20.06.2017

Schadensersatz für verletzte Baumwurzeln

Es gehört zu den Pflichten eines Grundstückeigentümers, den eigenen Garten in Ordnung zu halten. Manchmal endet diese aber nicht an der Grundstücksgrenze, sondern geht darüber hinaus. Beispielsweise, wenn es um die Reinigung eines Grabens an der Grenze zum Nachbargrundstück geht. In einem konkreten Fall wurde für das Säubern nach Absprache mit dem Nachbarn eine Firma beauftragt. Bei der Reinigung wurden jedoch die Wurzeln von sieben Bäumen des Nachbarn beschädigt.

Der nächste Herbststurm machte ihnen daraufhin den Garaus – die Bäume stürzten um. Den Schaden von 22.000 Euro wollte der betroffene Nachbar von der Grundstückseigentümerin ersetzt haben. Diese schob die Schuld zunächst auf das Reinigungsunternehmen, das ihrer Ansicht nach nicht vorsichtig genug vorgegangen war. Die Firma gab den Schwarzen Peter jedoch an die Frau zurück, denn sie hätte ihren Nachbarn auf das Risiko hinweisen müssen. Insbesondere deshalb, weil sie von einem Dritten vor Beginn der Grabenreinigung vor genau diesem Risiko gewarnt worden war. Die ARAG Experten weisen daraufhin, dass beide, also Grundstückseigentümerin und Unternehmen, für den Schaden einstehen müssen.

Das Pikante am Fall: Weil beide als Gesamtschuldner haften, kann sich der geschädigte Nachbar aussuchen, von wem er sich das Geld für die umgestürzten Bäume zurückholt (Oberlandesgericht Oldenburg, Az.: 14 U 96/16).

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