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07.03.2022

Der Jahresbericht 2020 des Hilfetelefons "Gewalt gegen Frauen" hat gezeigt, dass häusliche Gewalt während der Corona-Pandemie zugenommen hat. Das Hilfetelefon ist ein bundesweites Beratungsangebot für Frauen, die Gewalt erlebt haben oder noch erleben. Vor allem Frauen und Kinder sind laut Bericht betroffen. Anlass genug für die ARAG Experten, zum Internationalen Frauentag am 8. März über Anlaufstellen und Beratungsangebote für Betroffene aufmerksam zu machen.

Die Gewalt nimmt zu

Jede dritte Frau in Deutschland ist von sexueller und oder körperlicher Gewalt betroffen, bei einem Viertel findet diese Gewalt in der Partnerschaft statt. Formen von psychischer Gewalt erleben sogar über 40 Prozent. 24 Prozent der deutschen Frauen werden Opfer von Stalking und zwei von drei Frauen wurden schon einmal sexuell belästigt. Es ist nur ein Indikator, doch die Zahl hat Aussagekraft genug: Das Beratungsaufkommen des Hilfetelefons „Gewalt gegen Frauen“ lag 2020 bei über 50.000 Beratungen und damit um 15 Prozent höher als im Vorjahr. Alle 22 Minuten fand nach Information der ARAG Experten eine Beratung statt.

Laut Zahlen des Bundeskriminalamts (BKA) gab es 2020 knapp 150.000 Fälle von Gewalt in Partnerschaften. Bei über 80 Prozent der Fälle waren die Opfer weiblich. Es gab zwar keinen allzu deutlichen Anstieg von Fällen häuslicher Gewalt während der Corona-Pandemie: So zeigte sich während des ersten Lockdowns vom März bis Mai 2020 ein Anstieg von knapp drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr und während des Lockdowns light im November und Dezember 2020 sank die Anzahl der registrierten Fälle sogar um durchschnittlich über zwei Prozent zum Vorjahr. Allerdings liegt die Dunkelziffer vermutlich deutlich höher. Denn das BKA geht davon aus, dass sowohl das Anzeigeverhalten von Opfern als auch die Möglichkeit, von Dritten entdeckt zu werden, die Gewalt in der Pandemie begünstigt haben könnte.

Das Hilfetelefon (08000 - 116 016)

Rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr sind die rund 80 qualifizierten Beraterinnen der Hotline unter 08000 - 116 016 oder online unter hilfetelefon.de innerhalb Deutschlands zu erreichen. Selbst ohne Guthaben auf dem Mobiltelefon kann die Beratung genutzt werden. Betroffene haben dort die Möglichkeit, sich anonym, mehrsprachig und barrierefrei beraten zu lassen. Bei Bedarf werden sie an Unterstützungsangebote vor Ort vermittelt, beispielsweise an Frauenberatungsstellen oder an ein Frauenhaus vor Ort.

TelefonSeelsorge (0800 -111 0 111)

Ob Anruf, Mail oder Chat – auch die TelefonSeelsorge ist rund um die Uhr, jeden Tag im Jahr anonym und kostenfrei zu erreichen (0800 - 111 0 111 oder 0800 - 111 0 222). Die Hilfseinrichtung richtet sich an alle Ratsuchenden, die sich in einer problematischen Lebensphase befinden – von Mobbing, Sucht, Krankheit bis zu Einsamkeit oder Problemen am Arbeitsplatz. Träger dieser Hilfseinrichtung sind die evangelische und die katholische Kirche. Deutschlandweit gibt es 104 Stellen mit 300 festangestellten und knapp 8.000 ehrenamtlichen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen.

Frauennotrufe und Frauenberatungsstellen

Im Bundesverband der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe in Deutschland (bff) sind nach Auskunft der ARAG Experten rund 200 Frauennotrufe und -beratungsstellen zusammengeschlossen. Hier erhalten weibliche Opfer von Gewalt ambulante Beratung und Hilfestellung. Über eine Online-Datenbank können sich Betroffene Hilfsangebote und Beratungseinrichtungen in der Nähe suchen. Auch die Suche nach einem freien Frauenplatz in Frauenhäusern oder Schutzwohnungen in der eigenen Region kann über die bff-Homepage gestartet werden.

Opfer-Telefon des Weißen Rings

Unter der 116 006 erreichen Betroffene, die eine Straftat erlebt haben, den Weißen Ring. Ehrenamtliche Berater und Beraterinnen unterstützen Opfer bundesweit, vermitteln an externe Beratungsstellen oder Unterstützungsmöglichkeiten im erreichbaren Umfeld der Betroffenen. Das Opfer-Telefon ist täglich von 7 bis 22 Uhr zu erreichen.

Charité – Universitätsmedizin Berlin

In der Gewaltschutzambulanz in der Charité Berlin erhalten Opfer von Gewalttaten eine gerichtsfeste, kostenlose, rechtsmedizinische Dokumentation ihrer sichtbaren Verletzungen, um sich gegebenenfalls vor Gericht gegen den Täter zu wehren. Dabei ist die Untersuchung anonym, auch der Polizei und Gerichten gegenüber, denn alle Mitarbeiter unterliegen der medizinischen Schweigepflicht. Gleichzeitig bietet die Opferhilfe e. V. (030 - 395 28 67) Opfern die Möglichkeit, über Erlebtes zu sprechen und unabhängig von einer polizeilichen Anzeige den aktuellen Unterstützungsbedarf und passende Hilfsangebote zu ermitteln.

Abschließend weisen die ARAG Experten noch auf das Adressverzeichnis der Bundesländer zu Hilfe und Beratung bei Gewalt gegen Frauen hin: Auf dem Frauengesundheitsportal der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung finden Betroffene beispielsweise Adressen von Frauen- und Kinderschutzhäusern, Frauennotrufen oder Beratungsstellen für Opfer sexualisierter Gewalt.

Stalking: Was Betroffene tun können

Seit 2007 ist Stalking eine Straftat. Was Betroffene tun können, erläutern ARAG Experten.

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