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Eine Kündigung ist wie das Ende einer Liebe. Schmerzhaft! Zumindest dann, wenn die Arbeitsbeziehung einseitig durch den Arbeitgeber beendet wurde. Das verletzt den Stolz, macht traurig und führt manchmal zu nagenden Selbstzweifeln. Ein kleiner Trost: Wer sich bewusst macht, was er durchlebt, kann den Trennungsschmerz mindern.

Man hat alles gegeben. Tag für Tag. Mit Kompetenz und Know-how seinen Beitrag geleistet, das Unternehmen nach vorn zu bringen. Und jetzt? Man wird außerhalb der Leistungsgesellschaft gestellt.
Kein Job, keine Aufgaben, kein Einkommen. Kein Wunder, dass viele das Gefühl haben, dass ihnen der Boden unter den Füßen weggezogen wird. Sie empfinden ihre Entlassung als Demütigung und Makel im Lebenslauf.

Fest steht: Der Beruf ist oft mehr als bloßer Broterwerb. Im Idealfall geht unsere Tätigkeit Hand in Hand mit persönlicher Erfüllung, Erfolgserlebnissen und der Möglichkeit, sich zu entfalten. Je stärker sich der Entlassene mit seinem Job identifiziert, desto schwerer trifft ihn die Kündigung.

Hinzu kommen häufig der Verlust von Status, Entscheidungsmacht und Anerkennung. Die daraus hervorgehenden Gefühle reichen von Angst bis Wut, schwanken zwischen Aggression und Resignation. Teilnahmslosigkeit, sogar Depressionen können folgen – und den Gemütszustand noch lange nach dem Ausscheiden aus dem Betrieb beeinträchtigen.

Es gibt aber auch eine gute Nachricht: Wenn wir uns mit unseren Emotionen auseinandersetzen, kommen wir besser durch dieses Tief. Vielleicht liegen wir angezählt am Boden. Aber wir wissen, dass wir wieder aufstehen werden!

Warnsignale: Hinweise auf eine Kündigung

Einer drohenden Entlassung gehen oft bestimmte Anzeichen voraus. Diese sind mal mehr, mal weniger deutlich. Bei folgenden Verhaltensänderungen Ihnen gegenüber sollten Sie unbedingt vorbereitet sein:

Warnsignale
  • Sie werden weniger in langfristige Projekte integriert.
  • Aufgaben aus Ihrem Wirkungsbereich werden anderen übertragen.
  • Ihr Rat wird seltener eingeholt und hat geringeres Gewicht.
  • Ihnen werden keine Fortbildungen mehr angeboten.
  • Ihre Wünsche werden bei der Urlaubsplanung ignoriert.
  • Ihre Kollegen distanzieren sich von Ihnen.

Die Warnhinweise häufen sich?
Unser Rat:

Gehen Sie in sich und überlegen Sie, ob es einen konkreten Grund für eine mögliche Kündigung gibt. Haben Sie sich durch wiederholte Fehler selbst ins Abseits gestellt? Ein zweifelhaftes Verhalten an den Tag gelegt?

Suchen Sie schnellstmöglich das das Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten. Selbst dann, wenn es unschön werden könnte. Bleiben Sie jetzt passiv, wird die Kündigung nur noch wahrscheinlicher. Signalisieren Sie je nach Kritik Ihre Bereitschaft, Verhaltensweisen zu ändern, dazuzulernen oder Kompromisse zu schließen.

Stellt sich heraus, dass Ihre Entlassung unabwendbar ist, sollten Sie Ihre Bewerbungsunterlagen auf Vordermann bringen. Ohne jede Verzögerung. Begeben Sie sich auf Jobsuche, aber diskret. Sobald Ihnen die Kündigung schriftlich vorliegt, können Sie auch Ihr Netzwerk einbeziehen.

Was wir bei einer Kündigung durchmachen

Entlassen zu werden, ist oft ein herber Schlag. Insbesondere wenn der Job in unserem Leben eine hohe Bedeutung hat. Kein Wunder, dass wir bei einer Kündigung im Grunde dieselben Phasen wie bei anderen Traumata durchleben. Beispielsweise nach der Trennung vom Partner oder dem Tod eines nahestehenden Menschen.

Besonders entscheidend sind folgende Phasen, die unterschiedlich lange anhalten oder ausgeprägt sein können:

1. Vorahnung

Wir spüren, dass sich etwas zusammenbraut. Registrieren, wie sich das Verhalten von Kollegen und Vorgesetzten uns gegenüber ändert. Manchmal kaum merklich. Besorgt spielen wir denkbare Szenarien der Kündigung und die damit einhergehenden Folgen für Karriere und Finanzen durch.

2. Erschütterung

Jetzt ist es offiziell! Geschockt halten wir die ordentliche Kündigung oder außerordentliche Kündigung in unseren Händen. Es kann einige Zeit dauern, bis das wirklich zu uns durchdringt.

3. Erholung

Wir kommen mental kurzzeitig zur Ruhe. Manchmal sind wir sogar regelrecht erleichtert, weil wir endlich wissen, woran wir sind: Unsere Befürchtungen haben sich also bewahrheitet. Und jetzt?

4. Erster Aufbruch

Es muss weitergehen! Wir schmieden neue Pläne. Beobachten den Arbeitsmarkt, durchforsten Jobbörsen und Stellenanzeigen.

5. Empörung

Führt die erste spontane Jobsuche nicht zum Erfolg, wird die eigene Lage oft geleugnet. Auch
im Bekanntenkreis. Stagniert die Situation weiterhin, folgt oft Wut. Zornig denken wir über die Kündigung nach, die jetzt als Verrat empfunden wird.

6. Wiederholtes Aktivwerden

Aufkeimende Hoffnung. Erneut raffen wir uns auf. Bringen weitere Bewerbungen auf den Weg. Vielleicht bilden wir uns fort, um für potenzielle Arbeitgeber interessanter zu sein. Wir schöpfen neuen Mut. Und intensivieren unsere Anstrengungen. Zum Beispiel durch die Optimierung von Bewerbungsunterlagen und Garderobe. (Bleiben die Bemühungen jedoch auf Dauer erfolglos, kann das zur Resignation oder sogar Depression führen.)

7. Neuer Job

Geschafft! Endlich haben wir einen neuen Arbeitsvertrag in der Tasche. Idealerweise haben wir aus möglichen Fehlern und unseren Schwächen gelernt. Deshalb sind wir aus der Krise gestärkt hervor gegangen. Zeigen wir, was wir können!

Ein Lichtblick

Zugegeben, den Schock und die Verarbeitungsphasen zu kennen, hilft zunächst nur bedingt. Denn wir können uns ihnen trotz des Wissens um sie nicht wirklich entziehen. Aber wer sich klar macht, was er gerade durchleidet, ist dennoch besser dran. Er kann leichter reflektieren und sich eine Gewissheit immer vor Auge halten: Es gibt Licht am Ende des Tunnels!

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