21.08.2017

Bin ich als Student bei meinen Eltern mitversichert? Darf ich nebenbei jobben? Was passiert, wenn ich fürs Studium etwas länger brauche? Diese und weitere Fragen zur Krankenversicherung für Studenten beantworten unsere Experten in diesem Rechtstipp.

Bei den Eltern mitversichert?

Viele Studierende sind bei den Eltern familienversichert. Sie müssen keinen Beitrag für ihre Krankenversicherung zahlen. Studierende können aber nur bis zum 25. Lebensjahr in der Familienversicherung bleiben, danach müssen sie sich selbst versichern. Durch den freiwilligen Wehrdienst, den Bundesfreiwilligendienst oder einen anderen anerkannten Freiwilligendienst verschiebt sich die Altersgrenze um maximal 12 Monate. Wenn der besser verdienende Elternteil oder gar beide Elternteile privat krankenversichert sind, ist eine Familienversicherung für Studierende in der Regel nicht möglich.

Arbeiten ist erlaubt

Wer in der Familienversicherung ist, darf hinzuverdienen, aber nur begrenzt: Das monatliche Einkommen darf 425 Euro beziehungsweise bei einem Minijob 450 Euro nicht übersteigen. Falls Studierende selbst krankenversichert sind, dürfen sie in der Regel nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten. Ist die Beschäftigung von vornherein auf maximal zwei Monate befristet oder auf die Semesterferien begrenzt, gilt diese Stundenbegrenzung nicht. Die Höhe des Verdienstes spielt in beiden Fällen keine Rolle.

Gesetzliche studentische Krankenversicherung

Ist eine Familienversicherung nicht möglich, können sich Studierende bei einer gesetzlichen studentischen Krankenkasse versichern. Der Beitrag ist bei allen Krankenkassen einheitlich. Er beträgt monatlich 66,33 Euro und 16,55 Euro für die Pflegeversicherung. Kinderlose ab 23 Jahren zahlen einen höheren Beitrag in die Pflegeversicherung, nämlich 18,17 Euro. Dazu kommt dann noch der je nach gewählter Kasse individuelle Zusatzbeitrag.

Günstige Beiträge sind zeitlich begrenzt

Von den niedrigen Beiträgen profitieren Studierende bis zum 14. Semester oder bis zum 30. Lebensjahr. Ist das Studium dann noch nicht beendet, können sie sich innerhalb von drei Monaten freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versichern. Diese Frist ist wichtig. Ist sie verstrichen, kommt nur noch eine private Krankenversicherung in Betracht. Studierende, die sich für die freiwillige gesetzliche Versicherung entscheiden, erhalten den Übergangstarif für Studierende in der Studienabschlussphase. Gewährt wird dieser Tarif maximal sechs Monate. 101,35 Euro kostet die Krankenversicherung, die Pflegeversicherung für Kinderlose 27,77 Euro und für alle anderen 25,29 Euro. Bedingung: Das monatliche Einkommen darf 991,67 Euro nicht überschreiten. Dazu kommt auch hier der Zusatzbeitrag der gewählten Krankenversicherung.

Lange studieren kostet mehr

Alle die älter sind oder länger studieren, können sich anschließend "normal" freiwillig gesetzlich oder privat versichern. Bei der freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung liegt der Mindestbetrag derzeit bei 148,75 Euro. Dazu kommt noch der Betrag für die Pflegeversicherung.

Studententarif bis zum 34. Lebensjahr

In der privaten Krankenversicherung besteht zum Beispiel keine Möglichkeit, Kinder von Studierenden beitragsfrei mit abzusichern. Im Vergleich zur gesetzlichen Krankenversicherung übernehmen private Versicherungen jedoch unter Umständen Kosten für Arzneimittel in höherem Umfang als die gesetzliche Krankenversicherung. Oder sie beteiligen sich an den Kosten von Brillen und Kontaktlinsen. Anders als die gesetzliche Krankenversicherung gilt die private Krankenversicherung für Studierende im Studententarif bis zum 34. Lebensjahr unabhängig von der Anzahl der Semester.

Das passende Gerichtsurteil

Wie lange können sich Studenten günstig krankenversichern?

Die Versicherungspflicht als Student in der gesetzlichen Krankenversicherung endet auch im Fall des nahtlosen Vorliegens sogenannter Hinderungsgründe (Erkrankung, Behinderung) spätestens mit dem 37. Lebensjahr. Die Krankenversicherungspflicht als Student über den Zeitpunkt der Vollendung des 30. Lebensjahres hinaus kommt nur in Frage, wenn Hinderungsgründe für die Überschreitung dieser Altersgrenze ursächlich gewesen sind. Liegen solche Gründe vor und bestehen sie über den Zeitpunkt der Vollendung des 30. Lebensjahres hinaus nahtlos fort, verlängerten sie gleichwohl die Versicherungspflicht nicht zeitlich unbegrenzt. Vielmehr hat sich das Fortdauern des kostengünstigen Versicherungsschutzes als Student an dem maximalen Zeitrahmen zu orientieren, den das Gesetz für das nicht verzögerte Erreichen eines Studienabschlusses akzeptiere. Das sind in der Regel 14 Fachsemester, mithin sieben Jahre. Die Höchstdauer der Versicherungspflicht als Student reicht daher längstens bis zur Vollendung des 37. Lebensjahres, erklären ARAG Experten (BSG, Az.: B 12 KR 17/12).

Paragraphen

Weitere interessante Themen für Studenten

Die wichtigsten Versicherungen für Studenten

Von Berufsunfähigkeit bis Verkehrs-Rechtsschutz: Informieren Sie sich über Versicherungen für Studenten.

Auf in die erste eigene Wohnung

Von Einwohnermeldeamt bis zur neuen Vermieterbescheinigung: Wer umzieht, hat auch eine Menge Papierkram zu erledigen. Alles zu den Formalitäten beim Umzug.

Alternative zum Studium: Ausbildung bei der ARAG

Ausbildung ARAG Düsseldorf

Wir bieten Ihnen Ausbildungsplätze in einem abwechslungsreichen Umfeld. Alles zu Ihren Möglichkeiten in Düsseldorf und München.

Cookies auf ARAG.DE

Wir verwenden verschiedene Arten von Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Details und Widerspruchsmöglichkeiten finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.

Hier finden Sie das Impressum.

Vielen Dank für Ihr Vertrauen.

Den Link zu unseren Datenschutzhinweisen finden Sie
jeweils am Ende jeder Seite (im Footer-Bereich).