10.04.2017

Wohnungseigentümer müssen es dulden, wenn ein gehbehinderter Mitbewohner einen Treppenlift oder eine Rollstuhlrampe einbauen lassen möchte. Anders sieht es aber aus, wenn es um einen Personenaufzug im Treppenschacht geht. Dann benötigt der betroffene Eigentümer die Zustimmung der kompletten Eigentümergemeinschaft.

In einem konkreten Fall wollte ein 80-jähriger Mieter, der seit knapp vierzig Jahren mit seiner Frau im fünften Stock eines Plattenbaus lebte, einen Aufzug sogar auf eigene Kosten einbauen lassen. Ansonsten drohte dem Ehepaar ein Wohnungswechsel, da die Treppen zunehmend schwerer zu bewältigen waren. Zudem betreuten sie in der Wohnung regelmäßig ihre schwerbehinderte Enkelin.

So tragisch es für das alte Ehepaar auch ist, wurde ihnen der Umbau aber richterlich untersagt, da in diesem Fall von solch gravierenden Umbaumaßnahmen und Folgekosten für Betrieb und Instandhaltung auszugehen war, dass die Mitmieter diese Maßnahme nicht mittragen mussten. Zudem wäre der Einbau eines Fahrstuhls im Treppenschacht des Hauses mit weiteren Nachteilen für die Mitbewohner verbunden, da Stellfläche für Kinderwagen und Räder verloren ginge und keine sperrigen Gegenstände durch das Treppenhaus transportiert werden könnten (Bundesgerichtshof, Az.: V ZR 96/16).

Unser Tipp

Konflikte lösen ohne Anwalt und Gericht

Besprechen Sie Ihr Problem mit einem unabhängigen Dritten, der Klarheit schafft.

Nebenkosten prüfen und Steuern sparen

Setzen Sie haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen ab – der Lohnkostenanteil mindert direkt Ihre Steuerlast!

Verbotene Sondereinbauten in Eigentumswohnungen

Wer denkt, er könne in seiner Eigentumswohnung schalten und walten wie er mag, irrt.

Eigentumswohnung: Wer darf Fenster austauschen?

Ein Eigentümer hatte ohne Beschluss der Eigentümergemeinschaft Fenster ausgetauscht. In einem Prozess musste geklärt werden, ob er das Recht dazu hatte.