23.01.2020

Es wird teurer, sich nicht an die Verkehrsregeln zu halten. Mit den geplanten Neuerungen der Straßenverkehrsordnung (StVO) will das Bundesverkehrsministerium dafür sorgen, dass es auf den Straßen sicherer, klimafreundlicher und gerechter zugeht. In diesem Rahmen werden auch zahlreiche neue Sinnbilder und Verkehrszeichen eingeführt. Das Änderungspaket hat noch nicht alle politischen Hürden genommen.

Parkrowdys geht es ans Portemonnaie

Wer unerlaubt in zweiter Reihe, auf Schutzstreifen oder auf Geh- und Radwegen hält, soll statt bisher ab 15 Euro künftig eine Geldbuße von bis zu 100 Euro zahlen. So kostet beispielsweise das Parken auf einem Behindertenparkplatz dann nicht mehr 35, sondern 55 Euro. Wer unberechtigt auf einem E-Auto-Stellplatz parkt, hatte bislang nichts zu fürchten. Die Neuregelung sieht hier nun ebenfalls 55 Euro vor.

Härtere Strafen, wenn man die Rettungsgasse ignoriert

Was hat man nicht alles versucht, um Autofahrern das Thema Rettungsgasse näher zu bringen: Schilder an Brücken, permanente Hinweise von Radiomoderatoren bei Staumeldungen, ganze TV-Berichte. Doch wer auf der Autobahn unterwegs ist, stellt ganz schnell fest: Einen Fahrer gibt es immer, der offensichtlich nicht zugehört hat. Daher wird auch das Thema Rettungsgasse künftig strenger gehandhabt: So kann das unerlaubte Nutzen einer Rettungsgasse genauso verfolgt und geahndet werden wie das Nichtbilden. Zwischen 200 und 320 Euro müssen Ignoranten dann berappen und es drohen ein Monat Fahrverbot sowie zwei Punkte in Flensburg.

Nicht nur die fehlende Rettungsgasse hindert Helfer oft daran, den Unfallort schnell zu erreichen. Auch Schaulustige, die lieber Fotos und Filme machen, und dadurch den Rettungseinsatz erschweren, sollen künftig durch höhere Geldstrafen härter bestraft werden. Wer Unfallopfer ablichtet und angezeigt wird, muss dann mit bis zu zwei Jahren Freiheitsentzug rechnen.

Klimaschonende Mobilität wird belohnt

Wer schon einmal in Amerika Auto gefahren ist, kennt die Spuren für Fahrgemeinschaften: Voraussetzung für die Nutzung dieser ‚Carpool-, Express oder Fast-Lanes‘ ist, dass sich inklusive Fahrer mindestens zwei, manchmal auch drei Personen im Fahrzeug befinden. Neue Spuren sind in Deutschland zwar nicht vorgesehen, aber Pkw, in denen mindestens drei Personen sitzen, sollen künftig die Busfahrstreifen nutzen dürfen. Die ARAG Experten weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass elektrisch betriebene Fahrzeuge bereits seit 2015 die Bussonderstreifen nutzen dürfen, wenn die zuständige Straßenbehörde entsprechende Zusatzzeichen aufgestellt hat.

Auch Carsharing soll gefördert werden: Wer einen entsprechenden Ausweis zur Kennzeichnung des Carsharing-Fahrzeugs gut sichtbar hinter die Windschutzscheibe legt, hat Vorrecht beim Parken auf ausgewiesenen Plätzen. Dafür wurde ein neues Sinnbild eingeführt. Welche Sinnbilder und Symbole es noch so im Straßenverkehr gibt, listet die Bundesanstalt für Straßenwesen hier auf.

Gut zu wissen für Autofahrer

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