Auf den Punkt

 
  • Im deutschen Straßenverkehr gilt ein Mindestabstand, der bei einem plötzlichen Bremsmanöver des vorausfahrenden Fahrzeugs ein sicheres Anhalten ermöglicht.
  • Um sich den Mindestabstand einzuprägen, können Sie entweder zur sogenannten Sekundenregel oder zur Faustformel „Abstand gleich halber Tacho“ greifen.
  • Die Straßenverkehrsordnung gibt auch einen vorgeschriebenen Seitenabstand an.
  • Abstandsverstöße können mit Bußgeldern, Punkten in Flensburg und sogar mit Fahrverboten geahndet werden.
Abstand im Straßenverkehr

Abstand halten im Straßenverkehr

Rote Ampeln, Tempolimits, Vorfahrtsvorschriften – die grundlegenden Regeln des Straßenverkehrs sollten jedem bekannt sein, der sich ans Steuer setzt. Ein wichtiger Teil der Straßenverkehrsordnung (StVO) gerät dabei jedoch immer wieder in Vergessenheit: die Abstandsregel. Dabei sind insbesondere Verstöße gegen Mindest- und Sicherheitsabstände immer wieder der Grund für Auffahrunfälle und schwere Kollisionen.

In Deutschland gilt laut Straßenverkehrsordnung ein Mindestabstand, der bei einem plötzlichen Bremsmanöver des vorausfahrenden Fahrzeugs ein sicheres Anhalten ermöglicht. Wie groß dieser Mindestabstand genau sein muss, richtet sich dabei nach dem eigenen Tempo und nach der jeweiligen Verkehrssituation.

 

Mindestabstand nach Vorne

Sind Sie innerorts mit dem Auto unterwegs, dann müssen Sie bei einem Tempo von 50 km/h mindestens 15 Meter Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug halten (drei PKW-Längen). Fahren Sie wiederum außerhalb geschlossener Ortschaften, also etwa auf einer Landstraße oder auf der Autobahn, dann ist der Mindestabstand angesichts der höheren Tempolimits größer: Bei 100 km/h sind es schon 50 Meter.

Um sich diese Abstandsvorschriften einfacher einzuprägen, ist oft die Rede von der Sekundenregel. Um dieser gewissenhaft zu folgen, warten Sie einfach bis das vorausfahrende Auto einen gewissen Punkt passiert hat (etwa einen Leitpfosten am Straßenrand), und zählen dann die Sekunden bis Sie diesen Punkt selbst erreicht haben. Innerorts sollte der Zeitraum mindestens eine Sekunde betragen, außerhalb geschlossener Ortschaften mindestens zwei Sekunden.

 

Sicherheitsabstand berechnen mit dieser Formel

Neben der Sekundenregel gibt es eine weitere Faustformel, mit der Sie in Abstandsfragen auf der sicheren Seite sind. Sie lautet: „Abstand gleich halber Tacho“. Der „halbe Tachowert“ bezeichnet dabei die Hälfte Ihrer gefahrenen Geschwindigkeit in Metern. Sind Sie mit 120 km/h unterwegs, dann beträgt der halbe Tachowert dementsprechend 60 Meter. Halten Sie sich an diese Regel, dann laufen Sie keine Gefahr, den Mindestabstand zu unterschreiten.

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Der Seitenabstand

Gibt es auch einen vorgeschriebenen Seitenabstand?

Nicht nur der Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug, sondern ebenfalls der Seitenabstand zu anderen Verkehrsteilnehmern ist festgelegt. Wie groß der Mindestabstand sein muss hängt allerdings davon ab, wer neben Ihnen fährt: Bei einspurigen Fahrzeugen wie Motorrädern und Fahrrädern liegt er bei 1,5 Metern, bei Pkw oder Lkw bei einem Meter und bei Schul- und Linienbussen bei zwei Metern. Doch Vorsicht: Je schneller Sie unterwegs sind, desto größer sollte auch der Seitenabstand sein. Belassen Sie es also insbesondere bei Überholmanövern auf der Autobahn nicht bei dem Mindestabstand, sondern gewähren Sie anderen Verkehrsteilnehmern mehr Platz, insofern die Fahrbahn es zulässt.

 
Sonderfall Lkw

Lkw und Abstand: Was gibt es zu beachten?

Da Lkw aufgrund ihres Gewichts einen verlängerten Bremsweg haben – und dieser durch die entsprechende Beladung des Fahrzeugs noch höher ausfallen kann als ohnehin schon –, gelten für Lkw-Fahrer in Hinblick auf den Sicherheitsabstand besondere Regeln. So müssen Fahrzeuge mit einem Gewicht von über 3,5 Tonnen bei Geschwindigkeiten von mehr als 50 km/h einen Mindestabstand von 50 Metern einhalten. Die Leitpfosten auf der Autobahn bieten für Lkw-Fahrer deshalb eine gute visuelle Hilfestellung. Sie sind üblicherweise im Abstand von genau 50 Metern aufgestellt.

 

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Strafen und Bußgelder

Wird bei Abstandsmessung geblitzt?

Ob eine Abstandsmessung durch die Behörden mit einem Blitz einhergeht, lässt sich nicht pauschal beantworten. Es gibt mit der optischen Abstandsmessung, der Laserentfernungsmessung und der mobilen Videoüberwachung nämlich verschiedene Systeme zur Erfassung des Abstands zwischen zwei Fahrzeugen. Eine Abstandsmessung durch herkömmliche stationäre Blitzer gibt es jedoch in der Regel nicht. Diese messen in erster Linie Geschwindigkeitsüberschreitungen. Trotzdem kann die Polizei im Ausnahmefall auch auf die Bilder eines stationären Blitzers zurückgreifen, um Abstandsverstöße festzustellen. Dies kann etwa dann Sinn ergeben, wenn die Strecke bereits von mehreren mobilen Videokameras überwacht wird. In diesem Fall können die Bilder des Blitzers zum Abgleich der Ergebnisse herangezogen werden.

 

Abstandsverstöße: Strafen und Bußgelder

Mit welcher Strafe Sie bei einem Abstandsverstoß rechnen müssen, hängt davon ab, wie stark Sie den Mindestabstand unterschritten haben. Betrug der Abstand zum Zeitpunkt der Messung weniger als 5/10 des halben Tachowerts, dann liegen Bußgelder üblicherweise zwischen 25 und 100 Euro. Zudem droht auch ein Punkt in Flensburg. Bei weniger als 4/10 des halben Tachowerts kann die Geldstrafe bereits bis zu 180 Euro und einen Punkt betragen. Ab einem Abstand, der 3/10 des Tachowerts unterschreitet, kommt neben Bußgeldern von bis zu 320 Euro und zwei Punkten in Flensburg, potenziell ein Fahrverbot hinzu. Insbesondere dann, wenn der Abstandsverstoß bei hoher Geschwindigkeit erfasst wurde (über 100 km/h), drohen Strafen in dieser Höhe. Wer noch schneller unterwegs ist und zu dicht auffährt, der muss sogar mit der im Bußgeldkatalog vorgesehenen Maximalstrafe rechnen: Einem Bußgeld von bis zu 400 Euro, zwei Punkten in Flensburg und drei Monaten Fahrverbot.

 

Ist ein Einspruch nach Abstandsmessung sinnvoll?

Prinzipiell können Sie als Beschuldigter natürlich Einspruch gegen einen Bußgeldbescheid einlegen – und auch das Ergebnis einer Abstandsmessung kann angezweifelt werden. Für einen Einspruch haben Sie ab Erhalt des Bußgeldbescheids genau 14 Tage Zeit. Sie sollten sich Ihrer Sache in diesem Fall jedoch sehr sicher sein. Denn lehnt die Bußgeldstelle Ihren Einspruch ab, ist der nächste Schritt ein Gerichtsverfahren, für dessen Kosten Sie möglicherweise am Ende selbst aufkommen müssen.

 

Kann ich Drängler anzeigen, die mir viel zu dicht auffahren?

Werden Sie im Straßenverkehr selbst zum Ziel eines Dränglers, dann lautet die erste Regel: Lassen Sie sich nicht provozieren. Merken Sie sich stattdessen das Kennzeichen, die Marke und den Typ des Fahrzeugs und melden Sie den Vorfall bei der Polizei. Insbesondere dann, wenn der Drängler Sie und andere Verkehrsteilnehmer mit seinem Verhalten in Gefahr gebracht hat, kommt eine Anzeige wegen Nötigung im Straßenverkehr in Frage.

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