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Unterhaltsrechner

Ja Nein

Basiert auf der Düsseldorfer Tabelle, Stand 01.01.2016.
Nicht berücksichtigt ist das Kindergeld, das gemäß §1612b Abs. 1 BGB auf das jeweilige Kind angerechnet wird.
 

Alles zum Unterhalt für Kinder

Nach Angaben des Verbandes alleinerziehender Mütter und Väter leben in Deutschland rund 1,6 Millionen Alleinerziehende mit 2,2 Millionen minderjährigen Kindern. Viele dieser Kinder haben Anspruch auf Unterhaltszahlungen gegenüber dem getrennt lebenden Elternteil. Allerdings gehe diese Geldzuwendung nicht immer regelmäßig und in voller Höhe ein.

Kein Wunder also, dass Kinder von getrenntlebenden Elternteilen eher armutsgefährdet sind als diejenigen, die in intakten Familien leben. Daher setzt der Staat alles daran, Rechte von Kindern zu stärken. Hier ein Überblick über das komplexe Thema Unterhalt.

 

Antworten auf die vier wichtigsten Fragen zum Thema Kindesunterhalt

Unterhalt für Kinder: Das sollten Sie wissen

Wer ist unterhaltspflichtig?

Elternteile sind ihren Kindern gegenüber immer in der Unterhaltspflicht. Dabei gibt es eine Unterscheidung zwischen Natural- und Barunterhalt. Derjenige, der das Kind (bzw. die Kinder) betreut und versorgt, leistet im Regelfall Naturalunterhalt und ist somit nicht mehr zum Barunterhalt verpflichtet. Der getrennt lebende Elternteil dagegen muss zahlen, auch wenn sein Ex-Partner gegebenenfalls über das höhere Einkommen verfügt.

Es kommt immer auf den Lebensmittelpunkt der Kinder an, also wo sie wohnen. Der Partner, bei dem die Kinder nicht wohnen, muss den anderen unterstützen. Wenn die Kinder gleichmäßig zwischen den Eltern pendeln, wird es komplizierter. Beim so genannten Wechselmodell sind beide Elternteile barunterhaltspflichtig.

Ein Beispiel: Die Kinder leben die Hälfte der Zeit bei der Mutter, die andere Hälfte beim Vater. Der Vater verdient doppelt so viel wie die Mutter. Bei der Unterhaltsberechnung wird die Höhe der beiden Einkommen berücksichtigt. Der Vater zahlt also mehr als die Mutter. Weil aber beide Elternteile betreuen, werden die jeweiligen Anteile um die Hälfte des Kindesbedarfs gekürzt.

Wie werden die Unterhaltszahlungen berechnet?

Unterhaltszahlungen richten sich nach Alter und Anzahl der Kinder sowie nach dem Verdienst des Barunterhaltpflichtigen. Als Leitlinie zur Unterhaltsberechnung dient die sogenannte Düsseldorfer Tabelle, die regelmäßig überarbeitet wird. Die Tabelle wird vom Oberlandesgericht Düsseldorf in Abstimmung mit den anderen Oberlandesgerichten und dem Deutschen Familiengerichtstag herausgegeben.

Die Unterhaltssätze waren zum 1. August 2015 erhöht worden. Dass zum 1. Januar 2016 eine erneute Anhebung erfolgte, liegt an einer Änderung des Unterhaltsrechts. Danach knüpft der sogenannte Mindestunterhalt ab 2016 nicht mehr an den steuerlichen Kinderfreibetrag, sondern unmittelbar an das Existenzminimum des Kindes an. Der konkrete Betrag des Mindestunterhalts wird erstmals zum 1. Januar 2016 und danach alle zwei Jahre in der Mindestunterhaltsverordnung festgelegt.

Regelbedarf vs. Mehrbedarf

Die Düsseldorfer Tabelle regelt den sogenannten Regelbedarf. Fallen zusätzliche Kosten an, wie zum Beispiel Reitunterricht, Musikschule, eine Klassenfahrt oder ein Auslandsaufenthalt, werden sie auf die Eltern aufgeteilt. Wer hier wie viel zahlen muss, wird nach der Höhe des jeweiligen Einkommens berechnet.

Wer bekommt das Kindergeld?

Das Kindergeld wird an denjenigen ausgezahlt, bei dem die Kinder überwiegend wohnen. Dafür muss der Unterhaltspflichtige weniger bezahlen. Er darf die Hälfte des Kindergeldbetrages von seiner Unterstützung abziehen.

Wie lang haben Kinder Anrecht auf Unterhalt?

Kinder haben solange Recht auf Unterhalt, wie sie selbst nicht in der Lage sind, diesen zu bestreiten. Allerdings entfällt mit dem 18. Geburtstag die strikte Trennung von Bar- und Naturalunterhalt. Ab diesem Zeitpunkt sind beide Elternteile entsprechend ihrer Einkommen barunterhaltspflichtig. Für volljährige Kinder, die noch im Haushalt der Eltern oder Elternteils wohnen, bemisst sich der Unterhalt nach der vierten Stufe der Düsseldorfer Tabelle. Bei Studierenden, die nicht mehr zuhause wohnen, steigt der Gesamtunterhaltsbedarf auf 735 Euro. Darin sind allerdings auch Wohnkosten und Semesterbeiträge enthalten. Befinden sich Kinder in einer vergüteten Ausbildung, kann deren Salär angerechnet werden. Allerdings nicht vollständig, da in der Ausbildung ein gewisser Mehrbedarf (von 90 Euro) besteht.

Kindeswohl im Vordergrund

Die angegebenen Beträge sind von dem entsprechenden Elternteil verpflichtend zu leisten, um das Wohl seines Kindes garantieren zu können. Daher ist es Geringverdienern zuzu­muten, noch einen zusätzlichen Job anzunehmen, um ihren Verpflichtungen nachkommen zu können. Auch Wiederverheiratete können sich mit Berufung auf die Unterhaltspflicht dem neuen Ehegatten gegenüber nicht mehr aus der Affäre ziehen. Kinder stehen auf Rang eins der Unterhaltspflicht! Selbst Leistungen für zusätzliche Altersversorgung können bei der Unterhaltsberechnung von einem gesteigert Unterhaltspflichtigen nicht einkommensmindernd in Abzug gebracht werden, wenn andernfalls der Mindestunterhalt nicht gezahlt werden könnte, so der Bundesgerichtshof in einem Urteil aus dem Jahr 2013 (Az.: XII ZR 158/10).

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