07.11.2018

Die goldene Herbstzeit bringt viel Freude mit sich; doch farbiges Laub, glänzende Kastanien und „gemütliches“ Wetter bergen auch Gefahren in sich. Gerade im Straßenverkehr heißt es während der Herbstzeit „Aufpassen!“. Die ARAG Experten über herbstliche Schadenfälle und deren rechtliche Folgen.

Nasses Laub – gefährlich wie Glatteis

Der Herbst hat seine Tücken – besonders für Autofahrer. Das vielfach auf den Straßen liegende Laub verbindet sich mit Nässe zu einer rutschigen Seifenschicht. Wer auf feuchtem Herbstlaub eine Vollbremsung einleiten muss, landet schnell im Graben oder im vorausfahrenden Fahrzeug. ARAG Experten raten also dringend dazu, auch den Sicherheitsabstand im Herbst so groß wie möglich zu halten und vorausschauend zu fahren.

Sankt Martin: Vorsicht Laternenumzug!

Der Martinstag am 11. November ist der Gedenktag des heiligen Martin von Tours. Das Datum ist von Martins Grablegung am 11. November 397 abgeleitet. Er ist einer der bekanntesten Heiligen der katholischen Kirche und wird auch in der orthodoxen, anglikanischen sowie der evangelischen Kirche verehrt. Der Martinstag ist in Mitteleuropa von zahlreichen Bräuchen geprägt, darunter das Martinsgansessen, das Martinssingen und natürlich die Sankt-Martin-Umzüge. Letztere sind besonders bei Kindern sehr beliebt.

Mit der selbstgebastelten Laterne geht es von Haustür zu Haustür, um ein paar Süßigkeiten oder Obst zu ersingen. Damit den Kleinen aber bei ihren Zügen durch die Straßen nichts passiert, sollten Autofahrer vor allem in dicht besiedelten Wohngebieten in den nächsten Tagen vorsichtig fahren – zumal der Herbst an sich schon viele Gefahren mit sich bringt. Eine frühe Dämmerung, Nebel oder auch Regen erschweren laut ARAG Experten die Sicht und fordern von den Verkehrsteilnehmern hohe Konzentration.

Wer muss fegen?

Ist das schöne Herbstlaub einmal von den Bäumen gefallen, kann es sich auf Gehwegen schnell in eine rutschige Masse verwandeln. Wem diese zum Verhängnis wird, der muss sich an den so genannten „Räumpflichtigen“ wenden. Dieser, meist die Kommune, muss Gehwege von dem Laub befreien und kommt für die Folgekosten einer solchen Verletzung auf.

Häufig wird diese Verpflichtung allerdings auf Hauseigentümer übertragen und von dort auf die Mieter abgeschoben. Sollten Sie in Ihrem Mietvertrag eine solche Klausel finden, ist es ratsam, sich daran zu halten, denn die aus einem solchen Sturz entstehenden Kosten können teuer werden.

Achtung, Wildwechsel!

Im Herbst kommt es während der Brunft zu einem verstärkten Wildwechsel. Und der kann bei schlechten Sichtverhältnissen zu einer großen Gefahr werden! Falls am Straßenrand ein Tier auftaucht, sollten Autofahrer besonders vorsichtig sein.

Konkret bedeutet dies: Abbremsen, eventuell hupen und Fernlicht ausschalten. Sollte es dennoch zum Unfall kommen, ist es am besten, sofort die Polizei zu kontaktieren, die dann wiederum den zuständigen Förster informiert. Falls das verletzte Tier geflüchtet ist, sollte sich der betroffene Verkehrsteilnehmer von den Ordnungshütern eine sogenannte Wildbescheinigung zur Vorlage bei der Versicherung ausstellen lassen.

Im Falle einer Vollkaskoversicherung kommt diese in der Regel für den gesamten Schaden auf. Auch bei einer Teilkaskoversicherung sind laut ARAG Experten Schäden mitversichert, die der Versicherungsnehmer durch einen Zusammenstoß mit Haarwild (z. B. Hirsch, Reh etc.) erleidet.

Das OLG Koblenz hat entschieden, dass der Schaden u. U. auch dann durch die Teilkasko zu erstatten ist, wenn es gar nicht zum Zusammenstoß mit einem Haarwild gekommen ist. Entscheidend ist, dass der Fahrer dem Tier ausweichen wollte (OLG Koblenz, Az.: 10 U 1415/05). Bei kleineren Tieren wie z. B. Hasen besteht in diesem Fall laut einer Entscheidung des Bundesgerichtshofes jedoch keine Einstandspflicht der Teilkasko. Da der Schaden nur gering ist, wenn man ein kleines Tier überfährt, sollte man diesem aus Versicherungssicht nicht ausweichen (BGH, Az.: IV ZR 321/95).

Schon Sturm oder erst Wind?

Für alle Sturmschäden spielt die Windstärke eine wichtige Rolle, denn meist erst ab Windstärke 8 ist zum Beispiel die Gebäudeversicherung für Schäden am Haus zuständig. Auch in der Teilkaskoversicherung gilt oftmals die Regelung: erst ab 8 Windstärken ist ein Sturm ein Sturm und dadurch verursachte Schäden werden von der Versicherung übernommen. Um die Kostenübernahme zu ermöglichen, raten die ARAG Experten nicht nur dazu Sturmschäden sorgsam und umgehend zu dokumentieren, sondern auch Schadensbegrenzung zu betreiben. Andernfalls könnte sonst die Bitte um Versicherungsschutz – teilweise – abgeschlagen werden.

Wer zahlt bei Sturmschäden am Auto?

Abgebrochene Äste oder Baumfrüchte können auf parkende Autos fallen und für unschöne Dellen im Blech sorgen. Wer zahlt für die Schäden?

Schäden, die durch Äste von Bäumen an öffentlichen Straßen entstanden sind, übernimmt die Gemeinde. Allerdings nur dann, wenn der fragliche Baum nicht gepflegt wurde. Kommunen haben nämlich die Pflicht, Bäume zweimal im Jahr auf deren Gesundheitszustand zu überprüfen. Sollte der Ast von einem kranken Baum gefallen sein, hat der Baumeigentümer folglich seine Verkehrssicherungspflicht missachtet und muss zahlen.

Ansonsten zählen Schäden durch gesunde abgebrochene Äste zum „naturgegebenen Lebensrisiko“ und werden nicht übernommen. Dies gilt auch für schädigende Baumfrüchte aller Art. Die Kommunen sind weder verpflichtet Warnschilder aufzustellen, noch für Schäden durch fallende Kastanien oder Eicheln aufzukommen.

Sturmschäden von der Steuer absetzbar

Sturmschäden in Haus oder Garten beseitigen muss, kann Kosten für Dienstleister wie Handwerker bis zu einem gewissen Betrag von der Steuer absetzen. Wir verraten, wie das geht.

Wenn der Baum aufs Haus fällt

Was ist, wenn ein Baum das Haus des Nachbarn beschädigt? Unser ARAG Rechtsexperte Tobias Klingelhöfer beantwortet die wichtigsten fünf Fragen zu diesem Thema.

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