Tanzen im Verein: Von Breaking bis Standard
Bewegung verbindet. Wie Sie Tanzangebote im Verein planen und integrieren.
Auf den Punkt
- Tanzen im Verein lässt sich flexibel für unterschiedliche Zielgruppen umsetzen – vom Kinderangebot bis zum Fitness- oder Wettkampfsport.
- Entscheidend für den Erfolg sind geeignete Räume, qualifizierte Übungsleitungen und realistische Kursformate.
- Je nach Tanzform unterscheiden sich Aufwand, Sicherheitsanforderungen und organisatorische Voraussetzungen deutlich.
- Bei Musiknutzung, Auftritten und Kursbetrieb sollten Vereine GEMA-Pflichten und Versicherungsschutz frühzeitig klären.
Welche Vorteile hat Tanzen im Verein?
Tanz hat viele Gesichter. Je nach Ausrichtung reicht das Spektrum vom klassischen Gesellschaftstanz über spaßige Kinder- und Jugendangebote bis hin zu fitness- oder wettkampforientierten Tanzformen.
Im Vereinskontext hat Tanzen mehrere Vorteile für Mitglieder und den Verein selbst:
- Es ist sportliche Betätigung.
- Es fördert Koordination und Beweglichkeit.
- Es erleichtert den sozialen Kontakt.
- Es bietet einen niedrigschwelligen Zugang zum Vereinsleben.
Ähnlich wie viele klassische Sportarten auch, spricht Tanzen unterschiedliche Altersgruppen an und lässt sich flexibel an Leistungsniveaus und Zielgruppen anpassen. Ob Sie Tanzen als eigenständige Sparte oder als ergänzendes Angebot (etwa zur Mitgliederbindung, Nachwuchsgewinnung oder Erweiterung des Breitensportprogramms) etablieren, entscheiden Sie selbst. Denkbar wäre auch ein offenes Angebot wie ein „Tangoabend für alle“, um neue Mitglieder für den Vereinssport zu begeistern.
Tanzsport in Zahlen
Laut einer Bestandserhebung des DOSB zählt der Deutsche Tanzsportverband (DTV) 226.079 Mitglieder für das Jahr 2025. Diese verteilen sich auf 2.033 Vereine. Dem DTV sind alle 16 Landestanzsportverbände angeschlossen.
Tanzangebote im Verein professionell aufbauen
Damit Tanzangebote langfristig funktionieren, braucht es klare organisatorische Grundlagen. Entscheidend sind geeignete Räume, qualifizierte Übungsleitungen, eine realistische Einschätzung des Bedarfs und passende Kursformate.
Der richtige Raum
Für Tanzangebote sind keine riesigen Sporthallen nötig. Dennoch sollte der Raum ausreichend groß sein, um sichere Bewegungsabläufe zu ermöglichen. Darauf sollten Sie achten:
- Ein ebener, rutschfester Boden ist wichtig – bei Sprüngen oder Bodenarbeit idealerweise mit Dämpfung.
- Spiegel erleichtern Korrekturen, sind aber kein Muss.
- Eine funktionierende Musikanlage gehört zur Grundausstattung.
Je nach Tanzform steigen die Anforderungen: Akrobatische Elemente benötigen zusätzliche Sicherheitsflächen und Matten, Breaking (auch bekannt als Breakdance) funktioniert besser auf geeigneten Bodenbelägen, Poledancing erfordert geprüfte Stangen und ausreichend Deckenhöhe.
Tanz-Trainer, Übungsleiter & Ausbildung
Die Qualität des Angebots hängt maßgeblich von der Qualifikation der Übungsleitungen ab. Während im Kinderbereich pädagogische Erfahrung Voraussetzung ist, benötigen Trainerinnen und Trainer im Turnier- oder Fitnessbereich eine spezialisierte Ausbildung.
Vereine können auch erfolgreich mit externen Trainerinnen und Trainern zusammenarbeiten oder mit Tanzschulen und Verbänden kooperieren. Fortbildungen und Lizenzen sichern die Qualität und schaffen Vertrauen bei Mitgliedern. Gleichzeitig lohnt sich der Blick in die eigenen Reihen: Engagierte Mitglieder lassen sich bei Wunsch auch gezielt weiterqualifizieren.
Tanzkurse ermitteln & Ziele festlegen
Bevor neue Kurse starten, müssen Sie den tatsächlichen Bedarf klären. Kurze Umfragen, Schnupperangebote oder zeitlich begrenzte Workshops helfen Ihnen dabei, Interesse und Zielgruppen einzuschätzen.
Auf dieser Basis definieren Sie Ziele: Soll es um regelmäßige Freizeitangebote gehen, um Nachwuchsförderung, um Leistungsentwicklung oder um konkrete Perspektiven wie DTSA-Abzeichen, Wettkämpfe oder Vereinsauftritte? Durch klare Zielsetzung erleichtern Sie die Planung und Kommunikation.
Kursformate & Leistungsstufen
Jedes Tanzangebot ist nach Leistungsstufen aufgebaut:
- Einsteigerkurse schaffen einen leichten Zugang
- Fortgeschrittenenkurse ermöglichen Entwicklung
- Wettkampforientierte Formate sprechen leistungsstarke Gruppen an
Als Sport für Kinder eignen sich altersgerechte Angebote mit rhythmischer Bewegung; für Erwachsene gestufte Fitness- oder Tanzkurse. Neben festen Kursen sind offene Trainings, Workshops oder Projektangebote sinnvoll, um neue Mitglieder zu gewinnen und schrittweise an den Verein zu binden.
Diese Tanzformen passen in Ihren Verein
Der besondere Vorteil von Tanzangeboten liegt in ihrer Vielseitigkeit. Sie verbinden körperliche Aktivität mit Rhythmus und Koordination und lassen sich flexibel an unterschiedliche Alters- und Leistungsgruppen anpassen. Dadurch eignen sich Tanzangebote sowohl für reine Tanzvereine als auch für Mehrsparten- oder Breitensportvereine, die ihr Angebot gezielt erweitern möchten.
Laut dem Deutschen Tanzsportverband (DTV) dominieren vor allem klassische Gesellschaftstänze, Kinder- und Jugendangebote sowie moderne Gruppenformate (z. B. Line Dance, Hip-Hop usw.). Turnierorientierter Tanzsport spielt ebenfalls eine wichtige Rolle, ist zahlenmäßig jedoch deutlich kleiner als der Breiten- und Freizeitsport. Daher steht weniger der Wettkampf als vielmehr ein dauerhaft nutzbares, gut integrierbares Bewegungsangebot im Vordergrund.
Welche Tanzform in Ihren Verein passt, hängt von der Vereinsstruktur, den räumlichen Möglichkeiten und den angesprochenen Zielgruppen ab. Im Folgenden ein Überblick über bewährte Formate.
Gesellschaftstänze im Verein für alle Altersgruppen
Gesellschaftstänze bilden die zentrale Säule des Tanzangebots. Besonders reine Tanzsportvereine setzen auf ein breites Programm aus Standard- und Lateintänzen wie Walzer, Tango, Foxtrott, Cha-Cha-Cha, Rumba oder Jive.
Die klare Struktur ermöglicht eine einfache Einteilung in Leistungsstufen – von Einsteigerkursen bis hin zu fortgeschrittenem Training. Dadurch lassen sich unterschiedliche Altersgruppen dauerhaft ansprechen und langfristig binden. Gesellschaftstänze fördern Koordination, Beweglichkeit und das Zusammenspiel im Paar, bei gleichzeitig geringem organisatorischem und materiellem Aufwand.
Turniertänze sind leistungsorientiert ausgerichtet. Im Mittelpunkt stehen Technik, Präzision, Choreografie und gezielte Wettkampfvorbereitung. Das Training ist intensiver, stärker strukturiert und auf regelmäßige Leistungsentwicklung ausgelegt.
Dieses Angebot richtet sich an fortgeschrittene Tänzerinnen und Tänzer mit Wettkampfambitionen. Für Vereine bedeutet das höhere Anforderungen an Trainerqualifikation, Trainingsumfang und Organisation, schafft aber zugleich eine klare sportliche Entwicklungsperspektive innerhalb des Tanzangebots.
Schnell-Check für Vereine
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Aspekt |
Einschätzung |
|---|---|
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Zielgruppe |
Fortgeschrittene Tänzerinnen und Tänzer mit Wettkampfambitionen |
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Einstiegshürde |
Hoch |
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Trainingsfokus |
Technik, Präzision, Choreografie, Ausdauer |
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Traineranforderung |
Hohe fachliche Qualifikation, Turniererfahrung |
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Raum & Ausstattung |
Tanzfläche, Spiegel, Musikanlage |
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Organisationsaufwand |
Hoch (Wettkämpfe, Meldungen, Reisen) |
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Geeignet für |
Tanzsportvereine, leistungsorientierte Abteilungen |
Tanzen für Kinder und Jugendliche
Tanzangebote für Kinder und Jugendliche lassen sich in vielen Vereinen gut als zusätzliches Sportangebot integrieren. Sie sprechen junge Zielgruppen früh an und können parallel zu bestehenden Trainingszeiten stattfinden – etwa während Eltern selbst Sport treiben oder an Vereinsangeboten teilnehmen. Auch Eltern-Kind-Formate sind denkbar und ermöglichen Sport für die ganze Familie.
Im Mittelpunkt steht die musikalische Früherziehung. Kinder entwickeln Rhythmusgefühl, Koordination und Körperwahrnehmung – ohne leistungsorientierten Druck. Gleichzeitig bietet Tanzen einen strukturierten Ausgleich, fördert Konzentration und unterstützt die motorische Entwicklung. Je nach Alter kann der Fokus von freier Bewegung hin zu einfachen Schrittfolgen und ersten Choreografien verschoben werden. Nicht vergessen: Bei Minderjährigen übernehmen Sie während des Kurses die Aufsichtspflicht.
Breaking ist besonders bei Jugendlichen gefragt. Die Tanzform verbindet Kraft, Beweglichkeit und Rhythmus mit individueller Ausdrucksweise. Im Vereinskontext kann Breaking freizeitorientiert beginnen und bei Interesse schrittweise intensiviert werden. Das Angebot eignet sich sowohl für regelmäßige Trainingsgruppen als auch für projektbezogene Kurse oder Workshops.
Schnell-Check für Vereine
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Aspekt |
Einschätzung |
|---|---|
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Zielgruppe |
Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene |
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Einstiegshürde |
Mittel |
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Trainingsfokus |
Kraft, Beweglichkeit, Rhythmus, Ausdruck |
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Traineranforderung |
Breaking-Erfahrung, Grundlagen der Trainingssteuerung |
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Raum & Ausstattung |
Glatter, gedämpfter Boden, Musikanlage |
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Organisationsaufwand |
Gering bis mittel |
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Geeignet für |
Mehrspartenvereine, Jugendangebote |
Fitness fördern durch Tanzen im Sportverein
Fitnessorientierte Tanzangebote eignen sich besonders für Sportvereine, die keine reine Tanzsparte haben, ihr Programm aber um ein attraktives Bewegungsangebot erweitern möchten. Der Fokus liegt weniger auf festen Tanzschritten als auf Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit und Koordination – kombiniert mit Musik und Gruppenstruktur.
Diese Formate sprechen Mitglieder an, die sich fit halten wollen, ohne klassisches Gerätetraining oder Mannschaftssport. Sie lassen sich gut als Kursangebote integrieren, sind meist niedrigschwellig und erfordern nur eine überschaubare Ausstattung.
Zumba kombiniert einfache Tanzbewegungen mit Ausdauertraining zu lateinamerikanischer Musik. Die Choreografien sind leicht erlernbar, der Fokus liegt auf Bewegung und Belastung im eigenen Tempo. Zumba eignet sich gut für gemischte Gruppen und ist besonders im Freizeit- und Gesundheitssport verbreitet.
Achtung: Zumba‑Kurse dürfen nur von Instruktoren angeboten werden, die eine offizielle, kostenpflichtige Zumba‑Ausbildung absolviert haben und in der Instructor‑Datenbank von Zumba Fitness LLC geführt werden. Die Lizenz ist zunächst für sechs Monate bis zu einem Jahr gültig und muss innerhalb des Jahres aktualisiert werden – außer der Trainer oder die Trainerin ist ZIN‑Mitglied (Zumba Instructor Network). Letzteres ist mit monatlichen Gebühren in Höhe von 35 bis 40 Euro verbunden.
Schnell-Check für Vereine
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Aspekt |
Einschätzung |
|---|---|
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Zielgruppe |
Erwachsene aller Altersgruppen |
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Einstiegshürde |
Niedrig |
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Trainingsfokus |
Ausdauer, Koordination, Spaß an Bewegung |
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Traineranforderung |
Zumba-Lizenz |
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Raum & Ausstattung |
Hallenraum, Musikanlage |
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Organisationsaufwand |
Gering |
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Geeignet für |
Breiten- und Gesundheitssport |
Acro Yoga verbindet Elemente aus Yoga, Akrobatik und Partnerarbeit. Trainiert werden Kraft, Körperspannung, Balance und Vertrauen. Das Angebot richtet sich an sportlich interessierte Mitglieder und erfordert qualifizierte Anleitung sowie klare Sicherheitsstrukturen, etwa durch Spotter (die Hilfestellung leisten, indem sie die Positionen sichern) und geeignete Bodenmatten.
Schnell-Check für Vereine
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Aspekt |
Einschätzung |
|---|---|
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Zielgruppe |
Erwachsene, sportlich Interessierte |
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Einstiegshürde |
Mittel |
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Trainingsfokus |
Kraft, Balance, Körperspannung, Partnerarbeit |
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Traineranforderung |
Spezialisierte Acro-Yoga-Ausbildung |
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Raum & Ausstattung |
Matten, freie Sicherheitsflächen |
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Organisationsaufwand |
Mittel |
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Geeignet für |
Fitness- und Bewegungsangebote, Workshops |
Bauchtanz ist ein fitnessorientiertes Tanzangebot mit Schwerpunkt auf Rumpfmuskulatur, Beweglichkeit und Körperkontrolle. Die Belastung ist moderat und gut steuerbar. Dadurch eignet sich Bauchtanz für unterschiedliche Altersgruppen und Fitnesslevel, insbesondere im gesundheitsorientierten Vereinsangebot.
Schnell-Check für Vereine
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Aspekt |
Einschätzung |
|---|---|
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Zielgruppe |
Erwachsene, häufig Frauen |
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Einstiegshürde |
Niedrig |
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Trainingsfokus |
Rumpfmuskulatur, Beweglichkeit, Körperkontrolle |
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Traineranforderung |
Tanzerfahrung, didaktische Grundlagen |
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Raum & Ausstattung |
Hallenraum, Musikanlage |
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Organisationsaufwand |
Gering |
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Geeignet für |
Gesundheits- und Breitensport |
Poledancing kombiniert Tanz, Krafttraining und Beweglichkeit. Der Trainingsschwerpunkt liegt auf Oberkörper- und Rumpfkraft. Für Vereine ist das Angebot mit höherem organisatorischem Aufwand verbunden, da spezielle Stangen, geeignete Räume und qualifizierte Trainerinnen und Trainer erforderlich sind. Bei entsprechender Ausstattung kann Poledancing das Fitnessangebot deutlich erweitern.
Schnell-Check für Vereine
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Aspekt |
Einschätzung |
|---|---|
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Zielgruppe |
Erwachsene, sportlich Ambitionierte |
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Einstiegshürde |
Mittel bis hoch |
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Trainingsfokus |
Kraft, Beweglichkeit, Körperspannung |
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Traineranforderung |
Spezialisierte Poledance-Ausbildung |
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Raum & Ausstattung |
Stangen, ausreichende Deckenhöhe, Matten |
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Organisationsaufwand |
Hoch |
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Geeignet für |
Vereine mit klarer Fitness- oder Tanzsparte |
Gardetanz ist eine traditionsreiche Tanzform, die vor allem im Karnevals- und Fastnachtsbereich verbreitet ist. Charakteristisch sind synchrone Choreografien in Kombination mit Elementen aus Marsch-, Show- und akrobatischem Tanz. Das Angebot richtet sich häufig an Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Neben dem regelmäßigen Training gehören auch Auftritte bei Sitzungen, Umzügen oder anderen Vereinsveranstaltungen zum festen Bestandteil der Saison.
Übrigens: Da Gardetanz regelmäßig im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen ausgeführt wird, greift im Falle eines Unfalls die Versicherung für Karnevalsvereine.
Schnell-Check für Vereine
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Aspekt |
Einschätzung |
|---|---|
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Zielgruppe |
Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene |
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Einstiegshürde |
Mittel |
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Trainingsfokus |
Kondition, Koordination, Synchronität |
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Traineranforderung |
Gardetanz-Erfahrung, Choreografie- und Gruppenleitung |
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Raum & Ausstattung |
Hallenraum, Musikanlage, ggf. Spiegel, Kostüme (für Auftritte) |
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Organisationsaufwand |
Mittel (Training) bis hoch (Auftritte) |
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Geeignet für |
Karnevalsvereine |
Aroha ist ein fitnessorientiertes Bewegungsprogramm, das seinen Ursprung in Neuseeland hat. Der Begriff Aroha stammt aus der Sprache der Maori und steht für Werte wie Liebe, Mitgefühl und Respekt. Bewegungs- und Ausdruckselemente orientieren sich unter anderem am Haka, dem traditionellen Ritual- und Kriegstanz der Maori, der Kraft, Gemeinschaft und innere Haltung verbindet.
Das Training kombiniert kraftvolle, erdende Bewegungen mit fließenden Sequenzen zu eigens komponierter Musik. Elemente aus Kampfsport, Tai Chi und funktionellem Training werden rhythmisch verbunden. Der Fokus liegt auf Ausdauer, Koordination, Körperspannung und mentaler Stabilität.
Achtung: Ähnlich wie beim Zumba sollten Aroha‑Kurse nur von Instructoren angeboten werden, die eine offizielle, kostenpflichtige Aroha‑Instructor‑Ausbildung absolviert haben und von der AROHA® Academy zur Nutzung der Marke AROHA® berechtigt wurden.
Schnell-Check für Vereine
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Aspekt |
Einschätzung |
|---|---|
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Zielgruppe |
Erwachsene, gesundheitsorientierte Gruppen |
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Einstiegshürde |
Niedrig |
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Trainingsfokus |
Ausdauer, Koordination, Körperspannung |
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Traineranforderung |
Aroha-Lizenz |
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Raum & Ausstattung |
Hallenraum, Musikanlage |
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Organisationsaufwand |
Gering |
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Geeignet für |
Breiten- und Gesundheitssport |
Sicherheit beim Tanzen im Verein
Unabhängig von Stil oder Zielgruppe gilt für alle Tanzangebote eine gemeinsame Grundregel: Sicherheit geht vor! Tanzen ist körperliche Belastung. Je nach Tanzform unterscheiden sich Intensität, Bewegungsumfang und Risiken. Häufige Sportunfälle entstehen nicht durch einzelne Bewegungen, sondern durch fehlende Vorbereitung, Überlastung oder ungeeignete Umgebung.
Ein verbindliches Warm-up und Cool-down sollte daher fester Bestandteil jeder Trainingseinheit sein. Aufwärmen bereitet Muskulatur, Gelenke und Kreislauf auf die Belastung vor, das Cool-down unterstützt Regeneration und Beweglichkeit. Umfang und Intensität müssen zur jeweiligen Tanzform und Zielgruppe passen.
Beispiele für typische Verletzungen nach Tanzform
Nicht jeder Tanzstil belastet den Körper gleich. Je nach Form sind bestimmte Körperregionen besonders gefährdet:
- Gesellschaftstanz: Überlastungen von Knie- und Sprunggelenken, muskuläre Verspannungen
- Breaking: Handgelenks- und Schulterverletzungen, Prellungen durch Bodenarbeit
- Acro Yoga: Überdehnungen, Rücken- oder Schulterbelastungen bei unsauberer Technik
- Poledancing: Schulter- und Handgelenksverletzungen, Hautprellungen
Viele Sportverletzungen lassen sich durch saubere Technik, angepasste Trainingsintensität und qualifizierte Anleitung vermeiden.
Versicherungsschutz durch die ARAG Sportversicherung
Wenn Sie Training oder Tanzveranstaltungen als offizielle Vereinsveranstaltungen durchführen, besteht dafür Versicherungsschutz im Rahmen der ARAG Sportversicherung. Dies gilt für die Funktionäre, die Trainerinnen und Trainer und die Vereinsmitglieder. Für aktiv teilnehmende Nichtmitglieder kann Ihr Verein eine Nichtmitgliederversicherung abschließen.
Fragen zum Versicherungsschutz beantwortet Ihnen gerne Ihr zuständiges Versicherungsbüro beim Landessportbund oder Landessportverband. Hier geht es direkt zu Ihrem Versicherungsbüro:
Tanzsport und GEMA im Verein
Bei Tanzangeboten spielt Musik eine zentrale Rolle. Für Vereine stellt sich daher regelmäßig die Frage, wann Musik genutzt werden darf und wann eine Meldung oder Lizenz bei der GEMA erforderlich ist.
Sobald Sie im Verein eine Veranstaltung planen oder Kurse anbieten und dort urheberrechtlich geschützte Musik öffentlich abspielen oder aufführen möchten, müssen Sie dies anmelden und dafür Gebühren an die GEMA entrichten. Die öffentliche Wiedergabe kann bei verschiedenen Anlässen stattfinden – zum Beispiel bei Kursen, Training und Wettkämpfen, aber auch bei Vereinsfesten und Tanzveranstaltungen.
Gut zu wissen: Aus § 15 Abs. 3 UrhG geht hervor, dass Ihre Veranstaltung als öffentlich gilt, sobald die Besucher nicht aus Ihrem persönlichen sozialen Umfeld stammen. Das gilt auch für Tanzkurse, die der Verein für Mitglieder anbietet.
Sparen mit GEMA-Pauschale für Vereine
Wenn Sie regelmäßig Veranstaltungen planen oder dauerhaft Hintergrundmusik abspielen, können Sie mit der GEMA Pauschalvereinbarungen treffen oder von Vereinbarungen, die die Landessportbünde mit der GEMA getroffen haben profitieren. Mehr dazu steht hier.
GEMA-freie Musik nutzen
Um den Verwaltungsaufwand zu reduzieren, können Sie GEMA‑freie Musik nutzen – sofern die Musik wirklich GEMA‑frei ist und die Lizenz die Nutzung in Vereinskursen erlaubt. Streamingdienste (z. B. Spotify, Apple Music oder Deezer) sind dagegen ausschließlich für den privaten Gebrauch lizenziert. Die Nutzung im Vereinskontext ist vertraglich untersagt, auch im Training. Für den Vereinsbetrieb kommen daher nur speziell lizenzierte Musikangebote oder Plattformen mit entsprechenden Nutzungsrechten für Kurs‑, Studio‑ oder Vereinsbetrieb wie audiorooms oder sonicsense in Frage.