12.07.2022

Spätestens seit dem Start der Energiesparkampagne der Bundesregierung Anfang Juni wissen wir: Ein Energiespar-Duschkopf spart 30 Prozent Energie für Warmwasser. Und spätestens seit Ende Juni wissen wir: Die cleveren Köpfe sind in vielen Geschäften ausverkauft. Der Appell von Bundeswirtschaftsminister Habeck, Energie einzusparen, mag salopp daherkommen, hat aber mit den drastisch steigenden Energiekosten nicht zuletzt durch den Ukraine-Krieg durchaus ernste Hintergründe. Daher verraten die ARAG Experten, wie wir auch im Sommer Energie sparen können.

Energiefresser Warmwasser erkennen

Mehr als zwei Drittel der Energie werden laut Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) für das Heizen und für Warmwasser verwendet und ein Drittel für Haushaltsgeräte. Da die Heizung in den Sommermonaten meist ausgestellt ist, bleibt also der Warmwasserverbrauch, den es zu optimieren gilt. Dabei ist der Austausch eines regulären mit einem wassersparenden Duschkopf nur eine Maßnahme. Zudem raten die ARAG Experten hin und wieder zu einer kalten Dusche, das spart nicht nur Energie, sondern macht wach. Auf ein Vollbad sollte man zugunsten einer kurzen Dusche verzichten.

Temperatur beim Wäsche waschen drosseln

Auch beim Wäschewaschen wird viel warmes Wasser verbraucht. Hier kann Energie gespart werden, wenn man die Waschmaschine nur gut gefüllt laufen lässt und die Temperatur nach dem „One-click-down-Szenario“ um eine Stufe senkt. Oft reichen 30 statt 40 Grad oder für hygieneintensive Wäsche 60 statt 90 Grad. Das schont übrigens auch die Farben der Kleidung. Wer ein Kurzprogramm hat, kann leicht verschmutzte Wäsche auch darüber waschen.

Öko-Programm beim Geschirrspüler nutzen

Geschirrspülmaschinen verbrauchen viel Strom für das Erhitzen des Wassers. Hier kann ein Öko-Waschgang helfen, Energie zu sparen. Oft dauert ein Spülgang dann zwar etwas länger, aber das Wasser wird im Sparprogramm weniger stark erhitzt. Das Ergebnis ist dank moderner Reiniger das gleiche. Zu kalt sollte der regelmäßige Spülgang aber nicht sein; das kann auf Dauer der Maschine und der Hygiene schaden.

Natur nutzen

Wäschetrockner sind zwar ganz praktisch, aber gerade im Sommer kann man auf diese Geräte gut verzichten und die Wäsche im Garten, auf dem Balkon oder – sofern der Platz reicht und es kein Feuchtigkeitsproblem gibt – in der Wohnung trocknen. Das schont die Kleidung und den Geldbeutel, denn selbst moderne Trockner mit der besten Effizienzklasse haben einen hohen Energieverbrauch.

Energie in der Küche sparen

Die Küche ist ein Raum voller Energiesparpotenzial. Zunächst raten die ARAG Experten, das Gefrierfach zu enteisen. Je dicker die Eisschicht, desto höher der Energieverbrauch. Lebensmittel sollten gut verschlossen gelagert werden. Denn sonst geben sie Feuchtigkeit ab und es bildet sich schneller eine Eisschicht. Für den Kühlschrank genügt eine Temperatur von sieben Grad Celsius, Gefrierfächer sollten minus 18 Grad kalt sein. Damit diese Kälte möglichst im Gerät bleibt, sollten die Türen der Kühlgeräte möglichst kurz geöffnet werden. Und lieber mehrmals hintereinander kurz die Tür öffnen, als sie offen stehen zu lassen, denn dann entweicht am meisten Kälte. Wer zudem Ordnung im Kühlschrank hält, muss nicht lange bei geöffneter Tür nach dem gewünschten Lebensmittel suchen.

Beim Kochen lässt sich der Energieverbrauch um bis zu zwei Drittel reduzieren, wenn man einen passenden Deckel auf den Topf setzt. Zudem raten ARAG, den Herd bereits kurz vor Ende des Garvorgangs auszuschalten und die Restwärme zu nutzen. Gleiches gilt für den Ofen. Auch hier kann man laut BMWK bis zu 15 Prozent der Energie einsparen, wenn man die Umluft-Funktion nutzt, auf das Vorheizen verzichtet und den Ofen früher ausschaltet. Auch ein passender Topf zur Größe der Herdplatte verbraucht weniger Strom. Ein energiesparender Wasserkocher kann laut ARAG Experten ebenfalls beim Sparen helfen, weil er das Wasser für Tee, Kaffee, Nudeln und Co. schneller erhitzt als ein Herd. Wer hat, sollte zum Erwärmen von Speisen auf die Mikrowelle setzen, denn moderne Geräte verbrauchen in der Regel weniger Strom als der Herd.

 

Strom bei Haushaltsgeräten einsparen

Bei Haushaltsgeräten wird am meisten Strom für Informationstechnik, TV und Audio verbraucht (28 Prozent). Daher raten die ARAG Experten, nach Möglichkeit einen Laptop zu nutzen, denn der verbraucht deutlich weniger Energie als ein Desktop-PC. Wahre Stromfresser sind alte Fernsehgeräte. Daher lohnt die Anschaffung eines neuen Gerätes mit hohem Energieeffizienz-Wert. Hierbei gilt: Je mehr Zoll der Bildschirm hat, desto höher der Stromverbrauch.

Energie-Verschwender wie Klimaanlagen sind laut ARAG Experten durchaus verzichtbar, wenn man stattdessen klug in den kühlen Morgen- und Abendstunden lüftet, Räume frühzeitig abdunkelt und – sofern vorhanden – Außenrollos herunterlässt. Spezielle Anti-Hitze-Beschichtungen auf Innenjalousien, verspiegelte Außenjalousien oder Markisen, die die Hitze reflektieren, können ebenfalls helfen, die Hitze stromneutral auszusperren.

Strom sparen, wenn man im Urlaub ist

Urlauber können zu Hause Energie sparen, indem sie möglichst alle Geräte, die auch im Stand-by-Modus Strom verbrauchen, vom Netz nehmen. Dazu gehören beispielsweise Waschmaschine, Trockner, Geschirrspüler, aber auch Kaffeemaschine, Fernseher, Computer, DVD-Spieler oder Drucker. Um es sich leicht zu machen, empfehlen die ARAG Experten, schaltbare Steckerleisten anzuschaffen. Mit einem Klick kann man damit mehrere Geräte wirklich ausschalten. Wenn es im Haushalt einen Elektroboiler für Warmwasser gibt, sollte auch der vom Netz entfernt werden. Nach dem Urlaub raten die ARAG Experten dann allerdings zu einem einmaligen Aufheizen auf mindestens 65 Grad, bevor man das Wasser wieder nutzt. So besteht keine Legionellen-Gefahr.

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