Kaum hat ein Baby das Licht der Welt erblickt, sehen seine Eltern oftmals kein Land mehr. Der Grund dafür: die Formalitäten nach der Geburt. Keine Sorge: Wir lassen Sie nicht allein! Folgen Sie einfach den sieben Schritten, die wir für Sie zusammengestellt haben.

Nachwuchs bringt viel Leben und Freude in die Familie – aber auch jede Menge Fragen und Formalitäten mit sich: Was ist der Unterschied zwischen Kindergeld und Elterngeld? Welche Unterlagen brauche ich wofür?

Damit Sie sich nicht unvorbereitet einen Weg durch den Behördendschungel bahnen müssen und schnell einen Überblick über die notwendigen und sinnvollen Maßnahmen bekommen, finden Sie hier relevante und hilfreiche Informationen.

1. Schritt: die Geburtsurkunde

Kaum geboren, bekommt Ihr neues Familienmitglied auch schon die erste Urkunde – die Geburtsurkunde. Aber nicht automatisch; sie muss innerhalb einer Woche nach der Geburt beim zuständigen Standesamt beantragt werden. In den meisten Krankenhäusern können Sie die ausgefüllten Unterlagen direkt einreichen. Das Standesamt wird Ihnen Bescheid geben, sobald die Urkunde ausgestellt ist und abgeholt werden kann. Auf Wunsch wird sie Ihnen auch nach Hause geschickt.

Benötigte Unterlagen:

Geburtsbescheinigung des Krankenhauses oder Bescheinigung der Hebamme

Gültiger Personalausweis oder Reisepass der Mutter und des Vaters

Bei Verheirateten: Heiratsurkunde oder beglaubigte Abschrift aus dem Familienbuch

Bei Ledigen: Abstammungs- bzw. Geburtsurkunden der Eltern und ggf. Vaterschaftsanerkennung und Sorgeerklärung

2. Schritt: das Einwohnermeldeamt

In der Regel gibt das Standesamt die Info über die Geburt Ihres Kindes automatisch an das Einwohnermeldeamt weiter. Wenn Sie sicher gehen wollen, sollten Sie dort anrufen und nachfragen. Beim Einwohnermeldeamt können Sie auch einen Kinderreisepass für Ihren Nachwuchs beantragen. Der ist inzwischen auch bei Reisen ins EU-Ausland Pflicht. Bei der Antragstellung muss Ihr Kind dabei sein.

Benötigte Unterlagen:

Personalausweis oder Reisepass der Eltern (ggf. Einverständniserklärung des nicht anwesenden Elternteils)

Geburtsurkunde

Vaterschaftsanerkennung (falls vorhanden)

Foto Ihres Kindes (für einen Kinderreisepass)

Ohne Umwege zum richtigen Anwalt

 

So funktioniert's

Erzählen Sie uns Ihr Problem.

Beschreiben Sie uns Ihren Fall in wenigen Worten.

Wählen Sie Ihr Match.

Schauen Sie sich drei passende Rechtsanwälte an und treffen Sie Ihre Auswahl.

Senden Sie Ihren Fall.

Entspannen Sie sich. Ihr Anwalt kontaktiert Sie mit einem Lösungsvorschlag.

 

Sie werden zu unserem Partner hellolaw weitergeleitet

3. Schritt: eine Krankenversicherung

Kinder Krankenversicherung

Um Ihr Kind von Geburt an bestmöglich abzusichern, sollten Sie schnell dafür sorgen, dass es krankenversichert ist. Wenn Sie selbst gesetzlich versichert sind, wird Ihr Nachwuchs über die Familienversicherung kostenlos mitversichert. Hier reicht erst einmal ein kurzer Anruf bei Ihrer Krankenkasse, um das entsprechende Formular anzufordern. Einfach den Antrag ausfüllen und zusammen mit einer Kopie der Geburtsurkunde zurückschicken. Innerhalb weniger Tage wird die Kasse Ihnen die erste Versichertenkarte Ihres Kindes zusenden. Es ist eine reine Formalität, ohne Mehrkosten für Sie.

Bei privaten Krankenversicherungen gibt es keine Familienversicherung. Hier müssen Sie für Ihr Kind einen eigenen Vertrag abschließen. Tun Sie das innerhalb von zwei Monaten nach der Geburt, findet keine Gesundheitsprüfung durch die Versicherung statt. Voraussetzung dafür ist, dass der besserverdienende Elternteil selbst auch in der entsprechenden privaten Krankenversicherung versichert ist. Die genauen Bedingungen sollten Sie am besten schon vor der Geburt mit Ihrer Versicherung abklären.

4. Schritt: das Kindergeld

Kindergeld bekommen alle deutschen Staatsbürger mit ständigem Wohnsitz in Deutschland, unabhängig von der Höhe ihres Einkommens. Auch in Deutschland wohnende Ausländer haben unter bestimmten Voraussetzungen einen Kindergeldanspruch. Ebenso können Sie Kindergeld bekommen, wenn Sie als Deutscher im Ausland leben, hier aber steuerpflichtig sind. Kindergeld gibt es maximal bis zum 25. Geburtstag des Kindes.

Der Anspruch auf Kindergeld verjährt sechs Monate nach der Geburt. Warten Sie deshalb nicht zu lange mit dem Antrag.

Das Antragsformular bekommen Sie über die Familienkasse. Oder Sie laden es sich hier direkt herunter und schicken es ausgefüllt, zusammen mit der Geburtsbescheinigung, an die Familienkasse.

Neu

Bis spätestens 2022 sollen staatliche Leistungen für Familien, wie etwa Kinder- oder Elterngeld, gebündelt per Mausklick beantragt werden können.

In Berlin, Bremen, Hamburg, Rheinland-Pfalz sowie Sachsen und Thüringen kann Elterngeld über das Portal des Bundesfamilienministeriums „ElterngeldDigital“ bereits jetzt schon online beantragt werden, weitere Bundesländer folgen kontinuierlich.

Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und das Saarland haben alternative Anwendungen, über die ebenfalls eine Online-Antragstellung möglich ist.

Benötigte Unterlagen:

Ausgefüllter Antrag der Familienkasse

Geburtsbescheinigung

Kindergeldanspruch 2020

Mehr Kindergeld ab 2021

Um Familien stärker zu entlasten, sollen Eltern ab 1. Januar 2021 mehr Kindergeld bekommen. Der Entwurf der Bundesregierung für das Zweite Entlastungsgesetz sieht eine monatliche Erhöhung von 15 Euro pro Kind vor. Damit bekommen Eltern ab Januar voraussichtlich jeweils 219 Euro monatlich für das erste und zweite Kind, 225 Euro für das dritte Kind und 250 Euro im Monat ab dem vierten Kind. Zudem will die Bundesregierung den Kinderfreibetrag und den Freibetrag für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf für die Einkommenssteuer um jeweils 144 Euro pro Elternteil erhöhen. Auf eine Summe von 8.388 Euro im Jahr müssen Elternpaare dann keine Einkommenssteuer zahlen.

5. Schritt: Elterngeld und ElterngeldPlus

Nach der Geburt eines Kindes steht allen Eltern Elterngeld zu. Es wird zwölf Monate gezahlt, wenn ein Elternteil für die Erziehung des Neugeborenen pausiert. Bleibt auch der andere Elternteil mindestens zwei Monate zu Hause, erhöht sich der Zeitraum der Zahlung auf 14 Monate. Alleinerziehende erhalten direkt 14 Monate Elterngeld. Diejenigen, die nach der Geburt schnell wieder in Teilzeit in ihren Job einsteigen wollen, können auch das ElterngeldPlus in Anspruch nehmen. Dabei verdoppelt sich die Bezugsdauer des Elterngelds. Die Höhe des Elterngeldes richtet sich nach dem Nettolohn des pausierenden Elternteils, ist allerdings bei maximal 1.800 Euro monatlich gedeckelt. In die Berechnung fließen übrigens auch vom Arbeitgeber als laufender Arbeitslohn gezahlte Provisionen ein.

Elterngeld können Sie innerhalb der ersten drei Monate nach der Geburt Ihres Kindes beantragen. Den Antrag bekommen Sie bei der zuständigen Elterngeldstelle. Mehr Infos finden Sie in unserem ausführlichen Artikel zum Elterngeld

Benötigte Unterlagen:

Ausgefüllter Antrag der Elterngeldstelle

Geburtsurkunde

Bescheinigung über Mutterschaftsgeldzahlung (Krankenkasse)

Bescheinigung über Zuschuss zum Mutterschaftsgeld nach der Entbindung (Arbeitgeber)

Gehaltsnachweise

Sonderfall Covid-19

Damit Eltern keinerlei Nachteile durch das Coronavirus haben, können Elternteile mit systemrelevanten Berufen, z. B. Pfleger im Krankenhaus, Ärzte oder Mitarbeiter eines Supermarktes, die Elterngeldmonate aufschieben, bis die Corona-Pandemie eingedämmt ist. Reduziertes Einkommen von Corona-bedingter Kurzarbeit oder Freistellung hat keine Auswirkungen auf die Höhe des Elterngeldes und fließt nicht in die spätere Berechnung des Elterngeldes mit ein. Auch der Partnerschaftsbonus bleibt unangetastet, sollte sich aufgrund der Corona-Krise aktuell der Arbeitsumfang ändern. Diese zusätzliche Leistung bekommen Eltern, die gleichzeitig in Teilzeit arbeiten und sich die Kindererziehung teilen.

6. Schritt: Anerkennung der Vaterschaft

Sofern Sie nicht verheiratet sind, kann der Vater bereits vor der Geburt des Kindes beim Jugendamt seine Vaterschaft anerkennen. Genauso ist das auch noch nach der Geburt möglich. Die Mutter muss der Anerkennung des Vaters zustimmen.

Benötigte Unterlagen:

Ausweise oder Reisepässe

Geburtsurkunde des Kindes, wenn schon vorhanden

Geburtsurkunden bzw. Abstammungsurkunden der Elternteile

 

Ohne Umwege zum richtigen Anwalt

Schildern Sie Ihr Problem und wir finden die besten Anwälte für Sie.

Sie werden zu unserem Partner hellolaw weitergeleitet

7. Schritt: der Kinderfreibetrag

Sie haben die Möglichkeit, beim Finanzamt einen steuerlichen Vorteil zu beantragen, den sogenannten Kinderfreibetrag. Der Kinderfreibetrag wurde 2020 auf 2.586 Euro je Elternteil erhöht. Beiden Elternteilen zusammen steht also ein Freibetrag von 5.172 Euro pro Kind zu. Dazu kommt noch der Erziehungsfreibetrag, der je Kind bei 2.640 Euro liegt.

Insgesamt bleiben damit für jedes Kind 7.812 Euro vom Einkommen der Eltern steuerfrei. Einen Rechtsanspruch auf den Freibetrag haben Eltern vom Geburtsmonat des Kindes an.

Geben Sie eine Steuererklärung ab, prüft das Finanzamt in diesem Rahmen, ob Kindergeld oder Kinderfreibetrag für Sie im Steuerjahr vorteilhafter war. Aus diesem Grund sollte auf jeden Fall immer auch die Zahlung von Kindergeld beantragt werden.

 
Benötigte Unterlagen:

Formular: Antrag auf Lohnsteuerermäßigung

 

Unsere Absicherung für Ihre Familie

Sichern Sie sich und die Menschen, die Sie am meisten lieben, ab! Mit unserem maßgeschneiderten Familienrechtsschutz helfen wir Ihrer Familie, das Leben gelassen zu genießen. Denn wir tragen das finanzielle Risiko und sind schon lange vor einem Rechtsstreit für Sie da.

Könnte Sie auch interessieren

Ihr Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz

Vor allem in Großstädten ist die Betreuungssituation angespannt. Daher sollten Sie sich frühzeitig um einen Kita-Platz kümmern. Wir erläutern Ihnen, welche Rechte Sie dabei haben.

Wann, wie und wo sollte man Elterngeld beantragen?

Was ist das neue Elterngeld Plus und wie nutzen Sie den Partnerschaftsbonus? Unsere fundierten Infos rund um das Thema Elterngeld.

Vorsorgeuntersuchungen bei Kindern

Das Baby ist da! In den ersten Tagen lernt es seine Eltern kennen. Doch schon bald stehen auch wichtige Vorsorgeuntersuchungen an. Was Sie wissen müssen.