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03.11.2017

Die Blutspende, wie wir sie heute kennen, etablierte sich vor etwa 100 Jahren. Die Grundlage war die Entdeckung der Blutgruppen durch den österreichischen Pathologen Karl Landsteiner im Jahr 1900. Als er 30 Jahre später dafür den Nobelpreis für Medizin bekam, wurde seine Entdeckung schon munter genutzt. Um heute eine flächendeckende Versorgung mit Blutkonserven sicherzustellen, ist es wichtig, dass der gesunde Teil der Bevölkerung aus Solidarität regelmäßig ein wenig roten Lebenssaft spendet. Wer dafür in Frage kommt, sagen ARAG Experten.

Wer darf wie oft Blut spenden?

Grundsätzlich darf in Deutschland jeder gesunde Erwachsene zwischen 18 und 69 Jahren mit einem Mindestkörpergewicht von 50 kg Blut spenden. Frauen dürfen viermal, Männer sogar sechsmal jährlich zur Spende, wobei zwischen den Terminen mindestens acht Wochen liegen müssen. Zur Spende muss man nichts als den Personalausweis und etwas Zeit mitbringen. Vorher sollte man gut gegessen und vor allem getrunken haben. Eine Spende beläuft sich auf 500 Milliliter Vollblut – das schadet dem eigenen Körper nicht, der das fehlende Blut rasch nachbildet.

Wo werden Blutkonserven gebraucht?

In Deutschland sind etwa 33 Prozent der Bevölkerung theoretisch dazu in der Lage, Blut zu spenden. Tatsächlich tun es aber nur etwa drei Prozent. Das ist auf Dauer zu wenig, um die Gesamtbevölkerung mit Blutprodukten zu versorgen. Schließlich sind viele Menschen einmal in ihrem Leben auf Spenderblut oder Blutprodukte angewiesen. Etwa sechs Prozent der Bevölkerung sind laut dem Deutschen Roten Kreuz als Dauerspender notwendig, um die Versorgung langfristig zu sichern.

90 Prozent aller Blutkonserven werden in der Notfallmedizin und der Unfallchirurgie verbraucht. Diese Eingriffe kann man weder planen noch verschieben – deshalb müssen hier jederzeit ausreichend Reserven vorhanden sein.

Dürfen Homosexuelle Blut spenden?

Wegen der Gefahr, Blutkonserven mit HIV zu infizieren, durften homosexuelle Männer bisher kein Blut spenden. Die Bundesärztekammer (BÄK) präsentierte nun aber eine neue Richtlinie, die es Homosexuellen künftig erlaubt, Blut zu spenden. Männer, die gleichgeschlechtlichen Sex haben, müssen demnach zwölf Monate enthaltsam sein, bevor sie Blut spenden dürfen. Verbände kritisieren die neue Richtlinie als unzureichend. Laut ARAG Experten gilt es also abzuwarten, ob die BÄK nachbessert.

Blutspende – tabu mit Tattoo?

Fußballstar Christiano Ronaldo lässt sich im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen nach eigener Auskunft nicht tätowieren, weil er überzeugter Blutspender ist. Dass ihm das Spenden von Blut verwehrt würde, wenn er ein Tattoo bekommt, ist aber eine Fehleinschätzung.

Nach Tätowierungen muss laut ARAG Experten lediglich eine Wartezeit von vier Monaten eingehalten werden, ehe man wieder zur Blutspende zugelassen wird. Dieselbe Frist gilt auch für Ohrlöcher, Piercings oder Brandings. Der Grund dafür ist, dass eine eventuelle Infektion mit Hepatitis oder HIV während einer Tattoo- oder Piercing-Sitzung erst nach einer gewissen Zeit im Blut nachgewiesen werden kann. Da die Übertragung durch infektiöse Blutprodukte mit allen Mitteln vermieden werden muss, ist diese Sperrfrist zum Schutz der Blutempfänger notwendig.

Nach dem Urlaub zur Blutspende?

Es gibt einige Reiseziele, in denen ein gewisses Risiko für eine Virusinfektion besteht Daher werden Spender, die sich dort aufgehalten haben, für eine gewisse Zeit vom Blutspenden zurückgestellt. Reiseziele, die am häufigsten zu einer Sperre für die Blutspende führen, sind…

Ein Monat
Sechs Monate
Bulgarien Bali
(Indonesien)
Dubai China (gilt für Guangxi und den Süden von Yunnan, ansonsten keine Sperrzeit)
Griechenland (bis zu vier Wochen) Dominikanische Republik (bis zu sechs Monate)
Israel Indien (bis zu sechs Monate)
Italien (Verona, Mailand, Ferrara, ges. Gebiet Emilia Romagna, Turin, Rimini, Novara, Vicenza, Parma, Modena, Bologna, Ravenna, Sizilien/Trapani)
Kenia (bis zu sechs Monate)
Kanada bei Reisen zwischen Juni und November Mexiko (bis zu sechs Monate)
Malediven Südafrika (bis zu sechs Monate)
Mauritius Thailand (bis zu sechs Monate)
Österreich (Wien)
Rumänien
Russland (Lipezk, Woronesh, Samara, Saratow, Wolgogard, Rostow, Krasnodar, Astrachan)
Serbien
Seychellen
Spanien (Sevilla)
Syrien
Türkei (Izmir, Manisa)
Tunesien
Ungarn
USA (bis zu vier Wochen bei Reisen zwischen Juni und November)
Zypern