09.03.2011

Geringere Wohnfläche - Mietminderung

Ein Mann hat eine möblierte Wohnung gemietet. Er zahlt eine monatliche Kaltmiete von 560 Euro. Laut Mietvertrag ist die Wohnung ungefähr 50 Quadratmeter groß. Die tatsächliche Wohnfläche beträgt jedoch nur 44,3 Quadratmeter. Wegen der Flächenabweichung von 11,5 Prozent machte er eine Minderung der Kaltmiete in entsprechender Höhe geltend und forderte eine anteilige Rückzahlung des bis dahin angefallenen Mietzinses in Höhe von 1.964,20 Euro. Der Vermieter meinte, in der Kaltmiete sei die Möblierung der Wohnung berücksichtigt worden, sodass nur eine Minderung der Miete um insgesamt 736,58 Euro gerechtfertigt sei. Diesen Betrag erstattete er dem Kläger. Mit seiner Klage verlangte Mieter den Differenzbetrag vom Vermieter. Die Revision bei dem Bundesgerichtshof hatte letztlich Erfolg. Dieser entschied, dass auch der Mieter einer möblierten Wohnung die Miete in dem Verhältnis mindern kann, in dem die tatsächliche Wohnfläche die vertraglich vereinbarte Wohnfläche unterschreitet, wenn die Abweichung mehr als zehn Prozent beträgt. Die mit einer Wohnflächenunterschreitung verbundene Beschränkung der Nutzungsmöglichkeit des vermieteten Wohnraums kann nach Auskunft der ARAG Experten nicht deshalb geringer bewertet werden, weil die für eine Haushaltsführung benötigten Einrichtungsgegenstände trotz der geringeren Wohnfläche vollständig in der Wohnung untergebracht werden könnten, heißt es in der Urteilsbegründung (BGH, Az.: VIII ZR 209/10).