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Stand Up Paddling (SUP) ist leicht zu erlernen und auch für Landratten eine prima Möglichkeit „aufs Wasser“ zu kommen. Immer mehr Boards erobern die Seen und Flüsse. Wie Sie den Trendsport im Wasser sicher ausüben können, verraten wir hier.

Auf den Punkt

 
  • Stand Up Paddling oder Stehpaddeln wurde wahrscheinlich in Hawaii erfunden.
  • Für den Körper ist das Training optimal: Durch das ständige Ausbalancieren wird die feine Tiefenmuskulatur angesprochen.
  • 30 cm Wasserhöhe müssen sein: Kleine Bäche bieten ebenso Paddel-Spaß wie Flüsse, Seen und Meere.
  • Sie sollten unbedingt gut schwimmen können, wenn Sie auf ein SUP Board steigen.

Wie es begann

Ein Hauch von Hawaii auf dem heimischen Baggersee: Der Ursprung des stehenden Paddelns liegt vermutlich in Polynesien. Genau weiß das niemand, aber sicher ist: Die Popularität des modernen SUP hat seine Entstehung auf Hawaii und den Nachbarinseln. In den frühen 1960er Jahren sorgten die Beach Boys von Waikiki auf ihren langen Brettern mit Kanupaddeln in der Hand dafür, dass die Touristen ihre ersten Wellen nehmen konnten. So entstand der frühere Begriff „Beach Boy Surfing“, ein anderer Name für Stand Up Paddle Surfing.

Ein wenig geriet der Sport in Vergessenheit, bis er nach der Jahrtausendwende wiederentdeckt wurde – natürlich auf Hawaii. Der Siegeszug begann: Nur zwei Jahrzehnte später ist Stand Up Paddling eine der am schnellsten wachsenden Trendsportarten weltweit. SUP bringt alles mit, was es für ein Massenphänomen braucht: Man benötigt nur wenig Ausrüstung – die man leihen kann – und man verzeichnet auch als Anfänger schnelle Erfolge. Es tut dem Körper und dem Geist gut, ist nachhaltig – und produziert tolle Bilder.

Ein Sport für Jedermann

Viele Sportarten reklamieren für sich, von allen Sportlerinnen und Sportlern ausgeübt werden zu können – egal, welchen Alters, Fitnesszustandes, Gewichts- und Größenklasse. Beim Stand Up Paddling stimmt das. Einzige Voraussetzung ist, schwimmen zu können.

Für den Körper ist das Training optimal: Durch das ständige Ausbalancieren wird die feine und schwer zu trainierende Tiefenmuskulatur angesprochen. Das ist ideal im Rahmen einer physiotherapeutischen Behandlung, als auch zur Prävention oder Nachsorge bei Bandscheibenvorfällen und anderen Rückenleiden. Kein Muskel wird übermäßig trainiert, vielmehr wird das muskuläre Gleichgewicht hergestellt – egal ob im Rücken, Bauch, Rumpf, in Beinen oder Armen. Durch kraftvolle, frequente Paddelschläge wird außerdem der Puls in die Höhe getrieben. Genau so schön ist aber das entspannende Treibenlassen auf dem Wasser.

Für ganz Ambitionierte und Yoga-Begeisterte gibt es das sogenannte SUP-Yoga. Hier wird das Board zur Yogamatte und vereint zwei beliebte Sportarten. Bei Yoga-Übungen auf dem Wasser werden der Gleichgewichtssinn gefördert und spezielle Muskelgruppen gestärkt.

 

Wo Sie stehend paddeln können

Es reicht eine Wasserhöhe von mindestens 30cm: Kleine Bäche bieten ebenso SUP-Spaß wie Flüsse, Seen und Meere. Ein eigenes Board ist nicht nötig. An vielen Freizeitseen befinden sich längst SUP-Verleihe, wo für rund zwölf Euro die Stunde ein Board und ein Paddel ausgeliehen werden können. Auch Schwimmwesten, Neopren-Anzüge (für kalte, deutsche Gewässer) und Boardleashs (Knöchelbänder zum Befestigen des Boards) bekommt man für einen geringen Obolus.

Einige Verleihe geben die Boards nur mit Nachweis von Wassersporterfahrung heraus. Das kann ein Nachweis über die Teilnahme an einem SUP-Einsteigerkurs sein, ein Windsurfschein, ein Segelschein oder auch die Mitgliedschaft in einem Kanuverein.

Das ist sinnvoll. Denn Stand Up Paddling findet auf dem Wasser und in der Natur statt – und beides kann unwägbar sein. Darum sollten Stand Up Paddler für ihre eigene Sicherheit zunächst die Rahmenbedingungen prüfen:

  • Gewässergröße: Je größer, desto höher das Unfallrisiko!
  • Wetter: Beachten Sie den Wetterbericht und meiden Sie starken Wind und heftigen Regen.
  • Wassertemperaturen: Kälte lähmt – pausieren Sie in der kalten Jahreszeit!
  • Defektes Board: Unerkannte oder auf dem Wasser erworbene Defekte können zu Problemen führen.
 

Checkliste für sicheres Paddeln

  1. Beachten Sie Ihre Schwimmfähigkeit. Sie sollten unbedingt gut schwimmen können, wenn Sie auf ein SUP-Board steigen.
  2. Tragen Sie eine Schwimm- oder Rettungsweste. Auch gute Schwimmerinnen und Schwimmer können in Not geraten. Nur eine Rettungsweste hält Ihren Kopf über Wasser, wenn Sie ohnmächtig werden sollten. Schützen Sie sich!
  3. Befestigen Sie eine Leash (Halteseil) an Ihrem Bein oder Bauch. So kann Ihr Board nicht abhandenkommen.
  4. Machen Sie sich mit dem Gewässer und den Verkehrsregeln vertraut. Fragen Sie Profis, etwa erfahrene Stand Up Paddler, Segler oder Kanuten, seriöse Verleiher der Region oder die regionale Wasserwacht nach den Besonderheiten.
  5. Schätzen Sie Ihr Können realistisch ein. Das Paddeln kann kräfteraubend sein, was weit weg vom Ufer zu einer Gefahr werden kann.
  6. Checken Sie das Wetter. Regen, Wind oder plötzlich umschlagendes Wetter stellen auf dem Wasser eine Gefahr dar – Hitze oder Sonneneinstrahlung ebenso.
  7. Tragen Sie dem Wetter entsprechende Kleidung. Bei heißen Temperaturen müssen Sie sich vor der UV-Strahlung schützen – am besten mit schnelltrocknender Kleidung, einer Kopfbedeckung und Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor. Bei kälterem Wetter schützen etwa wasserdichte, atmungsaktive Anzüge (Drysuits).
  8. Gehen Sie am besten mindestens zu zweit aufs Wasser. Dann ist immer jemand da, der im Notfall helfen kann. Alternativ sollte zumindest jemand informiert sein.
  9. Nehmen Sie ein wasserdicht verpacktes Handy mit. So können Sie selbst Hilfe rufen oder im Notfall geortet werden.
  10. Seien Sie unentwegt konzentriert. Rechnen Sie auch mit Fehlern anderer Wassersportler.
  11. Kennzeichnen Sie das SUP-Board, wenn es Ihr eigenes ist. Name, Adresse, Handynummer und eine Notfall-Kontaktnummer sind wichtig. An vielen Gewässern ist eine Kennzeichnung sogar vorgeschrieben.
  12. Alkohol oder Drogen sind absolut tabu.

Die wichtigsten Regeln auf dem Wasser

  • Immer ausreichend Abstand halten.
  • Nach den Vorfahrtsregeln handeln – wie im Straßenverkehr.
  • „Müde Fliege“ als Notsignal anwenden. Das international anerkannte Notsignal zeigt den anderen Wassersportlern, dass Sie Hilfe brauchen: Winken Sie dazu mit langen, ausgestreckten Armen über Kreuz.
  • Auf dem Bauch oder Rücken im Wasser landen. So kann es an untiefen Stellen keine Verletzungen geben.
  • Immer erst das Board sichern. Das Board ist die Rettungsinsel, das Paddel ist zweitrangig.
  • Bei ablandigen Winden schnell zurück paddeln. Kommen Sie kaum gegen die Böen an, gehen Sie in die Knie oder legen sich aufs Board und paddeln so weiter. So hat der Wind weniger Angriffsfläche.
 

Umweltschutz und Naturschutz beim Stand Up Paddling

SUP ist eine Natursportart. Darum ist die Natur mit Respekt zu behandeln.

  • Fahren Sie keinesfalls in Schilfgürtel, Ufergehölze oder dicht und unübersichtlich bewachsene Uferpartien.
  • Halten Sie ausreichenden Mindestabstand zu Schilfgürteln, Ufergehölzen und Seerosen.
  • Landen Sie nur an dafür vorgesehenen Plätzen oder Stellen, an denen sichtbar kein Schaden angerichtet werden kann.
  • Halten Sie ausreichend Abstand zu Vogelansammlungen.
 
David Schulz

David Schulz

Diplom Sportwissenschaftler

  • Vorstandsmitglied Stiftung Sicherheit im Sport
  • Leiter der Auswertungsstelle für Sportunfälle bei der ARAG Sportversicherung
  • seit 2000 Experte für Sportunfallforschung und Sportunfallprävention

Ich engagiere mich seit vielen Jahren, damit Sporttreibende möglichst ohne Verletzungen fit und gesund in Bewegung bleiben können. Die meisten Sportverletzungen sind nämlich kein Pech, sondern haben Gründe, die beeinflussbar sind – z. B. durch Prävention. Dafür setze ich mich leidenschaftlich ein. Sie erreichen mich bei Fragen rund um einen sicheren Sport unter

schulz@sicherheit.sport

 

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