Kinderfreibetrag oder Kindergeld: Was zahlt sich für Sie aus?

Kindergeld und Kinderfreibetrag sind eng miteinander gekoppelt, um den Grundbedarf der Kinder einer Familie zu decken. Dabei gilt: Entweder Kindergeld oder Kinderfreibetrag, beides zusammen ist nicht möglich.

Der Kinderfreibetrag wird anders als das Kindergeld nicht ausgezahlt, sondern ist ein Freibetrag, der vom zu versteuernden Einkommen abgezogen wird und sich bei der Berechnung der Einkommensteuer steuermindernd auswirkt. Ob die Kindergeldzahlungen oder der Kinderfreibetrag für Steuerpflichtige vorteilhafter ist, prüft das Finanzamt automatisch im Rahmen einer Günstigerprüfung. Nur wenn der Steuervorteil durch den Kinderfreibetrag die Höhe des Kindergeldes übersteigt, gewährt das Finanzamt diesen.

Die Freibeträge für Kinder berücksichtigen das sächliche Existenzminimum für Kinder (Kinderfreibetrag) und den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf (Erziehungsfreibetrag). Der Kinderfreibetrag wurde 2021 auf 2.730 Euro je Elternteil erhöht. Beiden Elternteilen zusammen steht also ein Freibetrag von 5.460 Euro pro Kind zu. Dazu kommt noch der Erziehungsfreibetrag, der je Kind bei 2.928 Euro (1464 Euro je Elternteil) liegt.

Das Kindergeld wird vom Finanzamt in jedem Fall auf den Steuervorteil aus dem Kinderfreibetrag angerechnet – egal, ob sie es erhalten haben oder nicht. Daher raten wir dringend dazu, einen Kindergeldantrag zu stellen – auch wenn Sie von vorneherein wissen, dass der Kinderfreibetrag sich günstiger auswirkt.

Finanzielle Hilfen für Familien

Der Kinderzuschlag

Der Kinderzuschlag unterstützt Eltern, die zwar ihren eigenen Lebensunterhalt bestreiten können, nicht aber den ihrer Kinder. Der Zuschlag von maximal 205 Euro monatlich pro Kind soll zusammen mit dem Kindergeld den durchschnittlichen Bedarf von Kindern decken. Der Kinderzuschlag wird für sechs Monate gewährt. Für den Wohnraum kann zusätzlich Wohngeld beantragt werden.

Der Kinderzuschlag muss schriftlich bei der örtlich zuständigen Familienkasse beantragt werden. Voraussetzungen für den Anspruch auf Kinderzuschlag sind, dass

  • die Eltern für das Kind Kindergeld beziehen,
  • das Einkommen der Eltern die Mindesteinkommensgrenze von 900 Euro brutto für Paare und 600 Euro brutto für Alleinerziehende erreicht,
  • mit dem Einkommen die individuell berechnete Höchsteinkommensgrenze der Eltern nicht überschritten wird und
  • durch das zur Verfügung stehende Einkommen sowie den Kinderzuschlag Hilfebedürftigkeit im Sinne des SGB II vermieden wird.

Gut zu wissen: Die bislang gültige obere Einkommensgrenze für den Kinderzuschlag ist seit dem 1. Januar 2020 abgeschafft. Das Einkommen der Eltern, das über den eigenen Bedarf hinausgeht, wird zudem nur noch mit 45 statt den bisherigen 50 Prozent auf den Zuschlag angerechnet. Außerdem verringern sich die Leistungen nur schrittweise und fallen ab einem bestimmten Einkommen nicht mehr abrupt weg. Und jetzt haben auch Familien Anspruch auf den Kinderzuschlag, denen Arbeitslosengeld II zusteht, die die Leistung aber nicht nutzen. So soll auch Familien, die in verdeckter Armut leben, der Zugang zum Kinderzuschlag erleichtert werden.

Außerdem können Geld- und Sachleistungen für Bildung und Teilhabe gewährt werden. Den Empfängerinnen und Empfängern vom Kinderzuschlag stehen neben diesen Leistungen auch sieben Leistungen zur Bildung und Teilhabe zu.

Dazu zählen:

  • eintägige Schul- und Kitaausflüge (tatsächliche Kosten),
  • mehrtägige Klassenfahrten und Kitafahrten (tatsächliche Kosten),
  • der persönliche Schulbedarf insgesamt 154,50 Euro jährlich,
  • die Beförderung von Schülerinnen und Schülern zur Schule (tatsächliche Kosten),
  • Lernförderungen (tatsächliche Kosten),
  • kein Eigenanteil für die Teilnahme an einer gemeinschaftlichen Mittagsverpflegung in Schule oder Kindertageseinrichtungen,
  • die Teilnahme am sozialen und kulturellen Leben in der Gemeinschaft wie im Sportverein oder in der Musikschule in Höhe von 15 Euro monatlich.

Das Baukindergeld

Mit dem Baukindergeld fördert das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) seit 2018 den erstmaligen Erwerb oder Bau von selbstgenutztem Wohneigentum für Familien mit Kindern und Alleinerziehende.

Dabei erhalten Antragsberechtigte zehn Jahre lang jeweils 1.200 Euro Zuschuss pro Jahr pro Kind, also insgesamt 12.000 Euro. Zum Zeitpunkt der Antragstellung darf das im Haushalt lebende Kind das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und es muss eine Kindergeldberechtigung vorliegen. Das zu versteuernde jährliche Haushaltseinkommen darf bei einem Kind 90.000 Euro nicht überschreiten, zuzüglich 15.000 Euro für jedes weitere Kind.

Das Baukindergeld kann online bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beantragt werden. Die ARAG Experten raten, sich per Vorab-Check zu vergewissern, ob man die Voraussetzungen für eine Förderung erfüllt.

Bitte beachten Sie: Die aktuellen Förder­voraus­setzungen sehen vor, dass Sie zwischen dem 01.01.2018 und 31.03.2021 Ihren Kauf­vertrag unter­zeichnet haben oder Ihnen die Bau­genehmigung erteilt wurde.

Ihren Antrag auf Baukinder­geld stellen Sie, nachdem Sie einge­zogen sind. Hierfür haben Sie insge­samt sechs Monate Zeit. Der letzte Tag, an dem Familien und Allein­erziehende Bau­kinder­geld bean­tragen können, ist der 31.12.2023.

Der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende

Alleinerziehende werden bei der Lohn- und Einkommensteuer mit einem besonderen Freibetrag, dem Entlastungsbetrag für Alleinerziehende, entlastet. Dabei handelt es sich um einen Steuerfreibetrag in Höhe von normalerweise 1908 Euro jährlich. Für die Jahre 2020 und 2021 wurde dieser Steuerfreibetrag auf 4008 Euro jährlich erhöht. Mit der Erhöhung um 2100 Euro wird die besondere Belastung Alleinerziehender aufgrund der COVID-19-Pandemie berücksichtigt.

Update 4.5.2021:
Der steuerliche Entlastungsbetrag für Alleinerziehende bleibt nun auch über 2021 hinaus weiterhin angehoben. Mit dem Jahressteuergesetz 2020 wird der Betrag ab 2022 dauerhaft auf 4.008 Euro angehoben.

Ab dem zweiten Kind erhöht sich der Entlastungsbetrag um 240 Euro jährlich pro Kind.

Es müssen vier Bedingungen erfüllt sein, damit Alleinerziehende den Entlastungsbetrag erhalten.

  • Anspruch auf Kindergeld oder Kinderfreibetrag: Nur der Elternteil, der das Kindergeld oder den Kinderfreibetrag erhält, kann den Entlastungsbetrag erhalten.
  • Kind im eigenen Haushalt: Das Kind muss ausschließlich in der Wohnung des Elternteils gemeldet sein, der das Kindergeld oder den Kinderfreibetrag erhält.
  • Wirklich alleinstehend: Der Alleinerziehende darf nicht mit anderen Erwachsenen in einer Lebens- oder Hausgemeinschaft wohnen. Ausnahme ist das eigene volljährige Kind, für das ein Anspruch auf Kindergeld besteht.
  • Steueridentifikationsnummer: In der Anlage "Kind" der Steuererklärung muss die Steueridentifikationsnummer des Kindes angegeben werden.

Für jeden vollen Kalendermonat, in dem nicht alle vier Bedingungen erfüllt sind, verringert sich der Entlastungsbetrag um ein Zwölftel. Es sei denn der Alleinerziehende heiratet, dann entfällt der Entlastungsbetrag für das gesamte Kalenderjahr.

Als Alleinerziehender können Sie auch Steuerklasse 2 beantragen. Dann wird der Entlastungsbetrag für das erste Kind bei Ihrem monatlichen Lohnsteuerabzug berücksichtigt und Sie müssen nicht auf die Steuerrückerstattung warten. Der Entlastungsbetrag muss dann nur noch für weitere Kinder beantragt werden.

Unsere Absicherung für Ihre Familie

Sichern Sie sich und die Menschen, die Sie am meisten lieben, ab! Mit unserem maßgeschneiderten Familienrechtsschutz helfen wir Ihrer Familie, das Leben gelassen zu genießen. Denn wir tragen das finanzielle Risiko und sind schon lange vor einem Rechtsstreit für Sie da.

Das könnte Sie auch interessieren

Alles zum Thema Kindergeldantrag

Hier finden Sie die notwendigen Informationen und Formulare sowie Angaben zu Antragsberechtigten, Dauer und Höhe der Zahlung.

Elterngeld: Wann, wie und wo sollte man Elterngeld beantragen?

Herzlichen Glückwunsch zum Baby! Ein großer Schritt ist gemeistert, da wartet auch schon der nächste: der Antrag für das Elterngeld. Wir beantworten die häufigsten Fragen.

Alles zum Thema Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende

Erfahren Sie wie mit dem Unterhaltsvorschuss die finanzielle Situation von alleinerziehenden Elternteilen und ihren Kindern vom Staat stabilisiert wird.

ARAG Live-Chat

Sie haben eine Frage?
Unser Kundenservice hilft Ihnen im Live-Chat gerne weiter.

Hallo,
wie können wir Ihnen helfen?

Alle wichtigen Kontakt-
möglichkeiten finden Sie hier.

ARAG Live-Chat

Sie haben eine Frage?
Unser Kundenservice hilft Ihnen im Live-Chat gerne weiter.

Kontakt & Services