22.10.2020

Drachen steigen lassen – das ist eins der Dinge, die jetzt im Herbst richtig Spaß machen. Einen Drachen selber zu bauen ist ein herrliches Vergnügen für Eltern und Kinder. Wie es richtig geht und was man beim Steigenlassen beachten muss, sagen Ihnen unsere Experten.

Das sollten Sie zu Lenkdrachen wissen

Was sind Lenkdrachen?
Als Lenkdrachen werden die Drachen bezeichnet, die sich mit mindestens zwei Leinen steuern lassen. Es gibt sie in verschiedenen Ausführungen; für Einsteiger eignen sich die sogenannten Zweileiner. Zieht man an der linken Leine, fliegen sie eine Linkskurve. Zieht man rechts, fliegen sie nach rechts. Für Fortgeschrittene gibt es die sogenannten Stuntkites – das sind besondere Trickdrachen – und sogenannte Speed- und Powerkites – sehr schnelle und zugstarke Drachen. Beliebte Einsteigermodelle sind die Allrounder. Powerkites sind eher nichts für Kinder. Sie entwickeln bei stärkerem Wind erhebliche Zugkräfte. Das gleiche gilt für sogenannte Lenkmatten, das sind Drachen ohne Gestell, die alleine durch den Luftstrom ihre Form halten. Sie sind allerdings etwas robuster, da kein Gestänge vorhanden ist, das bei einem Absturz brechen kann.

Der erste Lenkdrachen
Wenn Sie das Lenkdrachenfliegen ausprobieren wollen, sollten Sie Ihr Einsteigermodell nicht beim Discounter oder von fachfremden Internetangeboten beziehen. Suchen Sie sich ein Fachgeschäft, in dem es eine kompetente Kaufberatung gibt. Ob Zweileiner oder Lenkmatte – wählen Sie Ihr Einsteigermodell nicht zu groß. Für das Erlernen der Grundfertigkeiten eignen sich Modelle, die auch bei geringem Wind gute Flugeigenschaften aufweisen. Der Fachhändler weiß, welcher Drachen bei welcher Windstärke gut zu fliegen und zu lenken ist. Eine gute und ausführliche Gebrauchsanleitung ist bei der Kaufentscheidung durchaus ein gewichtiges Argument, so ARAG Experten. Zwar ist das Lenken nicht wirklich schwierig, aber der Aufbau und die Wahl des geeigneten Fluggeländes oder das sachgerechte Aufwickeln der Schnüre birgt einige Kniffe, die der Anfänger wissen sollte.

So einfach ist der Drachenbau. Eine Anleitung

Obwohl man aus Drachenbau und -flug eine wahre Wissenschaft und Kunst machen kann, ist der Einstieg gar nicht so schwierig. Ein Papierdrachen ist schnell und für wenig Geld gebaut. Größere Kids kriegen so einen einfachen Drachen durchaus alleine hin, so dass Eltern und Kinder jeweils einen eigenen bauen können.

  • Das Gerüst macht man aus zwei möglichst leichten Leisten oder Rundstäben, die man zu einem Kreuz zusammenbindet. Das Verhältnis von Breite zu Höhe sollte dabei etwa 4:5 sein; ein 80 Zentimeter breiter Drachen wird dann also 100 Zentimeter lang. Der Querstab wird dabei etwa auf 4/5 der Länge des Längsstabes befestigt. Außen herum führt man eine Verspannung aus etwas dickerer aber möglichst leichter Schnur, damit das Papier nicht zerschnitten wird. Damit hat man bereits die äußeren Umrisse des Himmelsstürmers. Besonders wichtig ist die Symmetrie des Drachens, damit er sich leicht ausbalancieren lässt.
  • Die Waagschnur sollte etwa anderthalbmal so lang sein wie der Drachen hoch ist. Achtung: Die Zugabe für die Knoten nicht unterschätzen. Die Schnur wird oben und unten am Längsstab angeknotet, nachdem man einen kleinen (Schlüssel-)Ring eingeknotet hat. Das gute Ausbalancieren ist dabei wichtig.
  • Das Kreuz mit der Verspannung nimmt man auch gleich als Schablone für die Papierbespannung. Man legt es einfach auf den Bogen Papier und schneidet mit einer kleinen Zugabe zum Verkleben rundherum. Dann schlägt man den Überstand um die Schnur der Verspannung (Ecken dabei einschneiden!) und klebt ihn fest.
  • Grob ausbalanciert wird der Drachen nun, indem man den Ring in der Waagschnur so verschiebt, dass der Drachen daran im Gleichgewicht hängt. Die Feineinstellung nimmt man bei den ersten Flugversuchen vor.
  • Unten bindet man einen Drachenschwanz an, der aus einer Schnur mit eingeknoteten Papierstreifen oder aus einem Band besteht. An die Drachenschnur knüpft man einen kleinen Karabinerhaken, am besten einen mit Wirbel, mit dem man sie am Ring in der Waagschnur einhängen kann. Der Schwanz hilft, den Drachen beim Flug zu stabilisieren.

Vorsicht vor Hochspannungsleitungen

Drachensteigen in der Nähe von Bahngleisen oder Hochspannungsleitungen ist gefährlich und auch verboten, so die ARAG Experten. In einem konkreten Fall ließen zwei Jungs im Stadtgebiet von Hildesheim ihren Drachen steigen. Dabei befanden sich die Kinder im Alter von sieben und neun Jahren in akuter Lebensgefahr. Denn in der Nähe verläuft eine elektrifizierte Bahnstrecke. Die Oberleitung führt eine Spannung von 15.000 Volt. Ein aufmerksamer Bahnmitarbeiter hatte die Jungs bemerkt und über die Notfallleitstelle sofort eine Stromabschaltung veranlasst. Die Bahnpolizei brachte die Dreikäsehochs nach Hause und ermahnte die Eltern. Durch die 10-minütige Stromabschaltung an der Bahnstrecke verspätete sich lediglich ein Zug. Dennoch können unter Umständen erhebliche Schadensersatzansprüche entstehen, so die ARAG Experten.

Achtung, Wildtiere!

Auf landwirtschaftlichen Nutzflächen benötigen Sie die Genehmigung des Landwirtes und meiden Sie bitte Naturschutzgebiete. Drachen können die dort lebenden und geschützten Tiere in ihren Nist-, Brut-, Wohn- und Zufluchtsstätten stören.

Keine Drachen in der Nähe von Flughäfen

Verboten ist auch das Steigenlassen von Drachen in unmittelbarer Nähe zu Flugplätzen. Das Verbot gilt für den Profilenkdrachen ebenso wie für den selbstgebastelten Kinderdrachen! Die Luftverkehrsordnung (LuftVO) nennt insoweit einen konkreten Abstand von 1,5 Kilometern von der Begrenzung des Flugplatzes. Wer dagegen verstößt, handelt ordnungswidrig und muss mit einem Bußgeld rechnen. Auch gut zu wissen: Das Luftverkehrsrecht erlaubt nur Drachen mit einer Schnur von weniger als 100 Metern Länge. Wer seinen Drachen mit einer längeren Schnur versehen will, muss eine Erlaubnis der zuständigen Stellen einholen.

Sicherheit und der richtige Spot

Unangemessenes Verhalten auf dem Flugfeld birgt ernste Gefahren. Wählen Sie Ihren Startplatz mit Bedacht.

  • Fliegen Sie mit Ihrem Drachen nicht über Personen!
  • Fliegen Sie nicht über parkenden Fahrzeugen oder Straßen und Radwegen!
  • Fliegen Sie nicht in der Nähe von Hochspannungsleitungen!
  • Beachten Sie die Sicherheitszone um Flughäfen und Sportflugplätze!
  • Fliegen Sie nicht mit Leinen, die länger als 100 Meter sind!
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