15.07.2019

Ein Haus auf Rädern ist der Traum vieler Urlauber. Sie schätzen die Reisefreiheit und mieten oder kaufen ein Wohnmobil. Stellplatz, Saisonkennzeichen, dauerhafter Wohnsitz oder Überführungsfahrten in den USA: Wir haben wertvolle Rechtstipps rund um die mobile Unterkunft gesammelt und wünschen allseits gute Fahrt.

Schadstoffgruppen gelten auch für alte Wohnmobile

Seit 2016 dürfen die meisten deutschen Großstädte im Rahmen des Luftreinhalteplans nur noch mit einer grünen Umweltplakette befahren werden. Es dürfen also nur schadstoffarme Fahrzeuge oder Kfz mit Ausnahmegenehmigungen in die ausgezeichneten Zonen fahren. In einem konkreten Fall zog ein Wohnmobil-Fahrer sogar vor Gericht, um eine solche Ausnahme für sein 1991 gebautes Wohnmobil für die Stadt Marburg zu bekommen. Eine technische Umrüstung für die erforderliche Schadstoffgruppe 4 war nicht möglich und einen Ersatz konnte sich der Mann nicht leisten.

Sein Argument vor Gericht: Als er sich das Fahrzeug im Sommer 2015 zulegte, ahnte er noch nichts von den Umweltzonen. Die ARAG Experten weisen jedoch darauf hin, dass in diesem Fall seine Unwissenheit nichts an der Sachlage ändert, zumal die Umweltzone seit 2014 im Marburger Stadtparlament diskutiert wurde und nicht überraschend eingerichtet worden war. Und da das Einkommen des Wohnmobilisten auch nicht unter der Pfändungsfreigrenze lag, wäre die Anschaffung eines Ersatzfahrzeuges wohl doch möglich gewesen. Daher sahen auch die Richter die Voraussetzungen für eine Ausnahmegenehmigung als nicht erfüllt an (Verwaltungsgericht Gießen, Az.: 6 K 4419/16).

Weitere Tipps

Wohnmobil mieten: Darauf sollten Sie achten

Welchen Führerschein brauche ich?
Wer nach 1999 seinen Führerschein gemacht hat, darf Wohnmobile mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen fahren. Mit älteren Führerscheinen sind 7,5 Tonnen erlaubt. Damit sind die meisten Wohnmobile abgedeckt.

Versicherung muss sein
Eine Haftpflichtversicherung ist Pflicht. Ansonsten kann man zwischen Vollkaskoversicherung und Teilkaskoversicherung wählen. Die Prämie wird niedriger, wenn man eine Selbstbeteiligung nimmt. Wir empfehlen bei Auslandsreisen unsere Auslandsreisekrankenversicherung oder unseren Top-Schutzbrief.

Die ideale Geschwindigkeit
Empfohlen wird meist eine Reisegeschwindigkeit zwischen 80 und 110 km/h. Das ist auch gut für den Kraftstoff-Verbrauch. Der Gesetzgeber in Deutschland gibt aber auch Tempolimits vor. Wohnmobile bis 3,5 Tonnen dürfen außerorts 100 Stundenkilometer fahren. Auf Schnellstraßen und Autobahnen gilt die empfohlene Richtgeschwindigkeit von 130 km/h. Wohnmobile zwischen 3,5 Tonnen und 7,5 Tonnen dürfen außerorts und auf Schnellstraßen nur 80 km/h schnell sein; auf Autobahnen dürfen sie maximal 100 km/h fahren.

Achtung: Im Ausland gelten sehr unterschiedliche Bestimmungen. Informieren Sie sich vorab und achten beim Grenzübertritt auf entsprechende Hinweise.

Reiseroute planen
Wer seine Reiseroute grob festlegt, kann sparen. Bei weiten Strecken lohnt sich eine Miete nach Tagessatz ohne Kilometerbegrenzung. Für eine Kurzstrecke reicht vielleicht ein Angebot mit Freikilometern.

Versteckte Kosten?
Wie immer sollten Sie das Kleingedruckte lesen und nach Kosten für Reinigung und Instandsetzung schauen.

Welche Kaution wird verlangt?
Oft wird eine Kaution von rund 1.500 Euro verlangt. Lassen Sie sich diese nach Rückgabe und Überprüfung des Wohnmobils sofort zurückzahlen.

Privat mieten?
Sie können ein Wohnmobil von Freunden oder Verwandten nutzen? Prima! Dann sollten Sie unseren Rechtstipp zum Thema Eigenes Auto verleihen kennen.

Parken. Wohin mit dem Wohnmobil?

Stichwort Saisonkennzeichen

Mit den Saisonkennzeichen können Halter Fahrzeuge zulassen, die nicht das ganze Jahr über betrieben werden – neben Wohnmobilen bieten sich dafür auch Motorräder oder Cabrios an. Auf den Kennzeichen wird rechts eingeprägt, in welchen Monaten die Fahrzeuge gefahren werden dürfen. Steht dort zum Beispiel oben eine fünf und unten eine neun, darf das Fahrzeug von Anfang Mai bis Ende September bewegt werden. Die Kfz-Steuer muss dann nur für diesen Zeitraum – die Saison – bezahlt werden. Auch sparen Halter oft Geld bei der Versicherung und Zeit für das jährliche An- und Abmelden.

Wer außerhalb der Saison sein Fahrzeug auf der Straße parkt oder gar damit fährt, riskiert laut ARAG allerdings ein Bußgeld- oder Strafverfahren. Zudem muss der Halter bei Unfällen für die Schäden am eigenen Auto und dem fremden Auto unter Umständen selbst aufkommen.

Wohnmobil und Wohnwagen als dauerhafter Wohnsitz?

Schätzungen gehen davon aus, dass rund 300.000 Menschen in Deutschland vorwiegend oder dauerhaft auf dem Campingplatz leben. Sie haben oft keinen anderen Wohnsitz mehr; das Mietverhältnis mit den Betreibern des Campingplatzes ist auf Dauer angelegt. Seit Jahrzehnten wird dieses Dauerwohnen in Wohnmobilen oder Wohnwagen von vielen Kommunen toleriert. So klären viele Gemeinden die Situation, indem sie einen Pro-forma-Wohnsitz als erste Adresse akzeptieren und der Campingplatz als Zweitwohnsitz fungiert. Zahlreiche Dauercamper haben sogar ihren Erstwohnsitz auf einem Campingplatz angemeldet. Stellt sich die Frage, ob das rechtlich zulässig ist.

Laut ARAG Experten kann jeder nach den bestehenden Vorschriften des Melderechts seinen Hauptwohnsitz auf dem Gebiet eines Campingplatzes anmelden. Allerdings kollidieren die Vorschriften des Melderechts mit den baurechtlichen Vorgaben. Zum einen verstößt das Wohnen auf Campingplätzen unter Umständen gegen das Baurecht, da die Plätze in Erholungsgebieten liegen, in denen eben das nicht gestattet ist. Zum anderen verstoßen die kleinen Parzellen der Bewohner oft gegen geltende Brandschutzbestimmungen. In der Camping- und Wochenendplatzverordnung (CW VO) des Landes Nordrhein-Westfalen heißt es beispielsweise in § 5 Abs. 1: Camping- und Wochenendplätze sind durch mindestens fünf Meter breite Brandschutzstreifen in einzelne Abschnitte zu unterteilen. Mit ein paar Anbauten und Vorzelten sind diese Brandschutzstreifen und die Feuerwehrzufahrt schnell graue Theorie.

Diese Vorschriften für die Pkw-Anhängerkupplung sollten Sie kennen

Als Anhänger werden Fahrzeuge bezeichnet, die über eine Ladefläche, jedoch über keinen eigenen Antrieb verfügen und hinter Zugfahrzeugen – beispielsweise Pkw, Lkw, Omnibussen oder Traktoren – mitgeführt werden. Selbstverständlich gibt es auch Motorrad- und Fahrradanhänger; für diese gelten aber ganz eigene Regeln und Bestimmungen. Bei Anhängern unterscheidet man grundsätzlich zwischen Starrdeichsel- und Gelenkdeichselanhängern sowie Sattelanhängern, die allerdings nur für Sattelschlepper eine Rolle spielen, für private Zwecke also nicht infrage kommen.

Sollten Sie unterwegs mit dem Wohnmobil eine Panne haben, sind wir für Sie da!

Wenn Sie unseren Top-Schutzbrief abgeschlossen haben, können wir Ihnen in praktisch allen Notsituationen helfen – Tag und Nacht, 365 Tage im Jahr. Die Vorteile unseres Top-Schutzbriefs im Überblick:

Bei einem Fahrzeugausfall unterstützen wir Sie – egal ob es Ihr eigenes Fahrzeug betrifft oder Sie mit einem Mietwagen unterwegs sind.

Inklusive Rechtsschutz: Haben Sie unterwegs im Ausland rechtliche Probleme, halten wir Ihnen weltweit den Rücken frei.

Auf Wunsch ist beim Schutzbrief auch ein Krankenschutz im Ausland inklusive: Genießen Sie beim Arzt und im Krankenhaus die Vorteile eines Privatpatienten.

 

Wild campen: Ihre Rechte und Pflichten

Urlaub und Freizeit in der Wildnis ist ein besonders ursprüngliches Erlebnis. Aber was sagt das Gesetz dazu? Wir beleuchten die rechtliche Lage fürs Zelten in Deutschland und im europäischen Ausland.

Zweitwohnungssteuer auch für Mobilheime

Die Erhebung einer Zweitwohnungssteuer durch die Gemeinde ist grundsätzlich auch für Mobilheime möglich. Mehr dazu im Rechtstipp.

Was Dauercamper wissen sollten

Melderecht, Baurecht, Brandschutz: Unsere Experten informieren Dauercamper
über die Vorschriften.