre Opfer fallen lassen, ist falsch. Sie halten sich vor allem in hohen Gräsern, Gebüschen und an Waldrändern auf. Eine gepflegte Sportanlage ist ein guter Zeckenschutz. Halten Sie Randstreifen kurz, entfernen Sie Laub- und Schnittgut zeitnah und achten Sie besonders an Gebüschen und Übergängen zum Wald auf regelmäßige Pflege.
Wenn bei Ihnen Zecken auftreten: Informieren Sie Ihre Mitglieder und erinnern Sie an den Zecken-Check nach dem Sport. Hier mehr zu Zecken, Risiken und Impfungen erfahren.
Geschützte Tiere und rechtliche Vorgaben
Besondere Aufmerksamkeit erfordern geschützte Arten. Diese dürfen weder gestört noch vertrieben werden. Beispiele sind:
- Fledermäuse, die sich in Gebäuden oder Flutlichtanlagen ansiedeln
- Igel oder Amphibien
Gerade bei Bau- oder Sanierungsmaßnahmen müssen gesetzliche Vorgaben eingehalten werden. Dazu gehört, Brutzeiten zu beachten oder ökologische Prüfungen durchzuführen. Verstöße können nicht nur der Natur schaden, sondern auch rechtliche Konsequenzen haben.
Nützlinge: die unterschätzten Helfer
Neben problematischen Arten gibt es viele Tiere, die aktiv zur Qualität des Sportplatzes und der Umgebung beitragen:
- Bienen und Hummeln bestäuben Pflanzen.
- Regenwürmer verbessern die Bodenstruktur.
- Vögel reduzieren Schädlingspopulationen.
Mit einfachen Maßnahmen wie Blühstreifen, Insektenhotels, Nistkästen und vor allem dem Verzicht auf Pestizide können Vereine Nützlinge gezielt fördern – und gleichzeitig einen Beitrag zum Naturschutz leisten.
Wenn Vögel nisten
So ein morgentliches Vogelstimmenkonzert hebt doch gleich die Stimmung. Schön, wenn sich Singvögel Hecken und Bäume zur Fortpflanzung ausgesucht haben und dort nisten. Das bedeutet für Vereine, dass sie Hecken nicht ganzjährig schneiden dürfen. Nach § 39 (1) BNatSchG ist es nämlich verboten, „Lebensstätten wild lebender Tiere und Pflanzen ohne vernünftigen Grund zu beeinträchtigen oder zu zerstören“. Verstöße gelten als Ordnungswidrigkeit. Und die kann – egal, ob mit Vorsatz oder nur fahrlässig gehandelt wurde – mit einer Geldbuße bis zu 10.000 Euro bestraft werden!
Auch bei den ganzjährig erlaubten Pflegeschnitten gilt: Prüfen Sie zunächst, ob Vögel in der Hecke brüten oder andere Kleintiere sich dort ihren Nahrungsvorrat angelegt haben. Nur wenn Sie das sicher ausschließen können, dürfen Sie mit Ihren Schnittmaßnahmen beginnen.
Darf man Hunde mit auf Sportplätze nehmen?
Auf vielen Sportplätzen sind Hunde unerwünscht oder verboten – meist aus drei Gründen: Hygiene (Hundekot), Verletzungsgefahr und Platzordnung. Wenn Sie Ausnahmen zulassen wollen, definieren Sie sie klar: zum Beispiel angeleint, nur außerhalb des Spielfelds und nur in ausgewiesenen Bereichen. So vermeiden Sie Diskussionen – und schützen Sporttreibende, Hunde und Anlage.
Wer sich nicht an Vorgaben hält, riskiert einen Platzverweis durch den Verein oder je nach Kommune eine Verwarnung oder ein Bußgeld. Klare Regeln und gute Kommunikation helfen, Probleme zu vermeiden. Hinweisschilder oder kurze Informationen im Eingangsbereich können viel bewirken.
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