23.02.2018

Wer sein Heim in Eigenregie verschönern möchte, kann in Baumärkten unter Hunderten von Produkten wählen. Wer aber gleichzeitig Wert auf schadstoffarme Baustoffe legt, muss besonders genau hinschauen, denn seit über einem Jahr ist das Ü-Zeichen, an dem Verbraucher schadstoffarme Produkte erkennen konnten, auf Bauprodukten verschwunden. Gesundheits- und umweltbewusst renovieren kann man trotzdem noch. Die ARAG Experten verraten wie.

CE- und Ü-Zeichen

Bauprodukte mit CE-Zeichen (Communauté Européenne) wurden auf Grundlage einer europäischen Produktnorm hergestellt und geprüft und dürfen deshalb in der gesamten Europäischen Union frei gehandelt werden. Im Gegensatz zum Ü-Zeichen beinhaltet das CE-Zeichen allerdings keine für den Umwelt- und Gesundheitsschutz relevanten Angaben. Das in Deutschland bis 2016 verwendete Ü-Zeichen (Übereinstimmungszeichen) garantierte darüber hinaus, dass normierte Bauprodukte wie beispielsweise Parkette oder Tapeten von unabhängigen und bauaufsichtlich anerkannten Instituten auf Schadstoffemissionen getestet wurden. Verpflichtend waren dieses Tests hierzulande für alle Baumaterialien, die in Wohn- und Innenräumen verwendet wurden. Nachdem der Europäische Gerichtshof jedoch entschieden hatte, dass diese doppelte Kennzeichnung von Bauprodukten gegen europäisches Recht verstößt, entfiel das Ü-Zeichen im Oktober 2016 – bislang ohne Ersatz. Die Folge: Weniger Gesundheitsschutz für Verbraucher.

Alternative Siegel

Wer nicht auf den offiziellen Nachfolger des Ü-Zeichens warten möchte, kann auf andere Produkte ausweichen, die von Herstellern freiwillig unabhängig getestet werden. Ökolabel wie etwa der Blaue Engel, das eco-INSTITUT-Label oder das natureplus-Siegel garantieren, dass Produkte hohe Ansprüche an Umwelt-, Gesundheits- und Gebrauchseigenschaften erfüllen. In den Datenbanken dieser Siegel finden Verbraucher eine komplette Übersicht der getesteten Produkte.

Durchblick beim Etikettenschwindel

Siegel ist nicht gleich Siegel. Allein durch ihre Vielzahl haben Label in ihrer Funktion als schneller Ratgeber bei Kaufentscheidungen an Wert verloren.

Was wirklich hinter den grünen Versprechen der Hersteller steckt, ist für Verbraucher kaum mehr nachvollziehbar. Einen guten Überblick über Zeichen und ihre Qualität bietet die Seite label-online.

Das Portal wird seit 2016 vom Ministerium der Justiz und für Verbraucherschutz gefördert. Träger ist die Verbraucher Initiative e.V., der Bundesverband kritischer Verbraucherinnen und Verbraucher.

 

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