04.06.2018

Eine Anschnallpflicht für Hunde besteht nach Auskunft von ARAG Experten nicht. Allerdings weisen sie darauf hin, dass Tiere in der Straßenverkehrsordnung (StVO) eine Ladung darstellen, die so zu verstauen und zu sichern ist, dass sie selbst bei einer Vollbremsung oder plötzlichen Ausweichbewegungen nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen können (§22 StVO). Und die ARAG Experten warnen: Wer dagegen verstößt, muss bei Gefährdung mit einem Bußgeld von bis zu 60 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen. Zudem riskieren nachlässige Fahrer im Schadensfall, dass die Versicherung ihre Leistungen kürzt. Eine fest verankerte Transportbox oder ein festes Metallgitter zwischen Laderaum und Rücksitzbank können Abhilfe schaffen.

Der Paragraf 23 der StVO regelt außerdem, dass der Fahrer dafür verantwortlich ist, dass seine Sicht und das Gehör nicht durch im Auto befindliche Tiere beeinträchtigt werden. Der laut bellende oder im Auto herumspringende Hund kann daher mit einem Bußgeld von 10 Euro geahndet werden.

Ein kleines Rechenbeispiel: Ein Hund, der nur 20 Kilogramm wiegt, wird bei einer Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern zu einem Geschoss mit einer Durchschlagskraft von 600 kg.

Das passende Gerichtsurteil

Die ARAG Experten verweisen die auf einen Fall, in dem ein Hund mehrfach im Fußraum vor dem Beifahrersitz von seinem Herrchen im Auto mitgenommen wurde, ohne dass der Hund seinen Platz verlassen hätte. Doch in diesem Fall kletterte die Zwergpudeldame in den Fußraum des Fahrers und lenkte ihn dadurch ab. Es folgte ein Autounfall mit einem Schaden, den die Versicherung des Unfallfahrers nicht regulieren wollte. Nach damaliger Rechtslage wurde es als grob fahrlässig eingestuft, den Hund nicht entsprechend zu sichern (OLG Nürnberg, Az.: 8 U 1482/93). ARAG Experten raten Hundehaltern daher, trotz größter und bester Erfahrungen mit seinem Tier immer mit unvorhersehbarem Verhalten des Vierbeiners zu rechnen.

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