05.10.2017

Pilze haben derzeit Hochsaison. Auf Wiesen und Waldböden kann man sie finden; aber auch auf Wochenmärkten und im Lebensmittelhandel werden sie angeboten. Weltweit gibt es unzählige Arten von Großpilzen, doch nur ein Bruchteil gehört zu den begehrten Speisepilzen. Leider haben viele von ihnen auch giftige Doppelgänger. Was es beim Sammeln der Pilze zu beachten gilt, sagen ARAG Experten.

Aktuell!

Eine Vielzahl der heimischen Pilze in Wald und Flur sind ungenießbar oder sogar giftig! Wer sich nicht auskennt, sollte daher lieber Pilze auf dem Markt oder im Laden kaufen. Eine Garantie für ungetrübten Pilzgenuss ist das allerdings nicht, wie ein aktueller Vorfall zeigt. Ein Obst- und Gemüsehändler soll auf einem Krefelder Flohmarkt giftige oder verdorbene Pilze verkauft haben. Die Stadt hat eine Verzehrwarnung herausgegeben. Gegen den Händler ermitteln die Behörden.

Unsere Tipps für Pilzsammler

  • In den Korb – und später in den Kochtopf – gehören nur die Pilze, die man genau kennt!
  • Gute Bücher zur Pilzbestimmung können wichtige Helfer sein. Besser ist eine erfahrene Begleitung! Nehmen Sie keinen Pilz mit, der auch nur in einem Punkt von der Beschreibung im Pilzführer abweicht.
  • Nur junge und festfleischige Pilze mitnehmen! Alte, matschige und gefrorene Pilze können Gifte ausbilden und sollten daher nicht gegessen werden.
  • Die Pilzfunde am besten in einem Stoffbeutel oder in einem luftdurchlässigen Korb sammeln. Werden sie luftdicht verpackt, verderben sie schnell und sind dann nicht mehr genießbar.

Wie viele Pilze darf man sammeln?

Sammler riskieren mancherorts ein saftiges Bußgeld, weil sie zu große Mengen sammeln oder in Gebieten nach Pilzen suchen, in denen besondere Verbote gelten. In Naturschutzgebieten und im besonders bei Pilzkennern beliebten Nationalpark Eifel ist das Sammeln generell verboten.

Viele beliebte Speisepilze zählen laut Bundes-Artenschutz-Verordnung zu den besonders geschützten Arten. Das Bundesnaturschutzgesetz verbietet, diese "abzuschneiden, abzupflücken, aus- oder abzureißen, auszugraben, zu beschädigen oder zu vernichten". Es gibt aber eine Ausnahmegenehmigung beispielsweise für Steinpilze, Pfifferlinge, Brätlinge, Birkenpilze, Rotkappen oder Morcheln. Diese darf man in geringer Menge für den eigenen Bedarf sammeln – also bis zu zwei Kilogramm pro Pilzsucher und Tag. Tabu sind Naturschutzgebiete und Nationalparks.

Gut zu wissen

Wer sich unsicher bei der Bestimmung seiner gesammelten Pilze ist, kann und sollte sich helfen lassen. In vielen Landkreisen und Städten wird in der Pilzsaison eine Beratung angeboten, bei der sich Pilzsammler von Experten beraten lassen können. Der Service ist fast immer kostenlos.

Bei der Deutschen Gesellschaft für Mykologie findet man zahlreiche Pilzsachverständige.

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