Auch unter Corona-Bedingungen: Mit dem Rad zur Arbeit fahren, eine Stadt auf neue Art erkunden, zu zweit eine Fahrradtour machen: Radfahren kann so schön sein. Damit es auch sicher ist und vergnüglich bleibt, haben wir für Sie nützliche Informationen rund ums Rad zusammengetragen. Wir starten mit den neuesten Regeln aus der Straßenverkehrsordnung.

Aktuell! Mehr Sicherheit für Radfahrer: Neue Regeln aus der Straßenverkehrsordnung

Am 28.April tritt eine Novelle der Straßenverkehrsordnung in Kraft. Viele Neuerungen betreffen Radfahrer. Wir haben die wichtigsten zusammengestellt.

Sicherheitsabstand beim Überholen

Aus einem „ausreichenden Seitenabstand“ wird ein Mindestüberholabstand. Autofahrer müssen im Ort 1,50 Meter Sicherheitsabstand einhalten – auch gegenüber Fußgängern und Elektrokleinstfahrzeugen. Außerorts sind es zwei Meter.

Nebeneinander fahren

Radfahrer dürfen grundsätzlich nebeneinander fahren, solange genug Platz da ist. Nur wenn andere Verkehrsteilnehmer behindert werden, müssen sie hintereinander fahren.

Lkws müssen beim Rechtsabbiegen Schrittgeschwindigkeit einhalten

Wollen Kraftfahrzeuge über 3,5 t innerorts abbiegen, dürfen sie maximal elf Stundenkilometer schnell sein. Verstöße können 70 Euro Bußgeld und einen Punkt im Fahreignungsregister kosten.

Radfahrer-Grünpfeil bei roter Ampel

Die bestehende Grünpfeilregelung gilt nun auch für Radfahrer, die aus einem Radfahrstreifen oder Radweg heraus rechts abbiegen wollen. Radfahrer müssen – wie Autofahrer – kurz anhalten, ehe sie bei Rot abbiegen dürfen. Neuerdings gibt es auch ein eigenes Verkehrszeichen mit grünem Pfeil, das nur für Radfahrer gilt.

Erwachsene dürfen im Lastenrad mitfahren

Bisher durfte man nur Kinder bis sieben Jahre an Bord eines Lastenrads kutschieren. Jetzt dürfen auch Jugendliche und Erwachsene mitgenommen werden.

Generelles Haltverbot auf Schutzstreifen

Schutzstreifen für den Radverkehr trennen den Rad- und den Autoverkehr mit einer gestrichelten weißen Linie. Bisher durften Autos dort bis zu drei Minuten halten. Jetzt gilt ein generelles Haltverbot.

Neue Fahrradzonen

Analog zu den Tempo 30-Zonen können so genannte Fahrradzonen eingerichtet werden. Für den Fahrverkehr gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h. Der Radverkehr darf weder gefährdet noch behindert werden.

Mehr Einbahnstraßen für Radfahrende in Gegenrichtung

Die Straßenverkehrsbehörden sollen prüfen, ob sie weitere Einbahnstraßen in Gegenrichtung für Radfahrende freigeben können.

Aber auch ...

Mehr Bußgeld für regelwidriges Radfahren auf Gehwegen

Eine Bußgelderhöhung gilt für Radfahrer: Wer regelwidrig auf Gehwegen radelt, muss statt 10 bis 25 Euro künftig 55 bis 100 Euro Bußgeld zahlen.

Pflichtprogramm fürs Fahrrad

Zwei unabhängig funktionierende Bremsen: Vorderbremse und Hinterradbremse
Hell tönende, also laute Klingel
Weißer Frontscheinwerfer mit weißem Reflektor
Roter Großflächenrückstrahler, rotes Rücklicht und kleiner roter Reflektor
Je zwei gelbe Speichenreflektoren pro Rad oder alternativ Reflektorstreifen
Pedale mit je zwei gelben Rückstrahlern, die nach vorne und hinten reflektieren

Die Beleuchtung nicht vergessen

Eine wichtige Komponente, die leider oft vernachlässigt wird, ist eine funktionierende Beleuchtung. Beispielsweise muss die Fahrradbeleuchtung am Rad fest angebracht sein. Eine Batterie-Stirnlampe reicht nicht aus. Das Licht am Rad muss auch bei hellstem Sonnenschein funktionieren! Die Pflicht zum Dynamo ist allerdings Geschichte: Lampen mit Akkus und Batterien sind inzwischen legal. Batterielampen brauchen zehn Lux Mindestbeleuchtungsstärke und eine Kontrollleuchte für den Batteriezustand.

Bußgelder für Radfahrer: Auch Radler können punkten

Wussten Sie, dass ein Handytelefonat auf dem Rad 55 Euro kosten kann? Oder wie viel ein Geisterfahrer auf dem Radweg zahlt? Und kennen Sie die Folgen, wenn Sie eine rote Ampel missachten? Nachlesen können Sie dies im Bußgeldkatalog, der selbstverständlich auch für Radfahrer gilt.

So kann radeln im stark alkoholisierten Zustand teuer werden: Ab 1,6 Promille liegt eine Straftat vor und Sie können vor Gericht angeklagt werden. Übrigens auch dann, wenn Sie weniger getrunken haben, aber einen Unfall verursachen. Das kann den Führerschein kosten.

Wie am Lenkrad ist das Radeln mit dem Handy am Ohr verboten. Werden Sie mit einem Mobiltelefon ohne Freisprecheinrichtung am Lenker erwischt, müssen Sie eine Strafe zahlen. Auch das Musikhören oder Telefonieren per Ohrstöpsel oder Kopfhörer ist problematisch. Erlaubt ist es nur, wenn Sie Warnsignale noch wahrnehmen können.

Und denken Sie nicht, Sie wären als Radfahrer vor Eintragungen in Flensburg sicher. Ab 60 Euro Bußgeld gibt es Punkte in der Verkehrssünderkartei, sogar wenn Sie überhaupt keinen Führerschein besitzen.

Das passende Gerichtsurteil

Auf dem Radweg sollten Sie besser in Fahrtrichtung radeln. Wer als Geisterfahrer auf dem Radweg unterwegs ist, kann bei einem Unfall mit schuld sein – auch wenn ihm die Vorfahrt genommen wurde. Das hat das Oberlandesgerichts Hamm entschieden.

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Fehlerfrei unterwegs: Die Straßenverkehrsordnung (StVO) für Fahrradfahrer

In der Straßenverkehrsordnung (StVO) hat der Gesetzgeber die Regeln für alle Verkehrsteilnehmer zusammengefasst. Für Radfahrer gelten die gleichen Verkehrsregeln wie für Autofahrer, auch wenn manche Vorschrift für Radler etwas lockerer ausgelegt ist. Damit Sie nun nicht erst das Gesetzeswerk studieren müssen, ehe Sie sich aufs Rad schwingen, haben wir Ihnen die relevanten Vorschriften zusammengestellt. Außerdem räumen wir mit gängigen Irrtümern auf.

Schild Fahrradzone

Neu in 2020
In den neuen Fahrradzonen gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h für den Fahrverkehr.

Radweg

Fahrräder und Pedelecs müssen den Radweg benutzen – und zwar nur in der jeweiligen Fahrtrichtung. Radwege können übrigens zukünftig auch für E-Bikes freigegeben werden. Außerorts dürfen sie generell und innerorts auf extra dafür ausgewiesenen Radwegen fahren. Von der neuen Regelung ausgenommen sind schnelle Elektrofahrräder – sogenannte S-Pedelecs -, die mehr als 25 km/h fahren können.

Rechts fahren schützt vor einem Bußgeld. Jedoch nicht befahren werden müssen: Schlaglochpisten, vereiste, stark verschmutzte oder zugeparkte Radwege.

StVO für Fahrradfahrer

Radler haben auf dem Zebrastreifen wie Fußgänger Vorrang – aber nur, wenn sie ihr Rad schieben. Fahren ist zwar erlaubt; dann haben aber die Autos Vorfahrt!

Kinder auf dem Gehweg begleiten

Eltern dürfen ihre radfahrenden Kinder vor dem neunten Geburtstag mit dem Fahrrad auf dem Gehweg begleiten. Laut Gesetz darf eine mindestens 16 Jahre alte Aufsichtsperson mit auf dem Gehweg fahren. Dabei müssen die Radler allerdings Rücksicht auf Fußgänger nehmen, die auf dem Gehweg immer Vorrang haben.

Schild Grünpfeil Fahrrad

Neu in 2020
Den Grünpfeil an roter Ampel gibt es jetzt auch für Radfahrer, wenn sie aus einem Radfahrstreifen oder Radweg heraus rechts abbiegen wollen. Wie Autofahrer müssen sie kurz anhalten, ehe sie bei Rot abbiegen dürfen.

Fahrradfahrer und Fußgänger

Radler teilen sich den Weg mit Fußgängern und müssen Rücksicht nehmen.

Straßenverkehrsordnung Fahrrad

Radler und Fußgänger haben eine eigene Spur. Radler dürfen beim Überholen nicht auf den Gehweg ausweichen.

Straßenverkehrsordnung: Fahrradstraße

Eine Straße speziell für Radler oder Inline-Skater. Autos dürfen nur fahren, wenn dies ausnahmsweise durch ein Zusatzschild erlaubt ist – aber maximal Tempo 30 und mit Rücksicht auf die Radler und Skater. Radfahrer dürfen nebeneinander fahren.

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