Mit dem Rad zur Arbeit fahren, eine Stadt auf neue Art erkunden, mit der Familie eine Fahrradtour machen ... Radfahren kann so schön sein. Damit es auch sicher ist und vergnüglich bleibt, haben wir für Sie nützliche Informationen rund ums Rad zusammengetragen.

Egal, ob mit Muskelkraft betrieben oder elektrisch unterstützt, das Fahrrad muss verkehrstauglich sein. Eine wichtige Komponente, die leider oft vernachlässigt wird, ist eine funktionierende Beleuchtung. Zu Ihrem eigenen Schutz ist gutes Licht Pflicht – nach dem Motto „Sehen und gesehen werden“. Hier hat der Gesetzgeber Regeln formuliert: Beispielsweise muss die Fahrradbeleuchtung am Rad fest angebracht sein. Eine Batterie-Stirnlampe reicht nicht aus. Das Licht am Rad muss auch bei hellstem Sonnenschein funktionieren!

Und endlich ist legal, was viele Radfahrer schon lange praktizieren: Lampen mit Akkus und Batterien. Die Pflicht zum Dynamo ist damit Geschichte. Batterielampen brauchen zehn Lux Mindest­beleuchtungsstärke und eine Kontrollleuchte für den Batteriezustand. Pedelecs mussten bislang eine separate Dynamo-Lichtanlage vorweisen. Jetzt können Elektrofahrräder den Strom fürs Licht aus ihrem Akku speisen.

Pflichtprogramm fürs Fahrrad

Zwei unabhängig funktionierende Bremsen: Vorderbremse und Hinterradbremse
Hell tönende, also laute Klingel
Weißer Frontscheinwerfer mit weißem Reflektor
Roter Großflächenrückstrahler, rotes Rücklicht und kleiner roter Reflektor
Je zwei gelbe Speichenreflektoren pro Rad oder alternativ Reflektorstreifen
Pedale mit je zwei gelben Rückstrahlern, die nach vorne und hinten reflektieren

Bußgelder für Radfahrer: Auch Radler können punkten

Wussten Sie, dass ein Handytelefonat auf dem Rad 55 Euro kosten kann? Oder wie viel ein Geisterfahrer auf dem Radweg zahlt? Und kennen Sie die Folgen, wenn Sie eine rote Ampel missachten? Nachlesen können Sie dies im Bußgeldkatalog, der selbstverständlich auch für Radfahrer gilt.

So kann radeln im stark alkoholisierten Zustand teuer werden: Ab 1,6 Promille liegt eine Straftat vor und Sie können vor Gericht angeklagt werden. Übrigens auch dann, wenn Sie weniger getrunken haben, aber einen Unfall verursachen. Das kann den Führerschein kosten.

Wie am Lenkrad ist das Radeln mit dem Handy am Ohr verboten. Werden Sie mit einem Mobiltelefon ohne Freisprecheinrichtung am Lenker erwischt, müssen Sie eine Strafe zahlen. Auch das Musikhören oder Telefonieren per Ohrstöpsel oder Kopfhörer ist problematisch. Erlaubt ist es nur, wenn Sie Warnsignale noch wahrnehmen können.

Und denken Sie nicht, Sie wären als Radfahrer vor Eintragungen in Flensburg sicher. Ab 60 Euro Bußgeld gibt es Punkte in der Verkehrssünderkartei, sogar wenn Sie überhaupt keinen Führerschein besitzen.

Geplant: Mehr Bußgelder für Autofahrer, wenn sie Radfahrer missachten

Eine Gesetzesnovelle sieht einige Änderungen vor: Wenn Autofahrer durch unzulässiges Halten in zweiter Reihe einen Radfahrer gefährden, soll es statt 20 dann 80 Euro kosten. Dazu kommt ein Punkt in Flensburg. Wird der Radler durch das Parken eines Pkw auf dem Radweg behindert, kostet es den Autofahrer künftig 70 statt 30 Euro und einen Punkt. Bei einem Unfall, weil ein Fahrzeug auf dem Schutzstreifen für Radfahrer hält, soll man dann 100 statt 35 Euro zahlen. Dazu soll ein Punkt kommen.

 

Das passende Gerichtsurteil

Auf dem Radweg sollten Sie besser in Fahrtrichtung radeln. Wer als Geisterfahrer auf dem Radweg unterwegs ist, kann bei einem Unfall mit schuld sein – auch wenn ihm die Vorfahrt genommen wurde. Das hat das Oberlandesgerichts Hamm entschieden.

Mehr Rechtsinfos für Radfahrer
 

Ihr Recht auf zwei Rädern

Damit Ihr Radel-Genuss immer sicher bleibt, unterstützen wir Sie mit den wichtigsten Fakten und Regeln rund um Ihr Fahrrad, Pedelec und E-Bike.

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Fehlerfrei unterwegs: Die Straßenverkehrsordnung (StVO) für Fahrradfahrer

In der Straßenverkehrsordnung (StVO) hat der Gesetzgeber die Regeln für alle Verkehrsteilnehmer zusammengefasst. Für Radfahrer gelten die gleichen Verkehrsregeln wie für Autofahrer, auch wenn manche Vorschrift für Radler etwas lockerer ausgelegt ist. Damit Sie nun nicht erst das Gesetzeswerk studieren müssen, ehe Sie sich aufs Rad schwingen, haben wir Ihnen die relevanten Vorschriften zusammengestellt. Außerdem räumen wir mit gängigen Irrtümern auf.

Geplant: Mindestabstand

Laut einer Gesetzesnovelle soll sich einiges für Rad- und Autofahrer ändern: Der Mindestabstand beim Überholen von Radlern, Fußgängern und E-Roller-Fahrern wird dann klar definiert: Innerorts muss ein Seitenabstand von 1,50 Metern eingehalten werden, außerorts zwei Meter.

Eine echte Gefahrenquelle für Radfahrer ist der tote Winkel. Abbiegeunfälle, bei denen Radler insbesondere von Lkw schlichtweg übersehen werden. Die Gesetzesnovelle schreibt Lkw beim Rechtsabbiegen innerorts nun eine Schrittgeschwindigkeit von sieben bis elf km/h vor. Sanktioniert wird ein Vergehen mit 70 Euro und einem Punkt im Fahreignungsregister.

Autos und Lkw dürfen künftig Radfahrer an bestimmten Stellen nicht überholen, wenn es dort zu eng und damit zu gefährlich wird. Dafür soll ein neues Verkehrszeichen eingeführt werden.

Radweg

Fahrräder und Pedelecs müssen den Radweg benutzen – und zwar nur in der jeweiligen Fahrtrichtung. Radwege können übrigens zukünftig auch für E-Bikes freigegeben werden. Außerorts dürfen sie generell und innerorts auf extra dafür ausgewiesenen Radwegen fahren. Von der neuen Regelung ausgenommen sind schnelle Elektrofahrräder – sogenannte S-Pedelecs -, die mehr als 25 km/h fahren können.

Rechts fahren schützt vor einem Bußgeld. Jedoch nicht befahren werden müssen: Schlaglochpisten, vereiste, stark verschmutzte oder zugeparkte Radwege.

StVO für Fahrradfahrer

Radler haben wie Fußgänger Vorrang – aber nur, wenn sie ihr Rad schieben. Fahren ist zwar erlaubt; dann haben aber die Autos Vorfahrt!

StVO für Fahrradfahrer

Diese Einbahnstraße darf auch in Gegenrichtung benutzt werden. Wichtig: Hier gilt die Vorfahrtregel „rechts vor links“.

Fahrradfahrer und Fußgänger

Radler teilen sich den Weg mit Fußgängern und müssen Rücksicht nehmen.

Straßenverkehrsordnung Fahrrad

Radler und Fußgänger haben eine eigene Spur. Radler dürfen beim Überholen nicht auf den Gehweg ausweichen.

Straßenverkehrsordnung: Fahrradstraße

Eine Straße speziell für Radler oder Inline-Skater. Autos dürfen nur fahren, wenn dies ausnahmsweise durch ein Zusatzschild erlaubt ist – aber maximal Tempo 30 und mit Rücksicht auf die Radler und Skater. Radfahrer dürfen nebeneinander fahren.

Kinder auf dem Gehweg begleiten

Eltern dürfen ihre radfahrenden Kinder vor dem 9. Geburtstag seit 2017 mit dem Fahrrad auf dem Gehweg begleiten.

Laut Gesetz darf eine mindestens 16 Jahre alte Aufsichtsperson mit auf dem Gehweg fahren. Dabei müssen die Radler allerdings Rücksicht auf Fußgänger nehmen, die auf dem Gehweg immer Vorrang haben.

Bis dato mussten die Kinder auf dem Gehweg und die begleitenden Eltern auf der Straße fahren. Außerdem dürfen Kinder bis zum vollendeten 8. Lebensjahr neuerdings auch einen neben der Fahrbahn angelegten Radweg benutzen und müssen nicht mehr zwingend auf dem Gehweg fahren.

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