08.01.2020

Mit der Wohngeldreform, die Anfang 2020 in Kraft getreten ist, wird das Wohngeld nicht nur erhöht, sondern es soll dynamisch alle zwei Jahre an die Mietpreis- und Einkommensentwicklung angepasst werden. Wir informieren über die wichtigsten Änderungen, sagen, wer Anspruch auf Wohngeld hat und wie man den Zuschuss beantragen kann.

Wer bekommt Wohngeld?

Wohngeld kann bekommen, wessen Einkommen nicht ausreicht, um selbst die Kosten für den Wohnraum – egal, ob Mietwohnung oder eigene Immobilie – zu tragen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes Destatis bezogen bis Ende 2017 rund 592.000 Haushalte Wohngeld, also 1,4 Prozent alle privaten Haushalte. Von der Wohngeldreform sollen 2020 rund 660.000 Haushalte profitieren, darunter 180.000, die zusätzlich Zugang zum Wohngeld haben. Vorschriften, wie groß eine Wohnung sein darf, gibt es nicht. Auch keine Auflagen vom Jobcenter oder anderen Behörden.

Wer hat keinen Anspruch auf Wohngeld?

Wer über ein gewisses Vermögen aus Bargeld, Sparguthaben, Wertpapieren oder Ähnlichem verfügt, bekommt kein Wohngeld. Die Grenze liegt bei 60.000 Euro für das erste Haushaltsmitglied und 30.000 Euro bei jeder weiteren Person, die im Haushalt lebt. Wer bereits so genannte Transferleistungen wie beispielsweise Arbeitslosengeld II, Grundsicherung oder Hilfe zum Lebensunterhalt erhält, hat auch keine Chance auf Wohngeld, da die Wohnkosten bereits mit dieser Transferleistung abgedeckt sind. Daher haben auch Studenten, Schüler und Auszubildende eher geringe Chancen auf Wohngeld, da sie entweder noch bei ihren Eltern leben oder andere Leistungen wie etwa Bafög, Berufsausbildungsbeihilfe oder Ausbildungsgeld beziehen.

Wie hoch ist das Wohngeld?

Bislang waren für einen durchschnittlichen Zwei-Personen-Haushalt im Schnitt 145 Euro pro Monat drin. Ab 2020 sollen durchschnittlich 190 Euro monatlich möglich sein. Doch die Berechnung des Wohngeldes ist etwas kompliziert und sehr umfangreich. Neben dem vom Bundesinnenministerium zur Verfügung gestellten Online-Rechner haben die meisten Gemeinden auf ihrer Homepage eigene Rechner, in denen die jeweiligen Mietstufen bereits berücksichtigt sind. Die meisten Angaben sind zwar in der Regel machbar, wenn Lohn- und Steuerbescheid sowie der Mietvertrag vorliegen, aber es bleibt ein Angang. Daher bieten Gemeinden Unterstützung beim Ausfüllen des Antrags an. Sie sind nach Angaben der ARAG Experten sogar zur Hilfe verpflichtet.

Für die Berechnung des Wohngeldes wird das Gesamteinkommen aller Personen, die zu einem Haushalt gehören, zusammengerechnet. Es darf pro Haushalt also nur einmal bezogen werden. Für die, die bereits Wohngeld erhalten, ist der Zuschuss nach der Reform um knapp ein Drittel gestiegen.

Das Wohngeld ist abhängig von der Höhe des Einkommens. Je nach Wohnraum und jeweiligem örtlichen Mietenniveau (Mietenstufe) variieren die Höchstbeiträge. Vermögen wird bis zu einer bestimmten Grenze nicht berücksichtigt: Pro Haushaltsmitglied sind das 60.000 Euro für die erste Person und 30.000 Euro für jede weitere Person. So blieben bei einem Dreipersonen-Haushalt 120.000 Euro bei der Berechnung des Wohngeldes unberücksichtigt. Zum Vermögen zählen nach Auskunft der ARAG Experten beispielsweise Geld auf dem Konto, Sparguthaben, aber auch Wertpapiere oder nicht selbst genutzte Immobilien.

Wo beantragt man das Wohngeld?

Je nach Gemeinde gibt es unterschiedliche Stellen, die für das Wohngeld zuständig sind. Teilweise gibt es Wohngeldstellen, woanders sind Sozialamt, Standesamt oder Bürgermeisterbüro zuständig. Ein Blick auf die jeweilige Gemeindeseite im Netz sollte aber Auskunft geben und in der Regel auch Formulare zum Download bereithalten. Meist wird das Wohngeld für 12 Monate bewilligt. Es zählt der erste des Monats, in dem der Antrag gestellt wurde. Nach einem Jahr muss das Wohngeld erneut beantragt werden.

Was ist Wohngeld?

Wohngeld ist ein staatlicher Zuschuss zu den Wohnkosten, der seit über 50 Jahren an einkommensschwache Bundesbürger ausgezahlt wird. Es muss allerdings beantragt werden. Mieter erhalten es als Mietzuschuss. Eigentümer, die ihre Immobilie selbst nutzen, bekommen einen so genannten Lastenzuschuss.

 
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Ab 2020: Mehr Wohngeld für mehr Haushalte

Zum ersten Mal seit vier Jahren gibt es ab dem 1. Januar 2020 wieder mehr Wohngeld. Haushalte mit geringem Einkommen können das Wohngeld als Mietzuschuss oder als Lastenzuschuss für selbstgenutzte Immobilien beanspruchen. Wie hoch der Anspruch ausfällt, hängt von der Haushaltsgröße, dem Einkommen und der Miete bzw. Belastung ab. Wohngeld wird nicht gezahlt, wenn bereits staatliche Leistungen wie Sozialhilfe, Hartz IV oder Grundsicherung im Alter bezogen werden. Zum Jahresanfang steigt der Zuschuss um durchschnittlich 30 Prozent. Für einen durchschnittlichen Zwei-Personen-Haushalt bedeutet das: Statt der bislang gezahlten 145 Euro pro Monat kann dann monatlich mit 190 Euro Wohngeld gerechnet werden.

Haushalte in Städten mit hohen Mieten werden zusätzlich durch die Einführung einer neuen siebten Mietenstufe entlastet. Bis dato waren die Wohnorte in sechs Mietenstufen eingeordnet. Je höher die Mietenstufe, desto mehr Wohngeld wird an die Berechtigten gezahlt. Ab dem 1. Januar 2022 wird zudem eine Dynamisierung des Wohngeldes eingeführt. Das Wohngeld wird dann alle zwei Jahre automatisch an die aktuelle Miet- und Einkommensentwicklung angepasst.

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