28.05.2018

Der Stichtag für die Abgabe der Steuererklärungen für 2017 ist der 31. Mai 2018. Wer überhaupt eine Steuererklärung abgeben muss und wie man eine Fristverlängerung beantragt, sagen ARAG Experten.

Wer muss eine Steuererklärung abgeben?

Der Gesetzgeber vermutet in bestimmten Fällen, dass er trotz Lohnsteuerabzug und/oder Vorauszahlungen während des Jahres von Ihnen zu wenig Einkommensteuer bekommen hat. Deshalb müssen Sie als Arbeitnehmer unter anderem dann eine Einkommensteuererklärung abgeben, wenn einer der folgenden Punkte zutrifft (§ 46 EStG):

  • Sie waren gleichzeitig bei mehreren Arbeitgebern beschäftigt.
  • Sie hatten unversteuerte Einkünfte über 410 Euro; etwa Honorare, Renten oder Mieten.
  • Auf Ihrer Lohnsteuerkarte ist ein Freibetrag eingetragen und Ihr Arbeitslohn lag über 11.400 Euro bzw. gemeinsam mit Ihrem Ehegatten über 21.650 Euro im Jahr.
  • Sie waren mit Ihrem berufstätigen Ehepartner zusammen veranlagt und einer von Ihnen wurde nach Steuerklasse V oder VI besteuert oder Sie beide haben mit der Steuerklassenkombination IV/IV das Faktorverfahren gewählt.
  • Sie haben Lohnersatzleistungen von mehr als 410 Euro bezogen, die dem Progressionsvorbehalt unterliegen, zum Beispiel Elterngeld, Kurzarbeitergeld oder Arbeitslosengeld.
  • Sie wurden geschieden und Sie oder Ihr Ex-Partner haben im gleichen Jahr wieder geheiratet.

Wann müssen Arbeitnehmer eine Steuererklärung abgeben?

Der Stichtag für die Abgabe ist der 31. Mai. Einwohner von Bundesländern, in denen Fronleichnam ein gesetzlicher Feiertag ist, haben in diesem Jahr einen Tag mehr Zeit, also bis zum 1. Juni. Wenn Sie allerdings einen Steuerberater beauftragt haben, sind Sie fein raus. Dann verlängert sich die Frist automatisch auf den 31. Dezember, sofern das Finanzamt nicht ausdrücklich eine frühere Abgabe verlangt. Der Grund für den späteren Termin ist simpel: Den Steuerexperten ist es nicht zuzumuten, die ganze Arbeit in den ersten fünf Monaten des Jahres zu erledigen. Diese Regelung gilt laut ARAG Experten auch, wenn Sie Ihre Steuerunterlagen von einem Lohnsteuerhilfeverein bearbeiten und einreichen lassen. Wer die Formulare in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Sachsen, Baden-Württemberg oder Bayern ausfüllt und elektronisch über das amtliche Formular Elster.de selbst beim Finanzamt einreicht, hat zudem zwei Monate mehr Zeit für die Bearbeitung – bis 31. Juli.

Wie Sie eine Fristverlängerung beantragen

Können Sie absehen, dass Ihre Steuererklärung auch in den nächsten Tagen nicht fertig wird, bemühen Sie sich unbedingt zeitnah um eine Fristverlängerung. Wenn Sie eine stillschweigende Fristverlängerung beantragen, ist diese schon so gut wie akzeptiert. Wenn Sie vom Finanzamt nichts mehr hören, ist Ihr Antrag genehmigt. Wichtig ist, dass Sie Gründe für Ihr Anliegen nennen. Dazu zählen beispielsweise ein Umzug, eine Dienstreise, Krankheiten oder fehlende Unterlagen. Akzeptiert das Finanzamt die Verlängerung, haben Sie in der Regel bis zum 30. September Zeit, so die ARAG Experten.

Gut zu wissen

Neue Abgabefristen ab 2019

Ab dem Jahr 2019 können Sie sich mehr Zeit lassen mit der Abgabe der Steuerklärung. Denn der Gesetzgeber hat die Fristen verlängert.

Für die Steuerklärung für das Jahr 2018 ist dann erstmals der 31. Juli 2019 der Stichtag für die Abgabe.

Kümmert sich ein Steuerberater oder ein Lohnsteuerhilfeverein um Ihre Steuererklärung, müssen die Unterlagen sogar erst bis Ende Februar 2020 eingereicht werden.

Für die Veranlagungszeiträume 2017 und 2018 gelten allerdings noch die „alten“ Fristen!

Steuererklärung: Fristeinhaltung per Fax

Entgegen der Auffassung des Finanzamtes ist auch eine Faxunterschrift wirksam. Alles zum Urteil des Bundesfinanzhofes.

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