03.05.2019

Elektrische Tretroller – so genannte E-Scooter sind leise, umweltfreundlich, kostengünstig im Verbrauch und eine interessante Lösung für städtische Pendler, um den letzten Kilometer zum Arbeitsplatz schnell zurückzulegen. Mit ca. 20 Kilometern Reichweite eignen sie sich auch für Städtetouren. Nur sind sie auf unseren Straßen noch nicht erlaubt. In Deutschland steht eine Straßenzulassung aber kurz bevor.

Wann kommt die Straßenzulassung?

Lange Zeit bewegte sich wenig in Sachen Straßenzulassung. Nachdem das Bundeskabinett am 3. April 2019 die Verordnung zur Zulassung von Tretrollern mit Elektromotor beschlossen hat, kann es jetzt schnell gehen. Nur noch der Bundesrat muss zustimmen. Am 17. Mai 2019 könnte es so weit sein.

Wo sind E-Scooter jetzt schon erlaubt?

E-Scooter haben schon in vielen EU-Ländern eine Straßenzulassung; zum Beispiel in Österreich, der Schweiz, Finnland, Norwegen, Belgien und Dänemark. In einigen Ländern gelten allerdings Geschwindigkeitsbegrenzungen.

In Deutschland sieht man die Tretroller mit Akku-Betrieb manchmal auf Firmen- oder Messegeländen, in Parks, auf Golf- und Campingplätzen. Auch in den riesigen Hafengebieten wie in Hamburg oder Duisburg wird man öfter mal von einem E-Scooter überholt.

Welche E-Scooter sind von der Verordnung erfasst?

Die betroffenen Tretroller müssen bestimmte Nornen erfüllen. So dürfen die Elektrokleinstfahrzeuge – so heißen die E-Scooter auf Beamten-Deutsch – ein Gewicht von 55 Kilogramm ohne Fahrer nicht überschreiten. Sie dürfen außerdem höchstens 70 cm breit und 200 cm lang sein. Mit Lenk-oder Haltestange dürfen sie bis zu 140 cm in der Höhe messen. Die zugelassene Höchstgeschwindigkeit beträgt 20 km/h.

Die Fahrzeuge müssen genau wie Fahrräder zwei unabhängig voneinander wirkende Bremsen aufweisen. Außerdem müssen die Steuerelemente für den Elektromotor sofort nach dem Loslassen in ihre Nullstellung zurückspringen. Sonst würde sich der Scooter bei einem ungewollten Absteigen ja selbstständig machen. Die Beleuchtung darf zwar abnehmbar sein, aber seitliche Reflektoren sind genauso Pflicht wie eine gut hörbare Klingel oder Glocke. Keine Hupe!

Wo dürfen E-Scooter demnächst fahren?

Geplant ist bislang, dass es auf die Geschwindigkeit ankommt: E-Scooter, die zwischen sechs und zwölf Stundenkilometer schnell sind, sollen die Gehwege benutzen müssen. Hier dürfen sie nur in Schrittgeschwindigkeit unterwegs sein.

Roller zwischen zwölf und 20 km/h dürfen nach der neuen Verordnung auf Radwegen und Radfahrstreifen rollen. Gibt es die nicht, gehören die schnelleren Flitzer auf die Fahrbahn.

Ob die Bundesländer bei der geplanten Regelung mitmachen, ist aber noch offen. Zuletzt haben sich einige Ländervertreter dafür ausgesprochen, die E-Scooter unabhängig von ihrer Geschwindigkeit von den Gehwegen auf die Straße beziehungsweise auf Radwege zu verbannen.

Ein paar Fakten

  • Führerschein

    Eine spezielle Fahrerlaubnis ist nicht erforderlich. Jugendliche ab 14 Jahren dürfen die E-Scooter mit einer Höchstgeschwindigkeit bis 20 km/h fahren und die 12- bis 14-Jährigen müssen sich mit den etwas langsameren Modellen bis zwölf km/h begnügen – so zumindest die Planung des Bundesverkehrsministers. Denn auch beim Mindestalter von zwölf Jahren scheinen derzeit einige Bundesländer nicht mitziehen zu wollen. Sie sprechen sich für ein durchgängiges Mindestalter von 14 Jahren aus.
  • Versicherung

    Die Haftpflichtversicherung wird hinten am Fahrzeug durch einen Versicherungsaufkleber mit fälschungssicherem Hologramm dokumentiert.
  • Helm

    Es besteht keine Helmpflicht. Doch je nachdem wo und mit welchen Geschwindigkeiten man unterwegs ist, sollte man das Tragen eines Kopfschutzes in Betracht ziehen.
  • Promille

    Für Fahranfänger gilt die 0,0 Promillegrenze, für alle anderen Fahrer ist mit 0,5 Promille Alkohol im Blut Schluss. Ansonsten drohen Bußgeld und Fahrverbot.
UNSERE EMPFEHLUNG

Private Unfallversicherung

Private Unfallversicherung

Sollte einmal das Unerwartete ein­treten, sind wir für Sie da. Entscheiden Sie selbst, wie viel Leistung Sie sich für Ihre Unfallversicherung wünschen und wie hoch Ihre Versicherungssumme sein soll. Ganz nach Ihrem Bedarf und Ihrer Lebenssituation.

Was gilt für E-Skateboards?

Auch Elektro-Skateboards sind flott unterwegs und sehen cool aus. Die Werbung verspricht das einzigartige Surf- und Snowboardfeeling. Klingt vielversprechend, hat aber einen Haken: Die Longboards mit Elektromotor sind offiziell keine Sportgeräte.

Die Durchführungsverordnung (EU) 2015/386 von 2015 regelt die Einordnung von vierrädrigen Skateboards, deren Elektromotor per Fernbedienung gesteuert wird. Da es an Lenk- und Bremssystemen fehlt, kommt eine Einordnung als Kraftfahrzeug nicht in Frage.

Mit einer Geschwindigkeit von 10 bis 31 km/h (Hersteller geben zum Teil Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 45 km/h an) scheidet auch eine Einreihung als Spielfahrzeug für Kinder aus. Folglich sind die Skateboards in die Unterposition 9506 99 90 der Kombinierten Nomenklatur (KN) für Waren zur Verwendung als Unterhaltungsware aus dem Sportbereich einzureihen.

Das mag für Skater nach Haarspalterei klingen, kann aber weitreichende Folgen haben, weil die Nutzung im öffentlichen Straßenverkehr nicht eindeutig geregelt ist. Weil die Elektro-Skateboards nicht als Sportgeräte gelten, sind sie in der Regel auch nicht bei der privaten Haftpflichtversicherung mitversichert.

Dort gilt allgemein die 6-km/h-Grenze. Der Betrieb der mehrere hundert Euro teuren Boards ist derzeit nur auf privaten Plätzen oder auf dafür vorgesehenen und abgegrenzten Arealen uneingeschränkt erlaubt.

UNSERE EMPFEHLUNG

Private Unfallversicherung

Private Unfallversicherung

Sollte einmal das Unerwartete ein­treten, sind wir für Sie da. Entscheiden Sie selbst, wie viel Leistung Sie sich für Ihre Unfallversicherung wünschen und wie hoch Ihre Versicherungssumme sein soll. Ganz nach Ihrem Bedarf und Ihrer Lebenssituation.

Kann ich mein Skateboard versichern?

Kann ich mein Skateboard versichern?

Skateboard gebrochen? Beim Skaten schwer gestürzt? Oder vielleicht einen Fußgänger angefahren? Wir sagen Ihnen, wie Ihnen Ihre Versicherung jetzt helfen kann.

Projekt skate-aid: Bretter für die Welt

skate-aid: Bretter für die Welt

20 Projekte auf vier Kontinenten. Skateboarding als Werkzeug für eine bessere Zukunft.

Neue deutsche Welle: das Stand Up Paddling

Stand up Paddling mit Hund

Eine königliche Sportart, die lange Zeit in Vergessenheit geraten ist, aber nun wieder zu neuem Leben erwacht. Aufrecht Paddeln? Auf geht's!