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02.02.2016

LED: Verbraucher tappen oft im Dunkeln

Über einhundert Jahre erhellte die Glühlampe von Thomas Alva Edison Wohnungen, Büros, Werkstätten und Straßen. Doch seit einiger Zeit ist die klassische Glühlampe ein Auslaufmodell. Heute machen Halogen-, Energiespar- und LED-Lampen das Licht. Hier gibt es Unterschiede in Verbrauch, Leistung und Lebensdauer. Einige Hersteller schummeln sogar bei den Angaben zu Energieverbrauch und Leuchtkraft. ARAG Experten geben Verbrauchern wichtige Tipps.

Lichtstärke: Aus Watt werden Lumen

Wie stark eine LED leuchtet, gibt der Lumen-Wert an. Je größer der Wert, desto heller die Lampe. Eine LED mit rund 700 Lumen strahlt so stark wie eine 60-Watt-Glühbirne. Die Farbtemperatur wird in Kelvin angegeben. Hier gilt: Je höher der Wert, desto kühler wirkt das Licht. Viele Menschen wünschen sich weißes, aber warmes Licht, wie es die Glühlampen erzeugt haben. Das wird bei 2.700 bis 3.000 Kelvin erreicht. Durch verstellbare Schalter lässt sich das Licht von Halogenlampen stufenlos in seiner Stärke regulieren, wie ehemals bei den Glühlampen. Diese Dimmbarkeit ist bei LEDs technisch schwierig. Auf der Verpackung ist daher angegeben, ob das jeweilige Modell dimmbar ist und mit welcher Art Schalter sich die Lichtstärke regeln lässt.

LED und die Lebensdauer

Wie das Licht beschaffen ist, macht die eine Seite der Qualität einer LED aus. Die andere ist die Lebensdauer – also wie lange sie leuchtet oder wie lange sie wie angegeben leuchtet. Hier liegt der große Vorteil von LEDs gegenüber herkömmlichen Glühlampen: Sie halten deutlich länger. Wenn man von einer durchschnittlichen Brenndauer von 1.000 Stunden im Jahr ausgeht, versprechen die meisten Hersteller eine Lebensdauer, die deutlich über die gesetzliche Gewährleistungsfrist von zwei Jahren hinausgeht. Üblich sind Modelle, die 10.000 bis 20.000 Stunden in Betrieb sein können; aber auch bis zu 40.000 Betriebsstunden werden auf den Verpackungen versprochen. Wenn eine LED also schon vorher ihren Geist aufgibt, dann handelt es sich bei üblicher Nutzung entweder um einen Fabrikationsfehler oder einen Transportschaden. Wichtig ist auch, wie schnell und wie stark das Licht seine Stärke verliert.

Die meisten LEDs werden gar nicht ausfallen, sondern ausgetauscht werden, weil sie einfach in ihrer Leistung nachlassen. Die Herstellerangaben zu den Betriebsstunden sind daher schwierig zu überprüfen. Während bei manchen LEDs das Erreichen der Lebensdauer nämlich bedeutet, dass die Lampen zu diesem Zeitpunkt noch 70 Prozent leisten und nur jede zehnte ausgefallen ist (L70/B10), wählen andere Hersteller die Angabe L50/B50. Da garantiert die angegebene Stundenzahl deutlich weniger Leistung: Die Lampen emittieren nach den angegebenen Stunden nur noch die Hälfte der Leuchtstärke und jede zweite ist ganz ausgefallen.

Herstellerangaben sind oft unzuverlässig

Die Lebensdauer von LEDs ist aber nicht die einzige Unwägbarkeit. Der Blick auf die Verpackung bringt trotz Lumen und Kelvin kaum Klarheit über Helligkeit und Stromverbrauch der Lampen. Laut ARAG Experten verbrauchen viele Lampen mehr Strom und leuchten weniger hell als auf der Verpackung angegeben. Möglich ist das durch eine Vorschrift der EU, die eine Fehlertoleranz bei der Messung einräumt. Das bedeutet, die tatsächliche Leistung darf variieren. Das nutzen die Hersteller offenbar gezielt aus. Eine Sprecherin der EU-Kommission hat angekündigt, die Vorschriften für Lampen würden noch 2016 überarbeitet.