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Jobwechsel, Familienzuwachs oder eine Trennung – Gründe für einen Umzug gibt es viele. Damit der Wohnungswechsel trotz vieler Formalitäten stressfrei abläuft und die Vorfreude auf das neue Zuhause überwiegt, ist Ihr Planungsgeschick gefragt. Wir packen mit an – mit unseren nützlichen Tipps und Checklisten für Ihre Behördengänge. Auf geht’s.

Bei einem Umzug sind nicht nur Muskeln gefragt, man muss auch eine Menge Papierkram bewältigen und an vieles denken. Es gilt Behörden zu informieren, Daueraufträge oder Einzugsermächtigungen anzupassen. Recherchieren Sie, was sich online erledigen lässt. Das spart Kapazitäten fürs Packen.

Die Vermieterbescheinigung ab November 2015: Was ist zu tun?

Umzug: Rein ins neue Wohnglück - Briefkästen

Ab dem 1. November wird die To-do-Liste für Umzugswillige um einen Punkt länger: die Vermieterbescheinigung muss nämlich bei einer An- oder Abmeldung beim Einwohnermeldeamt wieder zwingend vorgelegt werden. Wieder? Die Regelung war erst 2002 abgeschafft worden. Sie konnten sich unter einer Adresse anmelden, ohne der Behörde nachweisen zu müssen, dass Sie tatsächlich dort leben. Leider wurden diese Scheinadressen von Kriminellen missbraucht, was zur Wiedereinführung der Vermieterbescheinigung führte.

  • Das Gesetz sieht vor, dass der Vermieter dem Mieter den Ein- oder Auszug innerhalb von zwei Wochen schriftlich oder elektronisch bestätigt.
  • Die Bestätigung muss Name und Anschrift des Vermieters, die Art des meldepflichtigen Vorgangs mit Einzugs- oder Auszugsdatum, die Anschrift der Wohnung sowie die Namen der meldepflichtigen Personen enthalten.
  • Vermieter, die einen Ein- oder Auszug nicht oder nicht richtig bestätigen, riskieren ein Bußgeld bis zu 1.000 Euro.

Laut Gesetz ist es ausdrücklich verboten, jemandem eine Wohnungsanschrift für eine Anmeldung anzubieten, obwohl ein tatsächlicher Bezug der Wohnung gar nicht vorgesehen ist. Wer gegen diese Vorschrift verstößt, muss sogar mit einem Bußgeld bis zu 50.000 Euro rechnen!

Abmelden, ummelden, anmelden

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Benachrichtigen Sie rechtzeitig Ihren Arbeitgeber – und fragen gleich nach Sonderurlaub. Sie erhalten bei einem berufsbedingten Umzug einen Tag zusätzlich frei.

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Innerhalb einer Woche müssen Sie sich beim Einwohnermeldeamt anmelden und Ihren Ausweis umschreiben lassen. Versäumen Sie die Ummeldefrist, riskieren Sie unter Umständen eine Geldstrafe.

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Auch Ihr Auto zieht mit um. Früher musste man es am neuen Wohnort anmelden, wenn man den Zulassungsbezirk wechselte. Seit dem 1. Januar 2015 darf man sein Kennzeichen behalten, wenn man möchte. Wer das Kennzeichen wechseln möchte, braucht den umgeschriebenen Personalausweis beziehungsweise die Meldebestätigung, Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief, die Elektronische Versicherungsbestätigung, neue Kennzeichen sowie gegebenenfalls die Berichte der letzten Haupt- und Abgasuntersuchung. Auch um eine Feinstaubplakette müssen Sie sich gegebenenfalls kümmern.

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Ihre Bank, Ihre Krankenkasse, die Versicherungen und das Finanzamt müssen über den Wohnungswechsel Bescheid wissen und die neue Adresse erfahren. Denken Sie daran, Einzugsermächtigungen und Daueraufträge zu stornieren oder neu anzulegen. Stichwort Finanzamt und Steuern: Sie können die Kosten für einen Umzug von der Steuer absetzen – so er denn berufsbedingt erfolgt.

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Strom, Wasser und Gas müssen abgemeldet und die Zähler beim Auszug abgelesen werden.

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Wenn Sie einen Hund haben, müssen Sie sich zudem um die Ummeldung Ihres Vierbeiners beim Bürger-, Ordnungs- oder Finanzamt kümmern.

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Wenn Sie entsprechende Leistungen beziehen, müssen Sie auch das Arbeitsamt, das Sozialamt, die Rentenversicherung, die Hochschulverwaltung und das BAföG-Amt informieren.

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Familien mit Kindern haben noch ein paar Extra-Gänge bei einem Umzug zu erledigen. Klar, dass Kindergärten und Schulen am alten und neuen Ort informiert werden müssen. Denken Sie aber auch an die Kindergeldstelle, die Sie über die Familienkasse der Agentur für Arbeit erreichen. Nicht zu vergessen die Vereine, denen die Familienmitglieder angehören.

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Praktisch, der Nachsendeauftrag bei der Deutschen Post: Alles, was an Ihre alte Adresse geschickt wurde, kommt damit direkt in der neuen Wohnung an. Denken Sie auch an die Umadressierung von Zeitungen, Zeitschriften, Telefon- und Kabelanschlüssen und die GEZ.

Prima: Höhere Steuerpauschale für berufsbedingte Umzüge

Sie müssen aus beruflichen oder betrieblichen Gründen umziehen? Dann bekommen Sie seit März 2015 mehr Geld vom Finanzamt zurück. Das Bundesfinanzministerium hat den sogenannten Pauschbetrag für sonstige Umzugsauslagen erhöht. Dazu zählt alles das, was neben den „klassischen“ Kosten wie Spedition, Makler oder Fahrtkosten bei einem Umzug anfällt, also beispielsweise Trinkgelder, Kosten für die Ummeldung von Wohnsitz und Auto oder die Kosten für die Immobiliensuchanzeige. Verheiratete und eingetragene Lebenspartner können 1.460 Euro ansetzen. Für Ledige beläuft sich die Pauschale auf 730 Euro. Für Kinder gibt’s zusätzliche Pauschalen zum Beispiel für umzugsbedingte Nachhilfekosten.

Umzug - Kartons verladen
Icon Hausratversicherung Blau

Apropos Hausratversicherung

Gut zu wissen, dass Ihre Hausratversicherung für die alte und die neue Wohnung gilt. Allerdings müssen Sie Ihren Versicherer rechtzeitig vom Umzug unterrichten. Die Hausratversicherung für die alte Wohnung erlischt meist etwa zwei Monate nach dem Umzug. Und für die neue Wohnung kann sich der Versicherungsbeitrag ändern. Erhöht sich der Beitrag, gibt es zumeist für einen Monat ein Sonderkündigungsrecht.

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