ARAG.de verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen, stimmen Sie der Cookie Nutzung zu. Mehr zu Cookies

ARAG GesundheitsApp

Belege bequem per App einreichen.

In einem Verein haben Sie es mit Bankverbindungen, Anschriften und E-Mail-Adressen zu tun. Diese Daten unterstehen dem Persönlichkeitsrecht, welches vom Bundesdatenschutzgesetz gewahrt wird.

Spätestens seit Whistle-blower Snowden hat sich jeder schon einmal Gedanken um seine persönlichen Daten im Netz gemacht. In Deutschland leitet das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) zu verantwortungsvollem Umgang mit personenbezogenen Daten an. Es soll das Persönlichkeitsrecht jedes Einzelnen wahren.

Führen Sie einen Verein, haben Sie es, angefangen beim Namen der Mitglieder, mit vielen sensiblen Daten zu tun. Sie dürfen Sie erheben, speichern, ändern, übermitteln und nutzen, sofern dies dazu beiträgt, den Vereinszweck zu erfüllen. Die Vereinsmitglieder vertrauen Ihnen ihre Daten an, und egal, ob Ihr Verein eingetragen ist oder nicht, er muss das Persönlichkeitsrecht seiner Mitglieder berücksichtigen. Daran kann auch die Vereinssatzung nicht rütteln.

Welche Vereinsdaten müssen geschützt werden?

Personenbezogene Daten, die im gewöhnlichen Verein mindestens abgefragt und geschützt werden müssen, sind:

Icon Personendaten

Name und Anschrift

Geburtsdatum

Eintrittsdatum

Bankverbindung

Oft werden weitere Daten erhoben, wie die Telefonnummer, der Beruf, die E-Mail-Adresse. Auch diese gehören zu den Informationen über persönliche oder sachliche Verhältnisse eines bestimmten Menschen, die Sie schützen müssen. Erst wenn die Person verstorben ist, endet das Persönlichkeitsrecht. Das bedeutet, Sie dürfen die persönlichen Daten – zum Beispiel den Namen und das Geburtsdatum – verwenden, um einen Nachruf zu verfassen.

Umgang mit Daten zu Vereinszwecken

Umgang mit Daten zu Vereinszwecken

Per Gesetz werden Sie dazu aufgefordert, den Vereinszweck festzulegen, für den Sie Daten über ihre Mitglieder sammeln, analysieren und weitergeben. Das kann neben der Bankverbindung, die Sie für den Einzug der Beiträge benötigen, auch die Sprungweite des letzten Wettbewerbs eines Mitglieds sein, die Sie in der Zeitung, am schwarzen Brett, auf der Homepage oder in der Zeitung veröffentlichen wollen – als Öffentlichkeitsarbeit. Ansonsten dürfen Sie personenbezogene Daten verarbeiten, wenn es sich um allgemein zugängliche Daten handelt und Sie davon ausgehen können, dass der Betroffene nichts dagegen einzuwenden hat. Aber Sie müssen die Mitglieder in jedem Fall darüber informieren, welche Stelle die Daten verarbeitet, warum und an wen sie noch gelangen, sofern damit nicht zu rechnen ist. Klären Sie diese Frage mit den Vorstandsmitgliedern und der Mitgliederversammlung.

Fassen Sie einen Beschluss und verpflichten Sie diejenigen, die Sie mit der sensiblen Datenverarbeitung betrauen, schriftlich dazu, das Datengeheimnis zu wahren.

Und wenn Sie die Vereinsmitglieder benachrichtigen, dann geben Sie Ihnen den Hinweis, dass Sie ein Recht auf Auskunft über ihre Daten haben, dass sie sie korrigieren, sperren oder löschen lassen können. Werden Sie dazu aufgefordert, sie zu löschen, oder Sie benötigen Daten nicht mehr, dann entsorgen Sie sie so, dass auch dann niemand Einblick nehmen kann. Mitglieder- oder Spendenlisten beispielsweise dürfen nicht an einem Stück in den Mülleimer geworfen werden.
Sie brauchen einen Zerkleinerer, einen sicheren Aufbewahrungsort und Umgang. Auch digital müssen Sie für Sicherheit sorgen, um zu verhindern, dass Daten an Unbefugte gelangen, missbräuchlich verwendet werden oder verloren gehen.

Mitgliederlisten oder -verzeichnisse an Vereinsmitglieder herausgeben?

Persönliche Daten wie die Mitgliederliste dürfen Sie intern bekannt machen, wenn es Zweck Ihres Vereins ist, die Geselligkeit zu fördern. Ist das nicht der Fall, aber die Mitglieder haben Interesse daran, müssen Sie es mit eventuell gegensätzlichen Interessen des Vereins und der Mitglieder abwägen. Damit sich aber Mitglieder mit anderen zusammenfinden können, um zum Beispiel einen Minderheitsantrag zu stellen, müssen Sie Ihnen Einsicht in die Mitgliederliste gewähren.

Datenverarbeitung für fremde Zwecke und Weitergabe an Dritte

Sollte eines Ihrer Vereinsmitglieder jemandem einen Schaden zugefügt haben und die Polizei verlangt persönliche Informationen von Ihnen, dann dürfen Sie sie herausgeben. Es gilt für vereinsfremde Zwecke: Ein Verein darf dann personenbezogene Daten übermitteln oder nutzen, wenn damit berechtigte Interessen eines Dritten gewahrt werden, dadurch Gefahren für die staatliche oder öffentliche Sicherheit abgewehrt werden können oder eben, um Straftaten zu verfolgen. Ansonsten nur mit Einwilligung des Betroffenen.
Mit folgenden Interessen haben Sie es in Vereinen häufig zu tun:

  • Daten wie die Zugehörigkeit zu einer Personengruppe, Name, Anschrift und Geburtsjahr werden für die Markt- und Meinungsforschung angefragt. Wirtschaftsunternehmen und Sponsoren verlangen manchmal die Mitgliederdaten für eine Leistung, um sie zu Werbezwecken einzusetzen. Dazu benötigen Sie die Einwilligung der betroffenen Mitglieder. Besonders dann, wenn es sich um besonders schutzbedürftige Daten beispielsweise über die Gesundheit, politische oder religiöse Einstellungen von Personen handelt.

    Nur dann, wenn Interessen von Vereinsmitgliedern offensichtlich nicht entgegenstehen, können Mitgliederdaten ohne Einwilligung an Dritte weitergegeben werden. Diskutieren Sie das am besten auf einer Mitgliederversammlung und fassen Sie einen Beschluss.
  • Fußball- und Leichtathletikvereine sind oft verpflichtet, die Daten seiner Mitglieder regelmäßig einer Dachorganisation wie einem Bundes- oder Landesverband zu übermitteln. Nehmen Sie diese Information gleich in Ihre Vereinssatzung auf, sodass der Datenübertragung nichts im Weg steht.
  • Vereine dürfen grundsätzlich keine Angaben über Mitglieder an die Presse oder an andere Medien übermitteln. Eine Ausnahme könnte aber sein, dass der Verein ins Gerede kommt, weil er ein Mitglied ausgeschlossen hat und eine Information darüber im Interesse des Vereins liegt.
  • Will der Verein Informationen über seine Mitglieder wie etwa Spielergebnisse auf der Vereins-Website veröffentlichen, müssen die Betroffenen vorher schriftlich belehrt werden. Informieren Sie Ihre Mitglieder, welche Daten sie ins Internet stellen wollen und warum, damit sie gegebenenfalls widersprechen können.

    Wählen Sie sorgfältig aus, was wirklich nötig ist, um sich online zu präsentieren. Weisen Sie die Betroffenen darauf hin, wie weit die Daten unkontrolliert verknüpft und verändert werden können, damit sie sich der Tragweite der Weitergabe bewusst werden.

Datenschutzbeauftragter im Verein

Sind in Ihrem Verein mindestens zehn Personen mit der automatisierten Erhebung, Verarbeitung oder Nutzung personenbezogener Daten beschäftigt, dann haben Sie nach dem BDSG einen Datenschutzbeauftragten zu bestellen. Tun Sie es nicht, begehen Sie eine Ordnungswidrigkeit, die mit Bußen bis zu 50.000 Euro geahndet werden.

Ihr Datenschutzbeauftragter darf kein Vorstandsmitglied und nicht für die Datenverarbeitung verantwortlich sein. Und er muss kein Mitglied des Vereins sein. Üblicherweise wird er vom Vorstand bestellt, ihm unmittelbar unterstellt und vom Vorstand unterstützt. Der Datenschützer sollte nicht nur den Verein gut kennen, sondern auch das Datenschutzrecht. Muss der Verein keinen Datenschutzbeauftragten bestellen, hat der Vorsitzende sicherzustellen, dass der Verein die Regeln des Datenschutzes einhält.

Unsere Empfehlung

ARAG Rechtsschutz

Brauchen Sie rechtlichen Rat, sind wir nur einen Anruf entfernt. Unsere Anwälte beraten Sie im jeweiligen Landesrecht. Und sollte es mal zu einem Rechtsstreit kommen, tragen wir die Kosten für Prozess und Anwalt. Wir zahlen für Entschädigungen und gerichtlich bestellte Gutachter. Sie können gelassen bleiben.

 
 
1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6
 

Könnte Sie auch interessieren

Ihre Datenschutzerklärung im Netz

In unserem Beitrag zum sicheren Impressum, zeigen wir ebenso wie Sie online ein sichere Datenschutzerklärung hinterlegen.

Mit der Vereinssatzung den Sportverein regeln

Jeder Verein braucht eine Satzung. Was von Gesetz wegen hinein gehört und was darüber hinaus sinnvoll ist, zeigen wir am Beispiel eines Fußballvereins.

Kassenwart vs. Vereinsvorstand – Wer darf was?

Darf sich der Vorstand in die Aufgaben des Kassenwarts einmischen. Ein Beispiel wie weit die Befugnisse von Vorstand und Kassenwart reichen.