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Alles, was Sie zur Reisepreisminderung wissen sollten

Reisepreis­minderungs­rechner

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Zur Berechnung der Minderung werden die Mittelwerte der Prozentsätze aus der vom Landgericht Frankfurt erstellten "Frankfurter Tabelle zur Reisepreisminderung (Stand 01.01.1994)" entnommen.
Sie sind für Gerichte nicht bindend und können Ihnen nur als Orientierungshilfe dienen. Mehr Infos dazu lesen Sie in den Erläuterungen zur Frankfurter Tabelle weiter unten.
Dieser Rechner ersetzt keine anwaltliche Betreuung.

Was müssen Urlauber hinnehmen?

Grundsätzlich wird zwischen „Unannehmlichkeit“ und tatsächlichem Mangel unterschieden! Der leichte Dieselgeruch auf einer Kreuzfahrt wäre ersteres, Kakerlaken auf dem Büffet hingegen ein wirklicher Grund zur Reisepreisminderung.

Grundsätzlich gilt bei der Buchung einer Reise, dass der Reiseveranstalter seinen Verpflichtungen, die sich häufig mit einem Blick in den Reiseprospekt feststellen lassen, nachkommen muss. Doch auch hier ist Vorsicht geboten! Ein „Zimmer zur Meerseite“ bedeutet nicht gleich Anspruch auf Meerblick und auch die Definition „Strand­lage“ lässt mehr Interpretationsraum zu, als vielen Urlaubern lieb ist.

 
Frankfurter Tabelle - Reisepreis mindern

So gehen Sie bei Reisemängeln am besten vor

Damit eine nachträgliche Reisepreisminderung Erfolg hat, sollten Sie bereits am Urlaubsort unbedingt einige Verhaltensregeln beachten.

Zunächst müssen Sie direkt vor Ort schriftlich reklamieren. Dazu informieren Sie den Reiseveranstalter (nicht die Hotelrezeption oder das Reisebüro) von den herrschenden Mängeln.

Räumen Sie dem Veranstalter eine angemessene Frist zur Mängelbeseitigung ein.

Ist die Frist verstrichen und sind die Mängel noch nicht behoben, sollten Sie sich an die Beweissicherung begeben. Dazu eignen sich Zeugenaussagen und Fotos, aber vor allen Dingen sollten alle Mängel schriftlich mit Zeit- und Datumsangabe festgehalten werden.

Und so geht's nach der Reise weiter

Nach Ihrer Rückkehr können Sie binnen eines Monats eine schriftliche Reklamation an den Reiseveranstalter. Allerdings nur, wenn Sie schon vor Ort reklamiert haben. Das Schreiben sollte zudem enthalten, dass Sie einen Preisnachlass oder sogar Schadensersatz fordern.

Die Frankfurter Tabelle im Detail

1
Geringfügige Beeinträchtigungen bleiben außer Betracht.
2
Die Höhe des Prozentsatzes richtet sich bei Rahmensätzen nach der Intensität der Beeinträchtigung. Diese ist in der Regel unabhängig von den Eigenschaften des einzelnen Reisenden (Alter, Geschlecht, besondere Empfindlichkeit). Ausnahmen hiervon:

a) Bei besonderen Eigenschaften oder Gebrechen eines Reisenden, die dem Reiseveranstalter bei der Buchung bekannt waren, kann bei besonders erheblicher Beeinträchtigung der einzelne Tabellensatz und der Höchstprozentsatz um 50 % erhöht werden.

b) Bei Mängeln der Gruppe III unterbleibt eine Minderung, wenn eine Beeinträchtigung für den Reisenden offenkundig oder nachweislich nicht gegeben war.
3
Der Prozentsatz wird grundsätzlich vom Gesamtreisepreis (also einschließlich Transportkosten) erhoben.

a) Soweit Beeinträchtigungen während der Reisedauer nur zeitweise auftreten, wird für die Minderung der auf die entsprechende Zeit umgelegte Gesamtreisepreis zugrunde gelegt. Gleiches gilt, wenn die Gewährleistung des Reiseveranstalters wegen schuldhaft unterlassener Anzeige des Mangels (§ 651d Absatz 2 BGB) oder wegen Nichtannahme eines zumutbaren Ersatzangebotes entfällt.

b) In Ausnahmefällen (kleinere Mängel bis höchstens 10 %) kann der Prozentsatz dem anteiligen Aufenthaltspreis entnommen werden, wenn durch die Mängel der Gesamtzuschnitt der Reise nicht wesentlich verändert worden ist.

c) Bei zusammengesetzten Reisen (z. B. Rundreise mit anschließendem Hotelaufenthalt) ist die Minderung aus dem Gesamtreisepreis zu berechnen. Soweit einzelne Reiseteile betroffen sind, gilt das zu 3.a) Gesagte.
4
Bei Vorliegen mehrerer Mängelpositionen werden die Prozentsätze addiert.

a) Ist Gegenstand des Vertrages die Leistung von Unterkunft und Vollpension, so dürfen folgende Gesamtprozentsätze innerhalb einer Leistungsgruppe nicht überschritten werden:

Gruppe I (Unterkunft): 50 %
Gruppe II (Verpflegung): 50 %
Gruppe III (Transport): 30 %
Gruppe IV (Sonstiges): 20 %

b) Ist Gegenstand des Vertrages die Unterkunft und Halbpension, erhöhen sich die Sätze der Gruppe I um 25 % und vermindern sich die Sätze der Gruppe II um 25 %. Dabei dürfen folgende Gesamtprozentsätze innerhalb einer Leistungsgruppe nicht überschritten werden:

Gruppe I (Unterkunft): 62,5 %
Gruppe II (Verpflegung): 37,5 %
Gruppe III (Transport): 20 %
Gruppe IV (Sonstiges): 30 %

c) Ist Gegenstand des Vertrages die Unterkunft mit Frühstück, so erhöhen sich die Sätze der Gruppe I um 66,6 % und vermindern sich die Sätze der Gruppe II um 66,6%. Dabei dürfen folgende Gesamtprozentsätze innerhalb einer Leistungsgruppe nicht überschritten werden:

Gruppe I (Unterkunft): 83,3 %
Gruppe II (Verpflegung): l6,7 %
Gruppe III (Transport): 20 %
Gruppe IV (Sonstiges): 30 %

d) Ist Gegenstand des Vertrages nur die Unterkunft so erhöhen sich die Sätze der Gruppe I um 100 %; im Einzelfall kann der Gesamtprozentsatz der Gruppe I bis 100 % gehen. Für die Gruppe III verbleibt es beim Gesamtprozentsatz von 20 %, für die Gruppe IV beim Gesamtprozentsatz von 30 %.
5
Ist die Reise in ihrer Gesamtheit durch Mängel einzelner Reiseleistungen oder durch Pflichtverletzungen des Reiseveranstalters schuldhaft erheblich beeinträchtigt worden, so können die Minderungssätze bis zum vollen Reisepreis steigen.
6
a) Eine Kündigung nach § 651e Absatz 1 BGB kommt nur in Betracht, wenn Mängel von mindestens 20% vorliegen. Hierbei ist bei einer Kündigung nach Fristsetzung (§ 651e Absatz 2 S. 1 BGB) auf die nicht fristgerecht behobenen Mängel, bei einer sofortigen Kündigung (§ 651e Absatz 2 S. 2 BGB) auf die bei Abgabe der Kündigungserklärung vorliegenden Mängel abzustellen.

b) Ein Schadensersatzanspruch nach § 651f Absatz 2 BGB in Form eines Ersatzurlaub kommt in der Regel nur in Betracht, wenn - nicht fristgerecht behobene - Mängel mit einem Gesamtgewicht von mindestens 50 % vorliegen.

c) Eine Reiseleistung ist ohne Interesse für den Reisenden i.S. des § 651 e III S. 3 BGB, wenn – nicht fristgerecht behobene – Mängel im Gesamtgewicht von mindestens 50 % vorgelegen haben.

d) Im Rahmen dieser Ziff. 6 a-c bleibt die in Ziff. 4 b-d vorgesehene Erhöhung und Verminderung der Prozentsätze außer Betracht.
 

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