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13.11.2019

Das achtlose Wegwerfen einer Zigarette ist eine Ordnungswidrigkeit. Das Delikt hat sogar einen Namen: Unzulässige Abfallentsorgung! Die dagegen verhängten Bußgelder variieren stark je nachdem, wo die Kippe landet. In Berlin kostet eine weggeworfene Zigarettenkippe inzwischen 120 Euro. Wir haben uns einmal umgehört, wie teuer es für Raucher werden kann.

Verwarn- und Bußgelder bei Verschmutzung mit Zigarettenkippen

Wer seinen Zigarettenstummel einfach auf den Bürgersteig schnippt, riskiert zum Beispiel in Köln ein Verwarngeld in Höhe von 50 Euro. Dieses Verwarngeld wird häufiger fällig als gemeinhin angenommen. In der Rheinmetropole wachen nämlich tagein, tagaus zahlreiche Ermittler des Ordnungsdienstes darüber, dass das Abfallgesetz eingehalten wird.

Die Verwarn- und Bußgelder sind allerdings nicht überall einheitlich geregelt. Jede Stadt oder Kommune legt das selber fest. Die Höhe des Bußgeldes hängt maßgeblich davon ab, wie groß ein Müllproblem in einer Stadt ist. Wie hoch die Geldstrafe letztendlich im Einzelfall ausfällt, entscheiden aber auch die Beamten des Ordnungsamts in einem gewissen Rahmen selbst. Je nachdem, wie sich der Erwischte verhält, kann die Strafe aber auch steigen – in Köln zum Beispiel auf 100 Euro. Einsicht und Freundlichkeit dagegen können womöglich dafür sorgen, dass die Strafe etwas geringer ausfällt.

Das Umweltministerium NRW hat im Juni 2019 einen neuen Bußgeldkatalog für den Bereich Abfall veröffentlicht, in dem die Bußgelder rigoros erhöht wurden. Für das Kippenschnippsen wird seitdem ein Bußgeld von 100 Euro empfohlen. Aber dabei handelt es sich nur um Vorschläge. Die Gemeinden bleiben bei der Festlegung der Bußgelder autark.

Einige Städte in NRW sind allerdings bereits dem Vorschlag der Landesregierung gefolgt und haben die Bußgelder erhöht: In Dortmund kostet eine achtlos entsorgte Kippe inzwischen 50 Euro und Essen hat das Bußgeld sogar auf die empfohlenen 100 Euro angehoben.

Günstiger kommen Umweltsünder noch in Düsseldorf, Hannover und Dresden mit 10 Euro weg. In Nürnberg wird es mit 20 Euro schon etwas teurer. In Hamburg und München kostet das Kippenschnippsen 55 Euro und in Stuttgart sind es 75 Euro. Und in Berlin wurde gerade auf 120 Euro erhöht.

Zigarettenkippen aus dem Auto werfen kann ein Strafverfahren nach sich ziehen

Wer die Zigarettenkippe aus dem fahrenden Auto auf die Straße schnippt, macht sich der unzulässigen Abfallentsorgung natürlich genauso strafbar, entzieht sich aber oft dem Zugriff der Ordnungshüter, die meist zu Fuß unterwegs sind. Doch wenn es ihnen gelingt, das Nummernschild zu notieren, droht auch in diesem Fall mindestens ein Bußgeld wegen Umweltverschmutzung. Der Kippenwurf kann unter Umständen sogar ein Strafverfahren zur Folge haben, warnen ARAG Experten. Das ist immer dann der Fall, wenn jemand dadurch zu Schaden kommt. Erschrickt sich beispielsweise ein Motorradfahrer und stürzt, muss sich der Kippenschnippser wegen fahrlässiger Körperverletzung verantworten.

Besonders unschön: Kippen in der Sandkiste

Kippen auf dem Bürgersteig sind ein unschönes Ärgernis. Andernorts können sie sogar handfesten gesundheitlichen Schaden anrichten. Bei Kleinkindern kann eine verschluckte Zigarette zu Vergiftungssymptomen wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall führen. Längst gibt es deshalb in Bayern, Brandenburg und dem Saarland landesweite Rauchverbote auf Spielplätzen. Andernorts kann zumindest das Entsorgen von Zigarettenkippen auf dem Spielplatz richtig teuer werden: So sind in Köln etwa seit diesem Jahr 150 Euro Bußgeld fällig!

Dennoch wird die Sandkiste noch allzu oft als Aschenbecher genutzt. So fand das Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) schon vor Jahren Spielplätzen in Mannheim – wo es kein Rauchverbot gibt – durchschnittlich 114 Kippen, während in Heidelberg mit seinem kommunalen Rauchverbot nur 16 Kippen durchschnittlich zwischen Sandkasten und Schaukel lagen. Denn in der Neckarstadt weisen Schilder die Eltern schon am Spielplatzeingang auf ihre Verantwortung und das Recht der Kinder "auf gesunde Spielräume" hin.

Waldbrandgefahr: Kippen entsorgen kann 25.000 Euro kosten

Bei herrschender Waldbrandgefahr beispielsweise in heißen Sommern wird gegen Kippenschnippser hart durchgegriffen. Das Rauchverbot im Wald wird intensiv überwacht, denn schon kleine Glutreste einer Zigarette reichen aus, um einen Waldbrand zu entfachen.

Eine achtlose Entsorgung von Zigarettenkippen kann laut eines Kreiswaldbrandschutzbeauftragten bis zu 25.000 Euro kosten. In Deutschland entstehen die meisten Waldbrände durch fahrlässiges Handeln von Menschen, nicht durch Naturkatastrophen.

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