17.01.2013

Vorsicht bei der Schnäppchenjagd im Internet

Viele Produkte gibt es inzwischen im Internet günstiger als beim niedergelassenen Einzelhandel – egal, ob das ein Kaffeeautomat, ein Kinderwagen oder ein Satz Winterreifen für das Auto ist. Der vermeintliche Schnäppchen-Kauf rächt sich allerdings mitunter, wenn an der Kaufsache ein Defekt auftritt. Denn was die meisten Verbraucher nicht wissen: Immer mehr Markenhersteller machen ihre Garantieleistungen davon abhängig, wo das Produkt gekauft wurde. War der Online-Shop kein „autorisierter Händler“, hat der Kunde möglicherweise später keine Ansprüche gegen den Hersteller, selbst wenn der Verkäufer mit der vermeintlichen Herstellergarantie geworben hat, warnen ARAG Experten.

Garantie und Gewährleistung

Die gute Nachricht: An den Gewährleistungsansprüchen des Käufers ändert das nichts. Die sind nämlich im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) verankert und können bei Verträgen mit Verbrauchern grundsätzlich nicht zu dessen Nachteil beschränkt werden. Sie bestehen immer dann, wenn die Ware einen Sach- oder Rechtsmangel aufweist, der schon im Zeitpunkt der Lieferung vorlag, und richten sich gegen den Verkäufer als Vertragspartner und nicht gegen den Hersteller. Eine Garantie ist dagegen eine freiwillige Zusage entweder des Verkäufers oder (häufiger) des Herstellers, die neben den gesetzlichen Mängelansprüchen besteht. Mit ihr sichert der Garantiegeber z.B. eine bestimmte Beschaffenheit der Ware zu. Oder er garantiert, dass die Ware diese Beschaffenheit über einen bestimmten Zeitraum behält. Klarer Vorteil für den Kunden: Es spielt dann keine Rolle mehr, ob die Ware schon bei der Lieferung mangelhaft war oder der Defekt erst später innerhalb der Garantiefrist auftritt. Außerdem ist der Käufer mit einer Garantie auch für den Fall abgesichert, dass der Online-Shop, bei dem er gekauft hat, Pleite geht.

Hersteller schränken Garantie ein

Weil die Garantie eine freiwillige Angelegenheit ist, steht es den Herstellern natürlich frei, in den Garantiebedingungen Einschränkungen zu formulieren. Und das tun gerade die großen Markenhersteller immer öfter. Denn die Preistransparenz im Internet führt dazu, dass die Verbraucher nur noch beim günstigsten Anbieter kaufen – was den Herstellern auf Dauer die Preise verdirbt. Deshalb findet sich in vielen Garantiebedingungen der bekannten Marken der Hinweis, dass die Garantieleistungen nur gewährt werden, wenn das Produkt bei einem „autorisierten Fachhändler“ oder eine „autorisierten Partner“ gekauft wurde. Begründet wird der Ausschluss dann oft damit, dass die Kunden bei den ausgewählten Händlern besser beraten würden oder das Produkt dort ansehen könnten. Die Kunden sind sich dieser Problematik allerdings in der Regel gar nicht bewusst. Online-Shops, die nicht autorisierte Partner der Hersteller sind, verschweigen diesen Umstand nämlich oder bewerben das Produkt manchmal sogar mit der zusätzlichen Herstellergarantie.

Praxistipp: Vorher informieren

Wer ein Markenprodukt kaufen und sichergehen will, dass er auch tatsächlich in den Genuss der Garantieleistungen kommt, dem empfehlen die ARAG Experten, sich vorab beim Hersteller zu informieren, ob der jeweilige Online-Händler autorisierter Verkaufspartner ist. Viele Hersteller bieten auf ihrer Webseite zu diesem Zweck eine entsprechende Suchfunktion an, mit deren Hilfe autorisierte Händler gefunden werden können.

Widerrufsrecht

Wer bei eBay oder einem anderen Online-Auktionshaus Waren von einem gewerblichen Anbieter ersteigert, kann das Geschäft binnen zwei Wochen widerrufen. Er darf die Ware ohne Angabe von Gründen zurücksenden und bekommt sein Geld zurück. Zur Wahrung der Frist genügt die Rücksendung der Ware innerhalb von zwei Wochen. Sie beginnt dann, wenn dem Verbraucher eine ordnungsgemäße, deutlich gestaltete Belehrung über sein Widerrufsrecht schriftlich mitgeteilt worden ist. Diese Belehrung muss sowohl Namen und Anschrift der Person enthalten, an den sich der Widerruf richtet, als auch den Hinweis auf den Fristbeginn. Das Rückgaberecht erlischt spätestens sechs Monate nach Vertragsabschluss. Werden ersteigerte Schnäppchen dem Käufer geliefert, beginnt die Frist erst, wenn er die Ware in Empfang genommen hat.

Vorsicht Falle

Unglücklicherweise sind nicht nur rechtschaffene Zeitgenossen im World Wide Web unterwegs und so gibt es auch bei eBay und Co. das ein oder andere schwarze Schaf. Der einfachste Trick ist leider auch der häufigste: Der Anbieter kassiert, liefert aber nichts. Sicherer erscheint die Lieferung per Nachnahme. Aber auch hier raten die ARAG Experten zur Vorsicht. Manchmal werden statt der Waren nur wertlose Füllmaterialien versandt. Wenn der betrogene Kunde es merkt, ist es manchmal zu spät; die Post kann kassierte Beträge nicht zurückzahlen.

Vorsicht Foto

Einige ganz findige Bauernfänger bieten neuerdings nur Bilder oder die Verpackung einer Ware an. Im Angebotstext wird dann geschickt der Anschein erweckt, es handele sich um das Produkt selbst. Deshalb: Produktbeschreibung genau und bis zu Ende lesen! Darüber hinaus raten die ARAG Experten dazu, Geschäfte generell nur mit registrierten Mitgliedern abzuschließen und auf die Bewertungsprofile der Anbieter zu achten.

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