Auf den Punkt

 
  • Leichtere Verletzungen wie Abschürfungen, Prellungen und Zerrungen sind häufig, aber auch Muskelfaserrisse, Bänderrisse, Frakturen und Gehirnerschütterungen betreffen jedes Jahr viele Sportler.
  • Die Erstversorgung vieler Sportverletzungen sollte nach der PECH-Regel erfolgen. Diese empfiehlt die Maßnahmen Pause, Eis, Compression und Hochlagern.
  • Ein sportartspezifisches Warm-Up, das auch spezielle, präventive Übungen enthält, kann helfen, Sportverletzungen vorzubeugen. Auch auf das Tragen der richtigen Schutzausrüstung sollten Sportler keinesfalls verzichten.
  • Sportvereine sollten stets Erste-Hilfe-Informationen und -Material bereitstellen und eine gute Erstversorgung auf dem Vereinsgelände garantieren.
Häufige Sportverletzungen

Das sind die häufigsten Sportverletzungen

Egal, ob im Einzel- oder im Mannschaftssport: Kleine Blessuren und größere Verletzungen bleiben nicht aus, wenn wir unseren Körper stark beanspruchen. Zu den häufigsten Sportverletzungen zählen dabei Schürf- und Platzwunden, Muskelzerrungen, Überdehnungen und Muskelfaserrisse sowie Bänderrisse. Zudem kommt es je nach Intensität der Sportart auch nicht selten zu typischen Sportverletzungen wie Prellungen oder Gelenkverletzungen. Gerade bei Kontaktsportarten wie Fußball, Hockey oder Rugby ziehen sich Sportlerinnen und Sportler darüber hinaus auch oft Kopfverletzungen und Gehirnerschütterungen zu.

Besonders häufig von Sportverletzungen betroffen sind laut Datenbank der Ruhr-Universität Bochum und der ARAG Sportversicherung die Sprunggelenke, die Schultergelenke, die Handgelenke, die Ellenbogen, die Leiste, die Knie, die Achillessehnen und die Oberschenkel. Weitere Körperregionen und zusätzliche Zahlen, Daten und Fakten zu Sportverletzungen erhalten Sie bei der Stiftung Sicherheit im Sport.

 
Erste Hilfe

Erste Hilfe: Die PECH-Regel

Während im professionellen Sport oft medizinisches Fachpersonal vor Ort ist, müssen sich Sportler im Breitensport bei einer Verletzung in der Regel zunächst selbst oder gegenseitig helfen. Die Erstversorgung vieler Sportverletzung sollte nach der sogenannten PECH-Regel erfolgen, die unter anderem von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) und auch in vielen Erste-Hilfe-Kursen empfohlen wird. Die Abkürzung PECH steht dabei für die vier wichtigen Sofortmaßnahmen: Pause, Eis, Kompression (bzw. „Compression“) und Hochlegen.

(Pause) Sofort die Belastung unterbrechen

Ziehen Sie sich beim Sport eine Verletzung zu, dann empfiehlt die PECH-Regel im ersten Schritt jegliche weitere Belastung des verletzten Körperteils zu unterlassen. Halten Sie die betroffene Körperstelle also umgehend ruhig, um eine Verschlimmerung der Verletzung beziehungsweise der Schmerzen zu vermeiden, und legen oder setzen Sie sich am besten hin. Sind Sie selbst nicht verletzt, sondern helfen einem Verletzten, dann können Sie ihn im selben Schritt etwas beruhigen und sich die stillgelegte Verletzung genauer anschauen.

(Eis) Sportverletzung kühlen oder wärmen?

Im nächsten Schritt sollten Sie Eis, Kühlpads, Kühlspray oder Kühlakkus benutzen, um die verletzte Stelle zu kühlen. Das ist deshalb wichtig, weil eine frühzeitige Kühlung die betroffenen Blutgefäße verengen und so eine starke Schwellung des umliegenden Gewebes verhindern kann (etwa bei einer Verstauchung). Übertreiben Sie es mit der Kühlung jedoch nicht und legen Kühlpads im besten Fall nicht direkt auf die Haut. Wickeln Sie sie beispielsweise in ein Tuch ein und kühlen Sie die betroffene Stelle nicht durchgehend, sondern immer nur 10 bis 15 Minuten lang. Danach legen Sie eine zehnminütige Pause ein und beginnen wieder von vorn.

Übrigens: Nicht gekühlt werden sollten Muskelkrämpfe. Hier helfen nämlich in der Regel eher Wärmepads und die Dehnung des Muskels.

(Compression) Kompressionsverband anlegen

Ist die Verletzung erst einmal gekühlt, hilft in vielen Fällen das umgehende Anlegen eines Druckverbands. Dieser kann dabei helfen, Blutungen und Schwellungen zu minimieren. Zudem entlastet und stützt er das betroffene Gelenk. Genau wie bei der Kühlung ist es jedoch auch hier empfehlenswert, nicht zu übertreiben den Verband nicht zu stramm anzulegen. Eine Anleitung zur Ersten Hilfe, in der auch das Anlegen eines Druckverbands erklärt wird, finden Sie zum Beispiel bei der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV).

(Hochlagern) Hochlagern der verletzen Körperteile

Im letzten Schritt sollte das betroffene Körperteil nach der PECH-Regel hochgelagert werden. Dies soll garantieren, dass die Blutzufuhr verringert wird und Gewebeflüssigkeit besser abtransportiert werden kann. So lassen sich Schwellungen und Schmerzen deutlich reduzieren. Haben Sie sich am Arm verletzt, kann es bereits ausreichen, diesen – falls möglich – hochzuhalten. Und ist ein Bein betroffen, dann können Sie sich beispielsweise auf den Boden legen und das Bein auf einem Stuhl oder einer Bank ablegen oder von einem Helfer halten lassen. Die Füße sollten dabei mindestens auf Höhe des Herzens sein.

Behandlung

Welcher Arzt hilft bei Verstauchung, Zerrung und anderen Sportverletzungen?

Von welchem Arzt Sie sich behandeln lassen sollten, kommt ganz auf die Art Ihrer Verletzung an. Haben Sie sich beispielsweise eine leichtere Verletzung zugezogen, dann können Sie damit zunächst zu Ihrem Hausarzt gehen. Immerhin kann dieser in der Regel schon eine erste Einschätzung abgeben und Sie bei Bedarf an einen Fachkollegen überweisen. Bei schwereren Verletzungen können Sie, wenn Sie nicht ohnehin im Krankenhaus behandelt werden, auch direkt zu einem Spezialisten, wie etwa einem Sportmediziner, Orthopäden oder Chirurgen gehen. Oft schließt sich an die ärztliche Behandlung eine ambulante Physiotherapie an. Für komplizierte Sportverletzungen, die zum Beispiel Knie, Fuß, Hand, Sprunggelenk oder Schulter betreffen, lohnt es sich möglicherweise, einen auf diese Verletzungen spezialisierten Arzt zu wählen oder hinzuzuziehen.

Verletzungen im Sportverein

Diese allgemeinen Tipps helfen, Verletzungen beim Sport vorzubeugen

Das Risiko für die meisten Verletzungen bei Sport und Bewegung lässt sich deutlich verringern, wenn einige “Spielregeln” beachtet werden:

  • Der richtige Sportschuh: Bei allen Laufsportarten und vielen Mannschaftssportarten ist das richtige, gut passende Schuhwerk wichtig und kann helfen, Überlastungen vorzubeugen. Wichtig: Die Sportschuhe müssen zum jeweiligen Untergrund oder Bodenbelag passen. Lassen Sie sich dazu im Fachgeschäft oder von einem Spezialisten beraten.
  • Schutzausrüstung tragen: Üben Sie Ihren Sport nicht ohne die empfohlene persönliche Schutzausrüstung aus. Welche das ist, hängt von der Sportart ab. Beim Fußball gehören zum Beispiel Schienbeinschoner dazu, Mountainbiken und Skifahren sollten Sie immer mit Helm und beim Hockey sollte keinesfalls auf einen Zahn- bzw. Mundschutz verzichtet werden!
  • Wärmen Sie sich auf: Ein Warm-Up, das den Körper auf die folgende Belastung vorbereitet und auch für die entsprechende Wachheit und Aufmerksamkeit sorgt, senkt das Verletzungsrisiko. Zahlreiche wissenschaftliche Studien haben die Wirksamkeit von sportartspezifischen Aufwärmprogrammen belegt, die auf typische Verletzungen in verschiedenen Sportarten abzielen. Das Warm-Up richtet sich also nach der Sportart und der anstehenden Belastung – eine One-Size-Fits-All-Lösung gibt es hier nicht.
  • Vermeiden Sie Überlastungen: Oft geben verletzte Sportler als Grund für den Sportunfall an, dass sie sich überschätzt haben. Sie fühlen sich also nicht fit oder sind unsicher, ob Ihr Körper für das nächste Spiel bereit ist? Dann gehen Sie kein Risiko ein, sondern schonen Sie sich.
  • Ausheilen lassen: Das größte Risiko für eine Sportverletzung ist die sogenannte Vorverletzung. Lassen Sie Sportverletzungen also immer ausreichend ausheilen und lassen Sie sich beim Wiedereinstieg in die sportliche Aktivität genug Zeit.
 

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