26.02.2019

Der Bedarf an lebensrettenden Blutspenden ist ungebrochen hoch: Laut Deutscher Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie (DGTI) werden in Deutschland täglich 14.000 Blutspenden benötigt. Um heute eine flächendeckende Versorgung mit Blutkonserven sicherzustellen, ist es wichtig, dass der gesunde Teil der Bevölkerung aus Solidarität regelmäßig ein wenig roten Lebenssaft spendet. Wir sagen Ihnen, wer dafür in Frage kommt.

Wer darf wie oft Blut spenden?

Grundsätzlich darf in Deutschland jeder gesunde Erwachsene zwischen dem 18. und 68. Geburtstag mit einem Mindestkörpergewicht von 50 kg Blut spenden. Nach vorheriger ärztlicher Zulassung ist das Spenden sogar bis zum 73. Geburtstag möglich.

Frauen dürfen viermal, Männer sogar sechsmal jährlich zur Spende, wobei zwischen den Terminen mindestens acht Wochen liegen müssen. Zur Spende muss man nichts als den Personalausweis und etwas Zeit mitbringen. Vorher sollte man gut gegessen und vor allem getrunken haben. Eine Spende beläuft sich auf 500 Milliliter Vollblut – das schadet dem eigenen Körper nicht, der das fehlende Blut rasch nachbildet.

Wo werden Blutkonserven gebraucht?

In Deutschland sind etwa 33 Prozent der Bevölkerung theoretisch dazu in der Lage, Blut zu spenden. Tatsächlich tun es aber nur etwa drei Prozent. Das ist auf Dauer zu wenig, um die Gesamtbevölkerung mit Blutprodukten zu versorgen. Schließlich sind viele Menschen einmal in ihrem Leben auf Spenderblut oder Blutprodukte angewiesen. Etwa sechs Prozent der Bevölkerung sind laut dem Deutschen Roten Kreuz als Dauerspender notwendig, um die Versorgung langfristig zu sichern.

90 Prozent aller Blutkonserven werden in der Notfallmedizin und der Unfallchirurgie verbraucht. Diese Eingriffe kann man weder planen noch verschieben – deshalb müssen hier jederzeit ausreichend Reserven vorhanden sein.

Dürfen Homosexuelle Blut spenden?

Wegen der Gefahr, Blutkonserven mit HIV zu infizieren, durften homosexuelle Männer bis vor wenigen Jahren kein Blut spenden. Die Bundesärztekammer (BÄK) präsentierte 2016 aber eine neue Richtlinie, die es Homosexuellen inzwischen grundsätzlich erlaubt, Blut zu spenden. Männer, die gleichgeschlechtlichen Sex haben, müssen demnach allerdings zwölf Monate enthaltsam sein, bevor sie Blut spenden dürfen.

Blutspende – tabu mit Tattoo?

Fußballstar Christiano Ronaldo lässt sich im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen nach eigener Auskunft nicht tätowieren, weil er überzeugter Blutspender ist. Dass ihm das Spenden von Blut verwehrt würde, wenn er ein Tattoo bekommt, ist aber eine Fehleinschätzung.

Nach Tätowierungen muss lediglich eine Wartezeit von vier Monaten eingehalten werden, ehe man wieder zur Blutspende zugelassen wird. Dieselbe Frist gilt auch für Ohrlöcher, Piercings oder Brandings. Der Grund dafür ist, dass eine eventuelle Infektion mit Hepatitis oder HIV während einer Tattoo- oder Piercing-Sitzung erst nach einer gewissen Zeit im Blut nachgewiesen werden kann. Da die Übertragung durch infektiöse Blutprodukte mit allen Mitteln vermieden werden muss, ist diese Sperrfrist zum Schutz der Blutempfänger notwendig.

Gut zu wissen

Blutspender sind gesetzlich unfallversichert

Um die Blutspender zu schützen und ihr Engagement zu honorieren, stehen sie unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Der Schutz des Spenders und die Sicherheit des Empfängers stehen für Blutspendedienste an erster Stelle.

Um Ansteckungen auszuschließen, wird bei jedem Spendevorgang steriles Einwegmaterial verwendet. Das Risiko vor einer Infektion ist also verschwindend gering. Sollte dennoch etwas passieren, sei es durch eine Infektion oder durch einen Sturz aufgrund von Kreislaufproblemen, sind Blutspender gesetzlich unfallversichert. Sogar der direkte Weg zur Spende und wieder nach Hause sind versichert.

Wichtig ist, dass Betroffene den Blutspendedienst über den Unfall informieren, der diese Meldung wiederum an die gesetzliche Unfallversicherung weitergibt. Die Versicherung kommt dann für alle Behandlungskosten auf, die mit dem konkreten Unfall in Zusammenhang stehen.

Werden Rehamaßnahmen nötig, sind auch diese abgesichert. Zudem hat der Blutspender während der Dauer der medizinischen Reha sogar Anspruch auf Verletztengeld, wenn er durch den Unfall arbeitsunfähig ist.

Nach dem Urlaub zur Blutspende?

Es gibt einige Reiseziele, in denen ein gewisses Risiko für eine Virusinfektion besteht. Daher werden Spender, die sich dort aufgehalten haben, für eine gewisse Zeit vom Blutspenden zurückgestellt. Reiseziele, die am häufigsten zu einer Sperre für die Blutspende führen können, sind…

Ein Monat
Sechs Monate
Bulgarien * Indonesien **
Griechenland * China **
Israel * Dominikanische Republik **
Italien * Indien **
Kanada * Kenia **
Malediven Mexiko **
Mauritius Südafrika **
Österreich * Thailand **
Rumänien Türkei ***
Russland *
Serbien *
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Spanien *
Tunesien
Ungarn
USA *
Zypern