Sachspenden sortieren, als helfende Hand bei der Essensausgabe oder als Dolmetscher mit Ihren Fremdsprachenkenntnissen – Sie haben viele Möglichkeiten, wenn es darum geht, Flüchtlinge und Asylbewerber in Deutschland willkommen zu heißen und zu unterstützen. Denn eines ist sicher: ehrenamtliche Helfer werden überall gesucht.

© Bild: "Jean-Paul Pastor Guzmán / Flüchtlinge Willkommen" „Lars van den Brink“

Ihre Möglichkeiten zur ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe

Zahlreiche ehrenamtliche Flüchtlingshelfer sorgen dafür, dass Flüchtlinge und Asylbewerber nach Ihrer Ankunft in Deutschland gut versorgt werden. Aber auch darüber hinaus, gibt es viele Aufgaben zu bewältigen, auf dem Weg der Integration in die Gesellschaft und in den lokalen Arbeitsmarkt. Ihre Unterstützung ist Gold wert.

Sie können Ihr Know-how, Ihre Zeit und Ihre finanziellen Mittel auf ganz unterschiedliche Art und Weise einsetzen, um zu helfen. Hier einige Anregungen:

  • Gezielte Sachspenden werden immer gebraucht. Über die Webseiten von lokale Initiativen finden Sie heraus, was genau, wann und wo gebraucht wird.
  • Begleiten Sie Flüchtlinge bei Behördengängen in Ihrer Stadt, vor allem um die Sprachbarrieren zu durchbrechen. Wenn Sie Arabisch, Persisch oder Farsi sprechen, sind Ihre Sprachkenntnisse als Dolmetscher sehr stark gefragt.
  • Sie können natürlich Geld spenden. Doch wohin genau? Auf www.fluechtlingsrat.de finden Sie den zuständigen Flüchtlingsrat Ihres Bundeslandes und viele lokale Initiativen, die sich für Flüchtlinge einsetzen.
  • Bieten Sie ein freies Zimmer zur Untermiete an. Finanzielle Unterstützung erhalten Sie dabei beispielsweise von der Initiative Flüchtlinge Willkommen, die die Vermittlung von Wohnraum ehrenamtlich organisiert.
  • Engagieren Sie sich in Ihrer Gemeinde und laden Sie Flüchtlinge zu öffentlichen Veranstaltungen ein – beispielsweise zu einem lokalen Fest, oder zum Training in den Sportverein.

So sind Sie als ehrenamtlicher Helfer versichert

Zunächst einmal verdienen Ihr Einsatz und Ihr Engagement höchste Anerkennung und Respekt. Doch wie sind Sie bei Ihrer kurzfristigen oder langfristigen Tätigkeit abgesichert, wenn doch einmal etwas passiert? Als freiwilliger Helfer machen Sie sich bestimmt auch darüber Gedanken. Es gibt verschiedene Szenarien und Möglichkeiten:

Sie wollen kurzfristig helfen

Ihre gesetzliche Unfallversicherung, als Teil der Sozialversicherung, schützt Sie beispielsweise vor den Folgen eines Arbeitsunfalls. Hierbei kommt es nicht darauf an, ob Sie selbst für den Unfall verantwortlich sind. Als Ehrenamtler erhalten Sie eine Entschädigung und Unterstützung bei der Rehabilitation. Für Schäden, die Sie nicht vorsätzlich anderen Personen zufügen, kommt Ihre private Haftpflichtversicherung auf, wenn Sie diese vorher abgeschlossen haben. Unser Tipp: Prüfen Sie, ob Ihre private Haftpflichtversicherung auch ehrenamtliche Tätigkeiten mit absichert. Die neuen Tarife der ARAG bieten diese Absicherung in allen Leistungspaketen an.

Wenn Sie ohne Auftrag Ihrer Kommune oder Gemeinde beispielsweise private Ausflüge, oder sportliche Aktivitäten mit Flüchtlingen durchführen, ist ihre gesetzliche oder private Krankenkasse, gesetzliche Unfallversicherung und private Haftpflichtversicherung zuständig.

Sie sind Mitglied eines Vereins

Als Vereinsmitglied sind Sie in den meisten Fällen über die private Gruppenhaftpflichtversicherung des Vereins abgesichert. Diese ersetzt generell Sachschäden, die Vereinsmitglieder nicht vorsätzlich während ihrer Vereinstätigkeit verursachen. Ebenso sollte Ihr Verein eine Unfallversicherung abgeschlossen haben. Gehört Ihr Verein zum Deutschen Sportbund, können Sie sich sicher sein, dass Sie unfallversichert sind. Informieren Sie sich also genau über die Versicherungssituation – denn es besteht keine Verpflichtung für den Verein, Sie als ehrenamtlichen Helfer zu versichern.

Sie leisten gesetzlich geregelten Freiwilligendienst

Als Teilnehmer folgender Freiwilligendienste erhalten Sie Unfallversicherungsschutz:

  • Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ)
  • Freiwilliges ökologisches Jahr (FÖJ)
  • Bundesfreiwilligendienst (BFD)
  • Internationaler Jugendfreiwilligendienst (IJFD)
  • Entwicklungspolitischer Freiwilligendienst „weltwärts“

Sie unterstützen Ihre Kommune oder Gemeinde

Wenn Sie Aufgaben übernehmen, die ganz klar in den Aufgabenbereich der Kommune oder Gemeinde fallen, so erhalten Sie gesetzlichen Unfallversicherungsschutz bei der Unfallkasse Ihres jeweiligen Bundeslandes. Unser Tipp: Lassen Sie sich in einer Helferliste der Gemeinde registrieren. Eine schriftliche Beauftragung der einzelnen Helfer ist keine Pflicht, jedoch sehr hilfreich, um allen Beteiligten die rechtliche Abwicklung nach einem Unfall möglichst einfach zu machen. Die Gemeinde kann so einfacher belegen, welche Helfer bestimmte kommunale Aufgaben erledigt haben.

Sie sind Mitglied einer öffentlich-rechtlichen Institution

Sie sind gesetzlich pflichtversichert, wenn Sie beispielsweise eine ehrenamtliche Tätigkeit in einem Rettungsunternehmen oder in der Wohlfahrtspflege aufnehmen – dazu gehören z. B. das Deutsche Rote Kreuz, der Malteser Hilfsdienst oder die Arbeiterwohlfahrt. Zuständig ist dann die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege.

Versichert über das Bundesland

Sie wohnen in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Brandenburg? Diese deutschen Bundesländer schützen Sie als ehrenamtlich engagierten Helfer über einen Sammelvertrag mit einer Haftpflichtversicherung, wenn Sie sonst keinen privaten Versicherungsschutz haben.

ARAG versichert Flüchtlinge beim Vereinssport

Deutsche Sportvereine laden Flüchtlinge ein, mitzutrainieren, an Wettkämpfen teilzunehmen oder einfach am Vereinsleben teilzuhaben. Allerdings waren sie dabei in der Regel als Nicht-Mitglieder nicht versichert bzw. die Versicherungsfragen ungeklärt. Die ARAG als Europas größter Sportversicherer übernimmt diesen Versicherungsschutz seit dem Jahreswechsel 2014/2015.

Super Service für ARAG Kunden: So können sich freiwillige Helfer per Vertrag absichern
Unsere Kunden profitieren von vielfältigen Musterdokumenten im ARAG Online Rechts-Service. Darunter befindet sich ein „Vertrag über Freiwilligen-Arbeit“ zum Sofort-Download. Einfach praktisch: Hier können Sie viele Dinge festzurren wie beispielsweise

  • Ort und Inhalt Ihrer Tätigkeit,
  • den Versicherungsschutz,
  • die Haftung,
  • die Verschwiegenheitspflicht und auch,
  • wie Sie Ihren Einsatz beenden können.

"Flüchtlinge Willkommen”: So bieten Sie Ihr freies Zimmer an

Logo Flüchtlinge Willkommen

Warum müssen alle geflüchteten Menschen in Massenunterkünften leben? Ein Team von vier jungen Deutschen steht hinter dem Projekt „Flüchtlinge Willkommen“. Ziel ist es, über die Webseite www.fluechtlinge-willkommen.de Flüchtlingen ein freies Zimmer zur Untervermietung zu vermitteln. Die Mietkosten müssen Sie nicht selbst zahlen – denn Spenden und Crowdfunding finanzieren bisher die monatliche Miete für mehr als 85 Flüchtlinge.

Initiativen für Flüchtlinge vor Ort

Refugees welcome! Wie Sie Flüchtlingen in Ihrer Stadt helfen können, erfahren Sie am einfachsten im Internet. Lokale Informationsportale bieten alle Informationen zu Spendenkonten, Kleiderspende und den Möglichkeiten des ehrenamtlichen Engagements.

Bundesweites Informationsportal über Hilfsprojekte
PRO ASYL: Bundesweite Arbeitsgemeinschaft für Flüchtlinge
Berlin
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Hamburg
Köln
München
Deutschlandkarte

ARAG Trend: Das Ehrenamt in Zahlen

Wir haben gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut Emnid eine repräsentative Umfrage zum freiwilligen Engagement im Ehrenamt durchgeführt: den ARAG Trend.

Demnach genießt ehrenamtliches Engagement in Deutschland ein äußerst hohes Ansehen. Viele sind in den unterschiedlichsten Bereichen aktiv, am liebsten mit Kindern und Jugendlichen, im sozialen Bereich oder mit Senioren.

Besonders auffällig ist der Wunsch nach mehr Engagement für Flüchtlinge und Migranten: 63,8 Prozent halten hier ehrenamtlichen Einsatz für wichtig; allerdings sind nur 1,7 Prozent aktuell aktiv.

Interessant ist auch, dass die meisten der ehrenamtlich Tätigen sich gleich in zwei oder mehr Bereichen betätigen. Außer im Sport sind es meist Frauen: 39, 3 Prozent setzen sich in ihrer Freizeit für andere ein. Spitzenreiter in den Altersgruppen sind die 40- bis 49-Jährigen. Außerdem ist Berufstätigkeit kein Hindernis, im Ehrenamt zu arbeiten.

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