Auf den Punkt

 
  • Eine Vereinswebsite steht und fällt mit ihren Inhalten und ihrem Design.
  • News zum Club, Einblicke in das Vereinsleben sowie Angebote und Leistungen sollten auf der Website schnell und einfach zugänglich sein.
  • Impressum und Informationen zum Datenschutz dürfen auf Ihrer Vereinswebsite nicht fehlen.
  • Die Website sollte im besten Fall „responsiv“ sein und auch einen barrierefreien Zugang ermöglichen.
Inhalte einer Vereinswebsite

Warum ist eine Vereinswebsite wichtig?

In einer Zeit, in der ein Großteil der Menschen das Internet regelmäßig nutzt, um sich zu informieren und zu unterhalten, können auch Vereine nicht mehr nur rein analog aufgestellt sein. Ohne eine authentische Internetpräsenz verlieren nicht nur Arbeitgeber und Organisationen nach und nach an Sichtbarkeit, sondern auch Sportvereine. Der richtige Webauftritt kann den entscheidenden Unterschied ausmachen zwischen:

  • steigenden und fallenden Mitgliederzahlen,
  • vermehrtem und ausbleibendem Sponsoreninteresse
  • und guter und schlechter Außenkommunikation.

Inhalte einer Vereinshomepage – Individuell & repräsentativ

Der wichtigste Bestandteil jeder Website sind ihre Inhalte. Fragen Sie sich also im ersten Schritt auf dem Weg zu Ihrer Webpräsenz, welche Informationen Sie online mit Mitgliedern und Außenstehenden teilen wollen und welche Kennzahlen und Daten für die Präsentation Ihres Vereins zentral sind. Je nach Ausrichtung und Ziel der Vereinshomepage, können demnach unterschiedliche Inhalte eine wichtige Rolle spielen. Geht es Ihnen etwa darum, neue Mitglieder für Ihre Arbeit zu begeistern? Dann kann es Sinn machen, eine Bildergalerie anzulegen, die einen spannenden Einblick in das Vereinsleben bietet. Haben Sie vor allem Interesse daran, Sponsoren anzusprechen? Dann sollte schnell und einfach erkenntlich sein, wie man Ihren Verein kontaktiert und wie man ihn unkompliziert unterstützen kann.

Tradition und Geschichte: Die Historie des Vereins

Nicht fehlen sollten auf einer Vereinswebsite in jedem Fall die Hintergrundinformationen zum Verein. Wann und von wem wurde der Club gegründet? Welche Mitglieder stachen in der Historie besonders heraus – und welche Erfolge haben sie gefeiert? Aus dem Blick in die Vergangenheit und ihrem Traditionsbewusstsein beziehen viele Sportvereine ihre Stärke. Dementsprechend sollte die Vereinsgeschichte auf der Website nicht versteckt, sondern als Alleinstellungsmerkmal herausgestellt werden. Hierbei können Sie sowohl mit Zeitzeugnissen und digitalisierten Bildern arbeiten als auch mit Schaubildern oder Zeitachsen, die den Werdegang des Vereins chronologisch herausarbeiten. Stellen Sie sich dabei vor allem die Frage, für welche historischen Inhalte sich Mitglieder und Externe interessieren könnten und was den Club in dieser Hinsicht besonders macht.

Angebote, Leistungen und einfache Kontaktaufnahme

Interessieren werden sich Nutzer und Nutzerinnen Ihrer Website vor allem für die Angebote und Leistungen des Vereins. Was bietet mir der Club, wenn ich Mitglied werde? Wie kann ich die Mitgliedschaft einfach und schnell abschließen und welche Kosten fallen dafür an? Informationen wie diese sollten über die Startseite schnell und einfach auffindbar sein und Interessenten, wenn technisch möglich, auch direkt an die zuständigen Stellen im Verein weiterleiten. Entweder, um dort detailliertere Auskunft zu erhalten oder um sich direkt anzumelden beziehungsweise eine Mitgliedschaft zu beantragen. Je nach Professionalisierungsgrad der Website kann dies über ein digitales Kontaktformular oder einfach über die Nennung der relevanten E-Mail-Adressen und Telefonnummern des Vereins geleistet werden.

Aktuelle Termine und Neuigkeiten aus dem Vereinsleben

Sowohl für viele Mitglieder als auch für externe Interessenten ist die Vereinswebsite in Bezug auf das, was im Club vor sich geht, die erste Anlaufstelle. Unerlässlich ist es deshalb, dass auf der Homepage zu jedem Zeitpunkt klar kommuniziert wird, was auf der Vereinsagenda steht, welche Veranstaltungen und Termine stattfinden und welche Veränderungen es im Verein in letzter Zeit gegeben hat. Diese Informationen können auf ganz unterschiedliche Art auf dem Webauftritt eingebunden werden. Wichtig ist nur, dass sie schnell und einfach ersichtlich sind. Neuigkeiten können zum Beispiel in eigens dafür vorgesehenen Beiträgen auf der Startseite geteilt, in Form eines Vereinsblogs ausgespielt oder über einen RSS-Newsfeed automatisch von den sozialen Medien auf die Webseite geladen werden.

Ein zentraler Anspruch einer Vereinswebsite ist es, neue Mitglieder zu gewinnen beziehungsweise Interessenten einen Eindruck der Vereinsarbeit zu vermitteln. Dies kann natürlich in Textform und über entsprechende Veranstaltungsberichte geschehen. Illustrativer und lebendiger sind jedoch direkte Einblicke in das Innenleben des Vereins, die sich am besten mit der Einbindung einer Fotogalerie oder über bebilderte Artikel herstellen lassen. Blogartikel zu relevanten Themen oder Neuerungen stellen ebenfalls eine hervorragende Möglichkeit dar.

Wichtig zu wissen: Wollen sie Fotos auf Ihrer Website einbinden, dann sollten Sie sich vorher gut zum Thema Copyright beziehungsweise Urheberrecht informieren. Denn grundsätzlich sind alle im Internet verfügbaren Fotos vom sogenannten Urheberrechtsschutzgesetz geschützt und dürfen nicht beliebig kopiert und für eigene Zwecke benutzt werden. Veröffentlichen Sie ein Bild auf Ihrer Website, ohne vorher die Genehmigung des jeweiligen Urhebers eingeholt zu haben, dann droht Ihnen deshalb im Ernstfall eine Schadensersatzforderung. Und auch Fotos von Vereinmitarbeitern und Vereinsmitgliedern können nicht einfach so im Netz veröffentlicht werden. Die abgebildeten Personen müssen vorher nämlich sowohl der Aufnahme des Fotos als auch seiner Veröffentlichung im Netz zugestimmt haben. Musterformulare, mit denen Sie diese Einwilligung einholen können, lassen sich meist schnell und einfach zum Download im Internet finden.

Separaten Mitgliederbereich auf der Homepage des Vereins einbauen

Egal ob Sitzungsprotokolle, Mitschriften von Sponsorentreffen oder Kontaktlisten: Manche Informationen sollten auf einer Vereinshomepage nicht öffentlich zugänglich sein. Wollen Sie Inhalte, die den Mitgliedern vorbehalten sind, trotzdem online einbinden? Das Aufsetzen eines exklusiven Mitgliederbereichs mit privaten Zugängen ist hierfür die Lösung. Private Chats, kennwortgeschützte Ordner und für bestimmte Gruppen reservierte Newsboards können in diesem separierten Bereich ebenso angelegt werden. Je komplexer der Mitgliederbereich jedoch sein soll, desto mehr technische Expertise ist notwendig.

Checkliste – Must-Haves für Ihre Vereinswebsite

Grundvoraussetzung: Datenschutz und Impressum auf der Vereinshomepage

Seit Mai 2018 schützt die sogenannte Datenschutz-Grundverordnung (DGSVO) personenbezogene Daten und soll für mehr IT-Sicherheit sorgen. Da Verstöße gegen die DSGVO mit Abmahnungen, Bußgeldern und anderweitigen Strafen belegt werden können, hat der Datenschutz auch für Vereine höchste Priorität.

Eine Vereinswebsite wird von der Öffentlichkeit wahrgenommen. Deswegen verlangen das Telemediengesetz (TMG) und der Rundfunkstaatsvertrag (RStV), dass Sie sich und Ihre Mitstreiter zu erkennen geben und damit ansprechbar sind. Dafür ist das Impressum vorgesehen, dass in jedem Fall auf der Homepage des Vereins vorhanden sein muss. Durch die Verlinkung in der Fußzeile (Footer) der Website, kann das Vereins-Impressum von allen Seiten aufgerufen werden.

Web-Design und Responsivität

Design der Vereinswebsite

Neben den konkreten Inhalten der Website sollte das Design der Vereinshomepage oberste Priorität haben. Denn beim Design geht es nicht nur um ästhetische Facetten, wie eine gelungene Einbindung des Vereinslogos oder die Auswahl eines Startseitenbanners. In Sachen Webauftritt gehören zum Design auch:

  • nutzerfreundliche Gestaltung
  • effektive Leserführung
  • Optimierung von Ladezeiten
  • Responsivität der Website

Von Anfang an sollten Sie ehrlich einschätzen, welche Designarbeit vom Verein selbst geleistet werden kann und an welchen Stellen ein externer Dienstleister hinzugezogen werden muss. Die Umsetzung eines neuen Webdesigns ist – je nach Komplexität des gewünschten Webauftritts – nur mit fachmännischer Unterstützung zu bewältigen.

Websitebesuch mit dem Smartphone: Nichts geht ohne Responsivität

Ein integraler Bestandteil einer jeden Website ist Responsivität. Das bedeutet. dass die Vereinshomepage so gestaltet sein muss, dass sie auf die Eigenschaften des jeweiligen Endgeräts mit der die Website aufgerufen wird (Handy, Laptop, Tablet) reagieren kann. Ist Ihre Vereinswebsite nicht responsiv, dann ergibt sich daraus das Problem, dass bestimmte Inhalte – je nach Endgerät – nicht richtig dargestellt werden können. Die von Ihnen gewählte inhaltliche Ordnung ist ohne responsives Webdesign womöglich nicht mehr ersichtlich und wird mitunter komplett durcheinandergebracht.

Barrierefreiheit ist auch im Netz relevant

Barrierefreiheit ist in der digitalen Welt genauso wichtig wie in der analogen.
Inklusion im Sportverein bedeutet auch, die Website und andere Internetangebote so zu gestalten, dass sie für alle Menschen zugänglich sind – unabhängig davon, ob Nutzer und Nutzerinnen im Sehen, Hören, Bewegen oder beim Verarbeiten von Informationen eingeschränkt sind. Tatsächlich ist aber genau das noch oft der Fall. Zum Beispiel dann, wenn Texte mit geringem Kontrast dargestellt werden, die Menschen mit einer Sehbehinderung nur schwer erkennen können. Oder wenn Videos für schwerhörige beziehungsweise gehörlose Menschen nutzlos sind, weil eine Untertitelfunktion fehlt.

Wichtige Aspekte, auf die Sie bezüglich der Barrierefreiheit von Webinhalten achten können, sind deshalb:

  • Schriften, Hintergründe und Kontraste: Texte auf einer Website müssen gut lesbar sein und sich deutlich vom Hintergrund abheben. Zudem sollte auch die Schriftgröße nicht zu klein angesetzt und bei der Schriftfarbe auf eine potenzielle Rot-Grün-Schwäche der Leserschaft geachtet werden.
  • Bildtexte: Bilder sollten immer mit sogenannten Alternativtexten (Alt-Text) versehen werden. Diese können von Vorlese-Anwendungen per Sprachausgabe weiterverarbeitet werden. Übrigens: Auch Alt-Texte werden von Suchmaschinen ausgewertet.
  • Einfache Sprache: Versuchen Sie, die Inhalte auf der Vereinswebseite klar zu kommunizieren und setzen Sie auf kurze Sätze, simplen Satzbau und verständliches Vokabular. Vermeiden Sie unnötige Fremdwörter und Fachtermini.
 
Websiteerstellung intern vs. extern

Vereinswebsite selbst erstellen oder beauftragen?

Sobald Sie festgelegt haben, über welchen Umfang Ihre Vereinswebsite verfügen soll, wie die grafische Ausrichtung aussehen soll und wer Inhalte erstellt und pflegt, können Sie mit der Umsetzung beginnen. An diesem Punkt haben Sie zwei Optionen:

  • 1. Intern: Ein oder mehrere Vereinsmitglieder nehmen sich der Erstellung der Webseite an.
  • 2. Extern: Sie beauftragen Profis, die sich entweder um die gesamte Erstellung kümmern oder bei einzelnen Arbeitsschritten unterstützen.

Um zu entscheiden, welcher dieser zwei Wege für Sie am besten geeignet ist, sollten Sie sich zunächst darüber im Klaren sein, was es überhaupt für die Erstellung einer Homepage für Vereine braucht: Nämlich fachliches und technisches Wissen sowie ausreichend Zeit. Oft wird der Aufwand unterschätzt, den es benötigt, um Ideen vom Papier ins Netz zu bringen.

Wenn eine Website selbst erstellt werden soll, sind gewisse fachliche Vorkenntnisse hilfreich. Aber keine Angst: Eine Internetseite zu erstellen, ist kein Hexenwerk. Diverse Tools und Anbieter vereinfachen viele Schritte über eine Art Baukastenprinzip. Die Zeiten von unverständlichem Fachjargon und Programmiersprache sind vorbei. Jedoch benötigt eine funktionale, informative Website laufend Wartung und inhaltliche Updates. Einmal eingelesen kann in der Regel auch ein interessierter Laie Blogbeiträge einpflegen oder News aktualisieren.

Bei komplizierteren Vorhaben und Feinheiten wie Anmeldeformularen oder einem Shop auf der Vereinsseite können externe Profis die bessere Wahl sein. Auch, wenn Sie vereinsintern keine Ressourcen für die Erstellung und/oder Pflege des Webauftritts haben, bietet es sich an, Externe wie Freelancer oder Internetagenturen damit zu beauftragen.

 

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