Grad der Behinderung (GdB): Einstufung, Antrag und Rechte
Umgangssprachlich ist oft vom Behinderungsgrad die Rede. Rechtlich heißt er Grad der Behinderung (GdB) und zeigt, wie stark gesundheitliche Einschränkungen die Teilhabe beeinträchtigen. Hier erfahren Sie, wie die Einstufung erfolgt, was beim Antrag zählt und welche Rechte mit dem festgestellten GdB verbunden sind.
Auf den Punkt
- Ein GdB wird ab 20 festgestellt und reicht bis 100. Entscheidend sind die Auswirkungen langfristiger gesundheitlicher Beeinträchtigungen auf die Teilhabe, nicht allein die Diagnose.
- Den Grad der Behinderung müssen Sie bei der zuständigen Behörde beantragen. Je nach Bundesland ist dafür beispielsweise das Versorgungsamt, Landesamt oder Amt für soziale Angelegenheiten zuständig.
- Bei GdB 30 oder 40 kommt unter bestimmten beruflichen Voraussetzungen eine Gleichstellung infrage. Ab GdB 50 liegt eine Schwerbehinderung vor.
- Gegen einen zu niedrigen oder ablehnenden Bescheid können Sie innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen.
Was bedeutet Behinderungsgrad bzw. Grad der Behinderung (GdB)?
Der Grad der Behinderung (GdB) beschreibt, wie stark dauerhafte gesundheitliche Beeinträchtigungen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben einschränken (§ 152 SGB IX). Er wird in Zehnerschritten von 20 bis 100 festgestellt.
Welche Nachteilsausgleiche und Rechte in Betracht kommen, richtet sich vor allem nach dem festgestellten GdB und anerkannten Merkzeichen.
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Festgestellter Grad der Behinderung |
Bedeutung und mögliche Folgen |
|---|---|
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GdB 20 |
Niedrigste feststellbare Stufe. Ab GdB 20 besteht Anspruch auf den Behinderten-Pauschbetrag. |
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GdB 30 oder 40 |
Eine Gleichstellung kann bei der Bundesagentur für Arbeit beantragt werden, wenn die Behinderung einen geeigneten Arbeitsplatz gefährdet oder dessen Aufnahme erschwert. |
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Ab GdB 50 |
Betroffene gelten als schwerbehindert. Damit können u. a. ein Schwerbehindertenausweis, Zusatzurlaub, besonderer Kündigungsschutz und Ansprüche auf behinderungsgerechte Beschäftigung verbunden sein. |
Zum Jahresende 2025 lebten in Deutschland gut 7,8 Millionen schwerbehinderte Menschen laut Statistischem Bundesamt. Das waren 9,4 % der Bevölkerung. Bei 36 % war ein GdB von 50 festgestellt, 21 % hatten den höchsten GdB von 100.
GdB, Pflegegrad, Arbeitsunfähigkeit und Erwerbsminderung – wo liegt der Unterschied?
Häufig werden die Begriffe miteinander verwechselt, dabei bewerten sie unterschiedliche Lebensbereiche:
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Begriff |
Was wird bewertet? |
Mögliche Folge |
|---|---|---|
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Grad der Behinderung |
Dauerhafte Einschränkungen der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben |
Nachteilsausgleiche, steuerliche Vorteile und ab GdB 50 Rechte für schwerbehinderte Menschen |
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Pflegegrad |
Beeinträchtigung der Selbstständigkeit und der Fähigkeiten im Alltag |
Leistungen der Pflegeversicherung, z. B. Pflegegeld oder Pflegesachleistungen |
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Arbeitsunfähigkeit |
Ob die bisherige berufliche Tätigkeit krankheitsbedingt noch ausgeübt werden kann, ohne dass sich die Erkrankung dadurch verschlimmert |
Entgeltfortzahlung und gegebenenfalls Krankengeld |
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Erwerbsminderung |
Verbliebene tägliche Leistungsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt |
Unter weiteren Voraussetzungen eine teilweise oder volle Erwerbsminderungsrente |
Ein hoher GdB führt also nicht automatisch zu einem Pflegegrad oder einer Erwerbsminderungsrente. Umgekehrt kann eine Person pflegebedürftig oder erwerbsgemindert sein, ohne dass ein entsprechend hoher GdB festgestellt wurde. Die Voraussetzungen werden jeweils unabhängig voneinander beurteilt.
Wie wird der Grad der Behinderung bewertet?
Für den GdB zählt nicht allein die Diagnose, sondern wie stark und wie dauerhaft gesundheitliche Beeinträchtigungen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben einschränken. Berücksichtigt werden nur Beeinträchtigungen, die voraussichtlich länger als 6 Monate bestehen.
Maßstab sind die Versorgungsmedizinischen Grundsätze der Versorgungsmedizin-Verordnung. In die Bewertung fließen insbesondere Schwere und Dauer der Funktionsbeeinträchtigungen, Behandlungsergebnisse sowie die Auswirkungen und Wechselwirkungen mehrerer Gesundheitsstörungen ein.
Seit dem 3. Oktober 2025 gilt ein neu gefasster Teil A der Grundsätze. Er stellt die Beeinträchtigung der Teilhabe stärker in den Mittelpunkt und konkretisiert die Bewertung bei mehreren Gesundheitsstörungen.
Gleiche Diagnose, anderer GdB
Dieselbe Erkrankung kann zu unterschiedlichen GdB führen: Eine chronische Erkrankung, die sich gut behandeln lässt und kaum Einschränkungen verursacht, wird anders bewertet als eine Erkrankung, die trotz Therapie dauerhaft zu erheblichen Beschwerden führt und im Alltag einen hohen Unterstützungsbedarf mit sich bringt.
Was bedeutet Heilungsbewährung beim GdB?
Nach bestimmten Erkrankungen wird der GdB für einen begrenzten Zeitraum höher bewertet, obwohl die Behandlung bereits abgeschlossen ist. Diese Heilungsbewährung spielt vor allem nach bösartigen Tumorerkrankungen und Organtransplantationen eine Rolle und berücksichtigt den noch ungewissen weiteren Krankheitsverlauf.
Wie hoch der GdB während dieser Zeit ist und wie lange die Heilungsbewährung dauert, richtet sich nach der jeweiligen Erkrankung und den Vorgaben der Versorgungsmedizin-Verordnung. Häufig gelten mehrere Jahre, teilweise aber auch kürzere Zeiträume. Danach wird neu bewertet, welche dauerhaften Beeinträchtigungen verblieben sind.
Wie wird der Gesamt-GdB bei mehreren Erkrankungen ermittelt?
Einzel-GdB werden weder addiert noch gemittelt. Ausgangspunkt ist die Gesundheitsstörung mit dem höchsten Einzel-GdB. Weitere Beeinträchtigungen erhöhen den Gesamt-GdB nur, wenn sie die gesamte Teilhabebeeinträchtigung wesentlich verstärken. Überschneiden sich die Auswirkungen verschiedener Erkrankungen dagegen weitgehend, muss der Gesamt-GdB nicht steigen.
GdB-Tabelle: Ausgewählte Anhaltswerte nach VersMedV
Für einzelne gesundheitliche Beeinträchtigungen enthält die Versorgungsmedizin-Verordnung Anhaltswerte. Sie zeigen, wie stark eine bestimmte Funktionsbeeinträchtigung typischerweise bewertet wird. Entscheidend ist dabei nicht allein die Diagnose, sondern vor allem das Ausmaß der Einschränkungen.
Die folgende Tabelle zeigt ausgewählte Anhaltswerte der Versorgungsmedizin-Verordnung (VersMedV) zur Orientierung.
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Wirbelsäule |
|
|---|---|
|
keine Bewegungseinschränkung oder Instabilität |
0 |
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geringe funktionelle Auswirkungen |
10 |
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mittelgradige Auswirkungen in einem Wirbelsäulenabschnitt |
20 |
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schwere Auswirkungen in einem Wirbelsäulenabschnitt |
30 |
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mittelgradige bis schwere Auswirkungen in 2 Wirbelsäulenabschnitten |
30–40 |
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besonders schwere Auswirkungen, z. B. Versteifung großer Teile der Wirbelsäule |
50–70 |
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schwerste Belastungsinsuffizienz bis zur Geh- und Stehunfähigkeit |
80–100 |
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psychische Störungen |
|
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leichtere psychische Störungen |
0–20 |
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stärker behindernde Störungen mit wesentlicher Einschränkung der Erlebnis- und Gestaltungsfähigkeit |
30–40 |
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schwere Störungen mit mittelgradigen sozialen Anpassungsschwierigkeiten |
50–70 |
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schwere Störungen mit schweren sozialen Anpassungsschwierigkeiten |
80–100 |
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Migräne |
|
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leichte Verlaufsform, Anfälle durchschnittlich einmal monatlich |
0–10 |
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mittelgradige Verlaufsform mit häufigeren, länger anhaltenden Anfällen |
20–40 |
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schwere Verlaufsform mit lang andauernden Anfällen und stark ausgeprägten Begleiterscheinungen |
50–60 |
|
Hörvermögen |
|
|
beidseitige geringgradige Schwerhörigkeit |
15 |
|
beidseitige mittelgradige Schwerhörigkeit |
30 |
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beidseitige hochgradige Schwerhörigkeit |
50 |
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beidseitig an Taubheit grenzende Schwerhörigkeit |
70 |
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beidseitige Taubheit |
80 |
|
Lungenfunktion |
|
|
dauerhafte Einschränkung geringen Grades, Atemnot bei mittelschwerer Belastung |
20–40 |
|
Einschränkung mittleren Grades, Atemnot bereits bei leichter Alltagsbelastung |
50–70 |
|
schwere Einschränkung, Atemnot bei leichtester Belastung oder in Ruhe |
80–100 |
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Herzleistung |
|
|
keine wesentliche Beeinträchtigung selbst bei stärkerer Belastung |
0–10 |
|
Leistungsbeeinträchtigung bei mittelschwerer Belastung |
20–40 |
|
Beeinträchtigung bereits bei alltäglicher leichter Belastung |
50–70 |
|
Beeinträchtigung bereits in Ruhe |
90–100 |
|
Diabetes mellitus |
|
|
Therapie ohne regelhaftes Hypoglykämierisiko und kaum Einschränkungen der Lebensführung |
0 |
|
Therapie mit Hypoglykämierisiko und Einschnitten in die Lebensführung |
20 |
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mindestens tägliche dokumentierte Blutzuckerkontrolle, Hypoglykämierisiko und weitere Einschränkungen |
30–40 |
|
intensive Insulintherapie mit selbstständiger Dosisanpassung und gravierenden Einschnitten in die Lebensführung |
50 |
|
außergewöhnlich schwer regulierbare Stoffwechsellage |
höher als 50 möglich |
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Hüftgelenke |
|
|
geringe Bewegungseinschränkung, einseitig |
10–20 |
|
geringe Bewegungseinschränkung, beidseitig |
20–30 |
|
mittelgradige Bewegungseinschränkung, einseitig |
30 |
|
mittelgradige Bewegungseinschränkung, beidseitig |
50 |
|
starke Bewegungseinschränkung, einseitig |
40 |
|
starke Bewegungseinschränkung, beidseitig |
60–100 |
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Kniegelenke |
|
|
geringe Bewegungseinschränkung, einseitig |
0–10 |
|
geringe Bewegungseinschränkung, beidseitig |
10–20 |
|
mittelgradige Bewegungseinschränkung, einseitig |
20 |
|
mittelgradige Bewegungseinschränkung, beidseitig |
40 |
|
starke Bewegungseinschränkung, einseitig |
30 |
|
starke Bewegungseinschränkung, beidseitig |
50 |
|
Verlust von Gliedmaßen |
|
|
Ein Bein im Unterschenkel bei guter Funktion von Stumpf und Gelenken |
50 |
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Ein Bein im Oberschenkel |
70 |
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beide Beine im Unterschenkel |
80 |
|
beide Beine im Oberschenkel |
100 |
Beim Sehvermögen lässt sich der GdB nicht sinnvoll anhand einer einzigen Einschränkung ablesen. Berücksichtigt werden u. a. die Sehschärfe beider Augen und mögliche Gesichtsfeldausfälle. Blindheit und ihr gleichgestellte schwerste Sehbeeinträchtigungen werden mit 100 bewertet.
Welcher Antrag ist wann der richtige?


Erstantrag, Widerspruch, Überprüfungs- und Änderungsantrag verfolgen unterschiedliche Ziele. Entscheidend ist, ob erstmals ein GdB festgestellt werden soll, ein aktueller Bescheid falsch erscheint oder sich Ihre gesundheitliche Situation erst später verändert hat.
Grad der Behinderung beantragen: So geht’s
Den Grad der Behinderung stellen die zuständigen Behörden der Bundesländer auf Antrag fest. Je nach Wohnort ist das etwa ein Versorgungsamt, Landesamt oder Amt für soziale Angelegenheiten. Welche Behörde in Ihrem Fall zuständig ist, finden Sie u. a. über das Bundesportal Verwaltung digital heraus. Viele Bundesländer ermöglichen inzwischen auch einen Online-Antrag.
Im Antrag sollten alle dauerhaften körperlichen, psychischen und geistigen Gesundheitsstörungen auftauchen. Wichtiger als eine lange Diagnoseliste ist jedoch, was die Erkrankungen im Alltag tatsächlich bedeuten:
- Wie weit können Sie gehen?
- Welche Tätigkeiten bereiten Schmerzen oder Erschöpfung?
- Wie häufig treten Schübe, Anfälle oder depressive Phasen auf?
- Wobei brauchen Sie Unterstützung?
Aussagekräftig sind vor allem aktuelle Befundberichte, Arztbriefe, Krankenhaus- oder Reha-Entlassungsberichte und Gutachten, die Funktionsbeeinträchtigungen, Krankheitsverlauf und verbleibende Einschränkungen dokumentieren. Nennen Sie außerdem Ihre behandelnden Ärzte, Kliniken und Reha-Einrichtungen. Mit Ihrer Einwilligung kann die Behörde dort weitere Befunde anfordern.
Der Behinderungsgrad wird für den Zeitpunkt der Antragstellung festgestellt. Soll er bereits für einen früheren Zeitpunkt gelten, müssen Sie dies ausdrücklich beantragen und ein besonderes Interesse daran glaubhaft machen (§ 152 Abs. 1 Satz 2 SGB IX), etwa wegen steuerlicher oder rentenrechtlicher Ansprüche.
Checkliste für den GdB-Antrag
Welche Angaben und Unterlagen erforderlich sind, hängt vom Bundesland und Ihrer persönlichen Situation ab. Typischerweise sollten Sie folgende Informationen bereithalten:
- vollständig ausgefüllter Antrag
- persönliche Daten und ggf. Identitätsnachweis
- alle dauerhaften körperlichen, psychischen und geistigen Gesundheitsstörungen
- konkrete Beschreibung der Einschränkungen im Alltag
- Namen und Anschriften aller behandelnden Ärzte, Kliniken und Reha-Einrichtungen
- aktuelle Befundberichte, Arztbriefe, Krankenhaus- und Reha-Entlassungsberichte
- Angaben zu Operationen, Therapien, Medikamenten und Hilfsmitteln
- ggf. Einwilligung zur Anforderung weiterer medizinischer Unterlagen
- ggf. Antrag auf Merkzeichen
- ggf. Begründung für eine rückwirkende Feststellung
- bei Vertretung eine Vollmacht oder einen Betreuungsnachweis
Medizinische Unterlagen müssen Sie nicht extra für den Antrag neu erstellen lassen. Fehlen entscheidende Befunde, kann die Behörde weitere Unterlagen anfordern.
Feststellungsverfahren: Was passiert nach dem GdB-Antrag?
Nach Eingang des Antrags prüft die Behörde die Angaben und medizinischen Unterlagen. Fehlen relevante Befunde, fordert sie diese mit Ihrer Einwilligung bei behandelnden Ärzten, Kliniken oder Rehabilitationseinrichtungen an. Liegen bereits ausreichend aussagekräftige Unterlagen vor, kann eine Entscheidung auch allein nach Aktenlage erfolgen.
Anschließend bewertet der versorgungsärztliche Dienst die dokumentierten Funktionsbeeinträchtigungen nach den Versorgungsmedizinischen Grundsätzen. Dabei werden zunächst Einzel-GdB für die betroffenen Funktionssysteme betrachtet. Der Gesamt-GdB ergibt sich aus ihrer Gesamtwirkung (die Einzelwerte werden nicht addiert).
Eine persönliche Untersuchung ist nicht in jedem Verfahren nötig. Sie kommt vor allem infrage, wenn die vorliegenden Befunde widersprüchlich, veraltet oder für eine abschließende Bewertung nicht ausreichend sind.
Am Ende erhalten Sie einen schriftlichen Bescheid mit dem festgestellten Grad der Behinderung, dem Beginn der Feststellung und gegebenenfalls anerkannten Merkzeichen.
Kann ich während des laufenden Verfahrens schon Nachteilsausgleiche nutzen?
In der Regel können Sie Nachteilsausgleiche erst beanspruchen, wenn Ihr GdB oder ein Merkzeichen amtlich festgestellt wurde. Es gibt jedoch Ausnahmen: So kann der besondere Kündigungsschutz bereits während des laufenden Verfahrens greifen, wenn Sie den Antrag auf Feststellung Ihrer Schwerbehinderung mindestens 3 Wochen vor Zugang der Kündigung gestellt haben und die weiteren gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind (§ 173 Abs. 3 SGB IX).
Auch eine rückwirkende Anerkennung kann sich auf Ihre Ansprüche auswirken. Beim Zusatzurlaub gelten beispielsweise besondere Regeln für die Übertragung in das nächste Urlaubsjahr.
Wie lange darf das GdB-Verfahren dauern?
Eine allgemeine Bearbeitungsfrist für jeden GdB-Antrag gibt es nicht. Muss die Behörde erst medizinische Befunde bei Ärzten oder Kliniken anfordern, kann sich das Verfahren entsprechend verlängern.
Für erwerbstätige Personen, die die Feststellung als schwerbehinderter Mensch beantragen, gelten besondere gesetzliche Fristen nach § 152 SGB IX:
- Ist kein Gutachten erforderlich, soll die Entscheidung grundsätzlich innerhalb von 3 Wochen nach Antragseingang getroffen werden.
- Wird ein Gutachten benötigt, soll dieses innerhalb von 2 Wochen nach Beauftragung erstellt werden. Anschließend soll die Behörde innerhalb von 2 Wochen nach Vorliegen des Gutachtens entscheiden.
Bleibt über einen Antrag ohne zureichenden Grund länger als 6 Monate eine Entscheidung aus, kann eine Untätigkeitsklage nach § 88 SGG infrage kommen. Bei einem Widerspruch beträgt die entsprechende Wartefrist 3 Monate.
GdB-Bescheid prüfen: Widerspruch, Änderung und Überprüfung
Was Sie tun können, hängt davon ab, warum der festgestellte GdB nicht mehr passt: Halten Sie einen aktuellen Bescheid für falsch, können Sie Widerspruch einlegen. Ist die Widerspruchsfrist abgelaufen, kommt unter bestimmten Voraussetzungen ein Überprüfungsantrag infrage. Hat sich Ihr Gesundheitszustand nach dem Bescheid verändert, sollten Sie einen Änderungsantrag stellen.
Zu niedriger GdB? So legen Sie Widerspruch ein
Wurde Ihr Antrag abgelehnt, der Grad der Behinderung zu niedrig angesetzt oder ein Merkzeichen nicht anerkannt, können Sie innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe des Bescheids Widerspruch einlegen. Fehlt eine ordnungsgemäße Rechtsbehelfsbelehrung, beträgt die Frist in der Regel ein Jahr (§ 66 Abs. 2 SGG).
Für die Monatsfrist genügt zunächst ein kurzer Widerspruch:
- Hiermit lege ich gegen den Bescheid vom [Datum] Widerspruch ein. Eine Begründung reiche ich nach Einsicht in die Verwaltungsakte nach.
Für die Begründung sollten Sie prüfen, welche gesundheitlichen Beeinträchtigungen oder Befunde fehlen oder falsch bewertet wurden. Nach § 25 SGB X können Sie Akteneinsicht verlangen und so etwa Befundberichte und die versorgungsärztliche Bewertung einsehen.
Neue oder ergänzende Facharztberichte helfen vor allem dann, wenn sie konkrete Einschränkungen dokumentieren, etwa Gehstrecke, Belastbarkeit, Häufigkeit von Schüben oder Unterstützungsbedarf.
Bleibt die Behörde bei ihrer Entscheidung, erhalten Sie einen Widerspruchsbescheid. Dagegen können Sie innerhalb eines Monats Klage beim Sozialgericht erheben.
Widerspruchsfrist verpasst: Überprüfungsantrag nach § 44 SGB X
Ist der Bescheid bereits bestandskräftig, kommt ein Überprüfungsantrag nach § 44 SGB X infrage. Voraussetzung ist, dass die Entscheidung schon bei ihrem Erlass rechtswidrig war, etwa weil relevante Befunde nicht berücksichtigt oder die gesundheitlichen Verhältnisse falsch bewertet wurden. Benennen Sie den betreffenden Bescheid und erklären Sie möglichst konkret, worin der damalige Fehler lag. Auch neuere Arztberichte können helfen, wenn sie Rückschlüsse auf den damaligen Gesundheitszustand zulassen.
Die GdB-Feststellung ist keine Sozialleistung. Die Rücknahme für die Vergangenheit steht daher im Ermessen der Behörde (§ 44 Abs. 2 Satz 2 SGB X).
Kann man den GdB erhöhen lassen?
Ja. Hat sich Ihr Gesundheitszustand nach dem letzten Bescheid dauerhaft verschlechtert, sind neue Erkrankungen hinzugekommen oder liegen inzwischen die Voraussetzungen für ein Merkzeichen vor, können Sie einen Änderungsantrag stellen (§ 48 SGB X).
Neue medizinische Unterlagen sollten zeigen, was sich seit der letzten Feststellung verändert hat und welche zusätzlichen Einschränkungen daraus entstehen. Wichtig ist die Abgrenzung zum Widerspruch: Halten Sie schon den aktuellen Bescheid für falsch, sollten Sie innerhalb der Widerspruchsfrist dagegen vorgehen. Ein Änderungsantrag ist für spätere Veränderungen gedacht.
Kann der GdB auch sinken?
Ja. Mit einem Änderungsantrag wird die gesundheitliche Situation insgesamt neu betrachtet. Haben sich andere Beeinträchtigungen verbessert, kann die Behörde den GdB deshalb auch herabsetzen oder Merkzeichen entziehen. Sinkt der GdB unter 50, endet der Schwerbehindertenstatus nicht sofort. Die besonderen Regelungen gelten noch bis zum Ende des 3. Kalendermonats nach Unanfechtbarkeit des Herabsetzungsbescheids (§ 199 Abs. 1 SGB IX).
Vor einer Herabsetzung oder dem Entzug eines Merkzeichens muss die Behörde Ihnen Gelegenheit zur Stellungnahme geben (§ 24 SGB X). Gegen den anschließenden Bescheid können Sie Widerspruch einlegen.
Muss ich eine gesundheitliche Verbesserung melden?
Haben Sie einen Schwerbehindertenausweis, müssen Sie der ausstellenden Behörde Änderungen mitteilen, die für den eingetragenen GdB oder Ihre Merkzeichen relevant sind. Dazu kann auch eine dauerhafte gesundheitliche Verbesserung gehören, durch die sich der GdB voraussichtlich verringert oder die Voraussetzungen für ein Merkzeichen wegfallen.
Kurzfristige Schwankungen oder vorübergehende Verbesserungen führen dagegen nicht automatisch zu einer Neubewertung. Entscheidend ist eine wesentliche und länger anhaltende Veränderung.
Wann prüft die Behörde den GdB von Amts wegen?
Die Behörde kann einen bereits festgestellten GdB auch ohne neuen Antrag erneut prüfen. Das kann schon bei der ursprünglichen Entscheidung vorgesehen werden. Bei einer Heilungsbewährung ist dieses Vorgehen z. B. üblich: Nach Ablauf des festgelegten Zeitraums prüft die Behörde, welche gesundheitlichen Beeinträchtigungen noch bestehen. In manchen Bescheiden wird der Zeitpunkt der späteren Nachprüfung bereits genannt.
Auch wenn der Behörde später eine relevante Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse bekannt wird, kann sie eine Nachprüfung einleiten. Als wesentliche Änderung gilt insbesondere:
- Der Gesundheitszustand hat sich länger als 6 Monate verändert oder wird voraussichtlich so lange verändert bleiben und der GdB ändert sich dadurch um mindestens 10.
- Die Voraussetzungen für ein Merkzeichen oder einen anderen Nachteilsausgleich liegen neu vor oder sind entfallen.
Für die Nachprüfung kann die Behörde aktuelle medizinische Unterlagen anfordern oder eine Untersuchung veranlassen. Ergibt sich daraus eine wesentliche Änderung, kann sie den bisherigen Bescheid nach § 48 SGB X für die Zukunft anpassen.
Schwerbehinderte Menschen auf dem Arbeitsmarkt
Auf dem Arbeitsmarkt zeigen sich weiterhin deutliche Unterschiede zwischen schwerbehinderten Menschen und der Gesamtbevölkerung. Laut Inklusionsbarometer Arbeit 2025 von Aktion Mensch/Handelsblatt Research Institute lag die Arbeitslosenquote schwerbehinderter Menschen im Jahresdurchschnitt 2024 bei 11,6 %, gegenüber 7,3 % auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.
Daneben dauert die Rückkehr in Beschäftigung länger. Schwerbehinderte Menschen waren durchschnittlich 345 Tage arbeitslos und damit 87 Tage mehr als Menschen ohne Behinderung. Gleichzeitig lag die Beschäftigungsquote schwerbehinderter Menschen nach den für 2023 verfügbaren Daten bei beschäftigungspflichtigen Arbeitgebern bei 4,41 % und damit unter der gesetzlichen Quote von 5 %.
Gleichstellung bei GdB 30 oder 40
Mit einem GdB von 30 oder 40 gelten Sie noch nicht als schwerbehindert. Sie können schwerbehinderten Menschen aber gleichgestellt werden, wenn Sie wegen Ihrer Behinderung keinen geeigneten Arbeitsplatz finden oder Ihren bestehenden Arbeitsplatz nicht behalten können (§ 2 Abs. 3 SGB IX).
Den Antrag stellen Sie bei der Bundesagentur für Arbeit. Ihre Behinderung muss sich also konkret auf das Arbeitsleben auswirken, etwa weil der Arbeitsplatz gefährdet ist oder Sie bei der Jobsuche behinderungsbedingte Nachteile haben. Allgemeiner Stellenabbau oder eine schlechte Arbeitsmarktlage reichen nicht aus.
Eine Gleichstellung kommt nur für Arbeitsplätze mit mindestens 18 Wochenstunden infrage. Sie wirkt bei Bewilligung ab dem Tag des Antragseingangs. Gleichgestellte profitieren u. a. vom besonderen Kündigungsschutz und von Hilfen zur Arbeitsplatzgestaltung. Einen Schwerbehindertenausweis, gesetzlichen Zusatzurlaub oder die Altersrente für schwerbehinderte Menschen erhalten sie allein durch die Gleichstellung nicht.
Welche Rechte haben schwerbehinderte Beschäftigte?
Ab einem GdB von 50 gelten Beschäftigte als schwerbehindert. Zu den wichtigsten arbeitsrechtlichen Aspekten gehören:
- Vor einer Kündigung benötigt der Arbeitgeber die Zustimmung des Integrationsamts. Der Schutz greift erst ab einer Beschäftigungsdauer von mehr als 6 Monaten (§§ 168, 173 SGB IX).
- Bei einer 5-Tage-Woche stehen Ihnen 5 zusätzliche Urlaubstage pro Jahr zu.
- Auf Verlangen müssen schwerbehinderte Beschäftigte von Mehrarbeit freigestellt werden (§ 207 SGB IX).
- Arbeitsplatz, Arbeitsorganisation und technische Hilfen müssen an die gesundheitlichen Einschränkungen angepasst werden, soweit dies für den Arbeitgeber zumutbar ist (§ 164 Abs. 4 SGB IX).
- Ist wegen Art oder Schwere der Behinderung eine kürzere Arbeitszeit erforderlich, kann außerdem ein Anspruch auf Teilzeit bestehen (§ 164 Abs. 5 SGB IX).
Muss ich meine Behinderung dem Arbeitgeber mitteilen?
Eine Schwerbehinderung müssen Sie Ihrem Arbeitgeber nicht von sich aus mitteilen. Fragt er jedoch nach mindestens 6 Monaten Beschäftigung danach, müssen Sie wahrheitsgemäß antworten. Das hat das Bundesarbeitsgericht insbesondere für den Fall einer geplanten Kündigung bestätigt (Urteil vom 16.02.2012, Az. 6 AZR 553/10).
Auch unabhängig davon kann es notwendig sein, den Arbeitgeber über gesundheitliche Einschränkungen zu informieren, etwa wenn diese die sichere Ausübung Ihrer Tätigkeit beeinträchtigen. Möchten Sie Rechte wie Zusatzurlaub oder eine behinderungsgerechte Arbeitsplatzgestaltung nutzen, muss Ihr Arbeitgeber zudem von den entsprechenden Voraussetzungen wissen.
Schwerbehindertenausweis: Nachweis ab GdB 50
Ab einem GdB von 50 gelten Sie als schwerbehindert und können einen Schwerbehindertenausweis beantragen. Er dient als Nachweis für den festgestellten GdB und gegebenenfalls für anerkannte Merkzeichen, die mit bestimmten Nachteilsausgleichen verbunden sind. Den Ausweis stellt die Behörde aus, die auch den GdB feststellt.
In der Regel wird er für höchstens 5 Jahre ausgestellt. Ist nicht zu erwarten, dass sich die maßgeblichen gesundheitlichen Verhältnisse wesentlich verändern, kann er auch unbefristet gelten.
Merkzeichen und Nachteilsausgleiche
Merkzeichen ergänzen den festgestellten GdB und eröffnen je nach gesundheitlicher Einschränkung weitere Nachteilsausgleiche.
Wichtig zur Wertmarke: Bei einigen Merkzeichen können Sie den Nahverkehr mit Beiblatt und Wertmarke nutzen. Die Wertmarke kostet 104 € für 12 Monate oder 53 € für 6 Monate. Bei bestimmten Merkzeichen oder Voraussetzungen entfällt die Eigenbeteiligung.
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Merkzeichen |
Bedeutung |
Wichtige Nachteilsausgleiche |
|---|---|---|
|
G |
Gehbehinderung mit erheblicher Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr |
Nahverkehr mit Beiblatt und Wertmarke oder 50 % Kfz-Steuerermäßigung |
|
aG |
außergewöhnliche Gehbehinderung |
Nahverkehr mit Beiblatt und Wertmarke, Kfz-Steuerbefreiung, blauer EU-Parkausweis |
|
B |
Berechtigung zur Mitnahme einer Begleitperson |
Eine Begleitperson kann im Nah- und Fernverkehr unentgeltlich mitfahren. Dafür benötigt sie keine zusätzliche Wertmarke. |
|
H |
Hilflosigkeit |
Nahverkehr mit kostenloser Wertmarke, Kfz-Steuerbefreiung, Pauschbetrag 7.400 € |
|
Bl |
Blindheit |
Kostenlose Wertmarke, Befreiung von der Kfz-Steuer, blauer EU-Parkausweis und erhöhter Behinderten-Pauschbetrag von 7.400 €. Je nach Bundesland kann zusätzlich Blindengeld infrage kommen. |
|
Gl |
Gehörlosigkeit |
Unentgeltliche Beförderung im Nahverkehr mit Beiblatt und Wertmarke oder 50 % Ermäßigung der Kfz-Steuer. |
|
TBl |
Taubblindheit |
Erhöhter Behinderten-Pauschbetrag von 7.400 € und Befreiung vom Rundfunkbeitrag. Aus dem Merkzeichen TBl allein ergeben sich nicht automatisch die Nachteilsausgleiche der Merkzeichen Bl oder Gl. Liegen deren Voraussetzungen vor, können sie zusätzlich eingetragen werden. |
|
RF |
Gesundheitliche Voraussetzungen für eine Ermäßigung des Rundfunkbeitrags |
Ermäßigung auf ein Drittel des regulären Rundfunkbeitrags. Die Ermäßigung muss beantragt werden. |
Behinderten-Pauschbetrag und weitere Nachteilsausgleiche
Der Behinderten-Pauschbetrag nach § 33b EStG berücksichtigt typische behinderungsbedingte Aufwendungen, ohne dass einzelne Kosten nachgewiesen werden müssen. Seine Höhe richtet sich nach dem GdB:
|
GdB |
Pauschbetrag pro Jahr |
|---|---|
|
20 |
384 € |
|
30 |
620 € |
|
40 |
860 € |
|
50 |
1.140 € |
|
60 |
1.440 € |
|
70 |
1.780 € |
|
80 |
2.120 € |
|
90 |
2.460 € |
|
100 |
2.840 € |
Bei den Merkzeichen H, Bl oder TBl beträgt der Pauschbetrag 7.400 €.
In der Steuererklärung erfolgt der Eintrag in der Anlage „Außergewöhnliche Belastungen“. Sie sind nicht dazu verpflichtet, einzelne Ausgaben nachzuweisen.
Behinderungsbedingte Fahrtkostenpauschale
Zusätzlich können 900 € jährlich berücksichtigt werden, wenn mindestens GdB 80 oder GdB 70 mit Merkzeichen G vorliegt. Bei den Merkzeichen aG, Bl, TBl oder H beträgt die Pauschale 4.500 €.
Die Fahrtkostenpauschale zählt zu den außergewöhnlichen Belastungen. Steuerlich bringt sie Ihnen daher nur dann etwas, wenn Ihre gesamten außergewöhnlichen Belastungen die sogenannte zumutbare Belastung übersteigen.
Frühere Altersrente bei Schwerbehinderung
Für die Altersrente für schwerbehinderte Menschen benötigen Sie zum Rentenbeginn einen GdB von mindestens 50 und eine Wartezeit von 35 Jahren. Für Versicherte ab Jahrgang 1964 ist die Rente mit 65 Jahren abschlagsfrei möglich, ab 62 mit Abschlägen von 0,3 % pro Monat, höchstens 10,8 %.