14.10.2020

Ein Unfall passiert! Sie greifen zum Handy und wählen 112 – schon ist Hilfe unterwegs. Doch kennen Sie auch die Unterschiede zwischen Krankenwagen, Rettungswagen und Notarzt. ARAG Experten sorgen für Durchblick!

Wer hat den Notruf erfunden?

Am 3. Mai 1969 wird der kleine Björn eine Woche vor seinem neunten Geburtstag auf dem Nachhauseweg vom Schwimmbad von einem Auto angefahren. Handys gibt es nicht und auch keine zentrale Notrufnummer. Es dauert weit über eine Stunde, bis der Krankenwagen am Unfallort eintrifft. Björn überlebt den Transport zum Krankenhaus nicht.

Rund zwei Jahre später gründen die trauernden Eltern die „Björn Steiger Stiftung“. Mit ihrem Engagement sorgten Ute und Siegfried Steiger maßgeblich dafür, dass wir heute flächendeckend und rund um die Uhr über die zentralen Notrufnummern 110 und 112 Hilfe rufen können.

Die Arbeit der Stiftung geht bis heute mit Babynotarztwagen, Anti-Herztod-Aktionen, Rettungsunterricht an Schulen, Handyortung bei Notrufen und zahlreichen anderen Projekten weiter.

Wer die 112 wählt, ruft oft einfach einen Krankenwagen, Rettungswagen oder Notarzt. Diese Begriffe werden meist synonym für die schnelle Hilfe am Unglücksort benutzt. Die ARAG Experten weisen jedoch auf Unterschiede hin, die Sie im Notfall kennen sollten.

Beispiele für lebensbedrohliche Situationen: 112 wählen

Die 112 sollte gewählt werden, wenn schwere Verletzungen vorliegen, evtl. mit hohem Blutverlust, bei Schockzustand oder Ohnmacht. Auch bei plötzlichen Schmerzen in der Brust, spontanen Sprach- oder Sehstörungen sollte der Rettungsdienst unter 112 gewählt werden, weil diese Symptome auf einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall hindeuten können.

Der ärztliche Notdienst: 116 117 anrufen

Die Rufnummer 116117 ist bundesweit nutzbar, rund um die Uhr besetzt und kostenfrei. Neben einer Telefon- und Onlinepräsenz ist der Patientenservice 116117 auch als App bei Google Play und im App Store erhältlich.

Der Patientenservice bietet ein ‚Patientennavi‘, einen eTerminservice und einen ärztlichen Bereitschaftsdienst an. Das ‚Patientennavi‘ hilft Verbrauchern zunächst dabei, ihr medizinisches Problem einzuordnen und den richtigen Ansprechpartner zu finden. Der eTerminservice ist ein Dienst, mit dem Arzttermine in einer Praxis gebucht werden können. Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist für Personen gedacht, die ein ernstes, aber nicht lebensbedrohliches Problem haben, das aber dennoch nicht bis zur nächsten Sprechstunde warten kann.

Die ARAG Experten weisen allerdings darauf hin, dass bei Unfällen und lebensbedrohlichen Situationen natürlich weiterhin gilt, den Notruf 112 zu nutzen. Weitere wichtige Telefonnummern und Internetseiten bei Fragen rund um das Coronavirus hat die Bundesregierung hier zusammengestellt. Dort finden sich etwa Telefonnummern für Beschäftigte und Unternehmen mit Fragen zur Corona-Pandemie als auch Kontaktdaten von Anlaufstellen bei familiären Belastungssituationen.

Der Krankenwagen

Das Personal im Krankenwagen besteht aus zwei Notfallsanitätern, früher hießen sie auch Rettungsassistenten. Sie kommen und leisten die nötige Unterstützung, wenn Sie oder Ihre Angehörigen nicht mehr selbst zum Arzt oder ins Krankenhaus fahren können. Auch wenn Sie aufgrund einer ansteckenden Krankheit die öffentlichen Verkehrsmittel nicht benutzen können, können Sie einen Krankenwagen rufen.

Rettungswagen und Notarzt

Den Rettungswagen erkennt man unschwer an Blaulicht und Martinshorn. Die Besetzung variiert je nach Bundesland. Immer sind aber Notfallsanitäter mit an Bord. Den Rettungswagen rufen Sie, wenn Sie akut medizinische Hilfe benötigen. Egal, ob es sich um die Folgen eines Unfalls handelt oder plötzlich starke gesundheitliche Beschwerden auftreten. Der Rettungswagen verfügt über Geräte zur Beatmung oder für andere lebensrettende Maßnahmen. Darum werden – wenn nötig – auch intensivmedizinisch betreute Patienten per Rettungswagen transportiert. Wird ein Notarzt benötigt, fährt dieser separat mit dem Notarzteinsatzfahrzeug zum Einsatzort.