29.11.2016

Wer ein Haus baut oder eine Bestandsimmobilie saniert, muss die Vorgaben der Energieeinsparverordnung – kurz: „EnEV“– kennen. Die derzeitige Fassung der Verordnung gilt seit dem 1. Mai 2014. Wir beantworten die häufigsten Fragen von Hauseigentümern und Häuslebauern.

Was ist die Energieeinsparverordnung eigentlich?

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) ist ein Teil des deutschen Wirtschaftsverwaltungsrechtes. In ihr werden gemäß der Ermächtigung im Energieeinsparungsgesetz (EnEG) die energetischen Anforderungen an Gebäude oder Bauprojekte formuliert. Sie gilt für Wohngebäude, Bürogebäude und gewisse Betriebsgebäude und löste 2002 die Wärmeschutzverordnung (WSchV) und die Heizungsanlagenverordnung (HeizAnlV) ab.

Braucht jeder Hauseigentümer einen Energieausweis?

Wer sein Eigenheim selbst bewohnt, kann auf den Ausweis verzichten. Nur wer vermietet oder das Haus verkaufen möchte, muss über den Energiebedarf des Gebäudes mittels Energieausweis aufklären. Von dieser Regelung sind denkmalgeschützte Wohnhäuser allerdings ausgenommen.

Welche Austauschpflichten gibt es für alte Heizungen?

Gemäß der derzeit geltenden Rechtslage müssen Öl- und Gas-Standardheizkessel, die älter als 30 Jahre sind, ausgetauscht werden. Betroffen davon sind also aktuell diejenigen Kessel, die vor 1986 eingebaut wurden. Nicht ausgetauscht werden müssen Brennwertkessel mit einem hohen Wirkungsgrad. Auch Eigentümer, von Ein- und Zweifamilienhäusern, die seit Februar 2002 mindestens eine dieser Wohnungen selbst bewohnen, sind von der Austauschpflicht ausgenommen.

Was gilt für Nachtspeicheröfen?

Nach der EnEV 2009 sollten Eigentümer von Mehrfamilienhäusern mit sechs oder mehr Wohnungen dazu verpflichtet werden, Nachtspeicheröfen nach einer Übergangsfrist gegen effizientere Heizsysteme auszutauschen. Diese Regelung wurde in der EnEV 2014 wieder außer Kraft gesetzt. Angesichts der hohen Strompreise und der schlechten Effizienz von Nachtspeicheröfen sollten Hausbesitzer dennoch über eine Umstellung nachdenken.

Müssen Eigentümer bei jeder Sanierung die EnEV berücksichtigen, also energetisch sanieren?

Energetisch sanieren ist teuer. Private Hauseigentümer müssen aber nur eingeschränkt nachrüsten. Der Einbau neuer Fenster sowie eine nachträgliche Fassaden- und Dachdämmung sind nicht in der Energieeinsparverordnung vorgeschrieben. Wird ein Bauteil aber ohnehin saniert, so muss dies in einigen Fällen nach den Regelungen der EnEV geschehen. Bei der Sanierung der Fassade muss beispielsweise darauf geachtet werden, dass diese später die Vorgaben der EnEV erfüllt.
Kleinere Reparaturen, die nicht mehr als zehn Prozent der Gesamtfläche der Fassade betreffen, oder das Streichen unterliegen nicht den Regelungen der Energieeinsparverordnung. Beim Einbau neuer Fenster gilt: Werden weniger als zehn Prozent der Gesamtfensterfläche erneuert, muss nicht nach EnEV-Vorgaben modernisiert werden. Wer beispielsweise nur ein Fenster einbaut, muss aber darauf achten, dass dieses die Mindestanforderungen an den Wärmeschutz erfüllt. Die Energieeffizienz darf nicht schlechter sein als die des alten Fensters.

Was muss bei Neubauten beachtet werden?

Wer neu baut, muss seit 1. Januar 2016 bei der Planung auf eine bessere Dämmung und auf einen geringeren Primärenergieverbrauch bei der Anlagentechnik achten. Denn seitdem gilt die nächste Stufe der EnEV. Für Häuslebauer bedeutet das: Der Energiebedarf für Heizung, Warmwasser und Lüftung muss 25 Prozent geringer sein als nach den bis dahin geltenden Vorgaben. Die Wärmedämmung der Bauhülle muss dagegen um 20 Prozent steigen. Betroffen von der Neuregelung sind alle Bauvorhaben, für die ab dem 1. Januar 2016 ein Bauantrag oder eine Bauanzeige eingereicht wurde. Ist weder ein Antrag noch eine Anzeige erforderlich, kommt es auf das Datum des Ausführungsbeginns an.

Urteile für Bauherren

Schwarzgeldabrede, Erschließungskosten, Kostenvoranschläge und Grenzstein: Zu diesen Themen haben wir wichtige Gerichtsurteile.

Ihr Recht als Vermieter

Mietausfälle? Eigenbedarf? Unerlaubte Untervermietung? Wir zeigen Ihnen, welche Rechte und Möglichkeiten Sie als Vermieter gegenüber Ihren Mietern besitzen.

UNSERE EMPFEHLUNG

Wohngebäude­versicherung

Bauen Sie auf perfekten Schutz und weit reichenden Service, wenn es um Ihr Traumhaus geht.