13.05.2019

Fast elf Millionen Tonnen Lebensmittel werden jedes Jahr von Industrie, Handel, Großverbrauchern und Privathaushalten entsorgt. Ihr Wert liegt bei rund 21 Milliarden Euro. Längst fordern nicht nur die Aktivisten der Food Waste Bewegung, Supermarktketten zum Spenden ihrer Überschüsse zu verpflichten. Doch weder der Handel noch die Lebensmittelindustrie machen den Großteil der Lebensmittelverschwendung aus. 61 Prozent der weggeworfenen Lebensmittel stammen aus Privathaushalten. Nach Expertenschätzungen wäre fast die Hälfte der Lebensmittelabfälle in deutschen Haushalten vermeidbar. Weitere 18 Prozent wären demnach teilweise vermeidbar. ARAG Experten geben daher ein paar einfache Tipps, wie man mit Sinn und Verstand einkauft, Lebensmittel gezielt verbraucht und so auch noch eine Menge Haushaltsgeld übrig behält.

Richtig einkaufen

Damit fängt es an! Wer schon vor und beim Einkauf darauf achtet, nichts Unnötiges in den Korb zu legen, braucht zu Hause auch keine Lebensmittel zu entsorgen.

  • Überprüfen Sie vor dem Einkauf den Inhalt von Kühlschrank, Speisekammer und Co., damit nichts doppelt lagert und verdirbt.
  • Schreiben Sie einen Einkaufszettel und kaufen Sie nichts spontan oder ungeplant.
  • Lassen Sie sich im Supermarkt nicht von Sonderangeboten verführen.
  • Großpackungen sind nur preiswerter, wenn man zu Hause nicht die Hälfte wegschmeißt; ansonsten kleine Packung wählen.

Haltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum

Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Verfallsdatum. Die meisten Lebensmittel können auch nach dem Ablauf noch ohne weiteres gegessen werden. Anderes gilt nur für das Verbrauchsdatum leicht verderblicher Lebensmittel.

  • Prüfen Sie das Lebensmittel mit Ihren Sinnen: Sieht es normal aus? Riecht und schmeckt es gut? Dann kann es in der Regel auch nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum verzehrt werden.
  • Bei Verfärbungen, Schimmelbildung, Geruchsveränderung oder Gasbildung sollten Sie Lebensmittel wegwerfen.
  • Bei leicht verderblichen Lebensmitteln wie Fleisch oder Fisch muss das Verbrauchsdatum eingehalten werden, weil sich Keime und Bakterien schnell vermehren können.
  • Kaufen Sie empfindliche Produkte nicht auf Vorrat.

Reste verwerten

Weitere Tipps, um Lebensmittel vor dem Mülleimer zu retten, finden Sie im Koch- und Nachschlagebuch „Kreative Resteküche“ der Verbraucherzentrale. Dieses ist einfach im Internet zu bestellen und kann echt helfen, bares Geld zu sparen.

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