Jobwechsel, Familienzuwachs oder eine Trennung – Gründe für einen Umzug gibt es viele. Damit der Wohnungswechsel trotz vieler Formalitäten stressfrei abläuft und die Vorfreude auf das neue Zuhause überwiegt, ist Ihr Planungsgeschick gefragt. Wir packen mit an – mit unseren nützlichen Tipps und Checklisten für Ihre Behördengänge. Auf geht’s.

Bei einem Umzug sind nicht nur Muskeln gefragt, man muss auch eine Menge Papierkram bewältigen und an vieles denken. Es gilt Behörden zu informieren, Daueraufträge oder Einzugsermächtigungen anzupassen. Recherchieren Sie, was sich online erledigen lässt. Das spart Kapazitäten fürs Packen.

Die Vermieterbescheinigung: Was ist zu tun?

Umzug: Rein ins neue Wohnglück - Briefkästen

Die Vermieterbescheinigung muss bei einer An- oder Abmeldung beim Einwohnermeldeamt zwingend vorgelegt werden. Die Regelung war erst 2002 abgeschafft worden. Sie konnten sich unter einer Adresse anmelden, ohne der Behörde nachweisen zu müssen, dass Sie tatsächlich dort leben. Leider wurden diese Scheinadressen von Kriminellen missbraucht, was zur Wiedereinführung der Vermieterbescheinigung führte.

  • Das Gesetz sieht vor, dass der Vermieter dem Mieter den Ein- oder Auszug innerhalb von zwei Wochen schriftlich oder elektronisch bestätigt.
  • Die Bestätigung muss Name und Anschrift des Vermieters, die Art des meldepflichtigen Vorgangs mit Einzugs- oder Auszugsdatum, die Anschrift der Wohnung sowie die Namen der meldepflichtigen Personen enthalten.
  • Vermieter, die einen Ein- oder Auszug nicht oder nicht richtig bestätigen, riskieren ein Bußgeld bis zu 1.000 Euro.

Laut Gesetz ist es ausdrücklich verboten, jemandem eine Wohnungsanschrift für eine Anmeldung anzubieten, obwohl ein tatsächlicher Bezug der Wohnung gar nicht vorgesehen ist. Wer gegen diese Vorschrift verstößt, muss sogar mit einem Bußgeld bis zu 50.000 Euro rechnen!

Abmelden, ummelden, anmelden

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Benachrichtigen Sie rechtzeitig Ihren Arbeitgeber – und fragen gleich nach Sonderurlaub. Sie erhalten bei einem berufsbedingten Umzug einen Tag zusätzlich frei.

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Innerhalb einer Woche müssen Sie sich beim Einwohnermeldeamt anmelden und Ihren Ausweis umschreiben lassen. Versäumen Sie die Ummeldefrist, riskieren Sie unter Umständen eine Geldstrafe.

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Auch Ihr Auto zieht mit um. Früher musste man es am neuen Wohnort anmelden, wenn man den Zulassungsbezirk wechselte. Seit dem 1. Januar 2015 darf man sein Kennzeichen behalten, wenn man möchte. Wer das Kennzeichen wechseln möchte, braucht den umgeschriebenen Personalausweis beziehungsweise die Meldebestätigung, Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief, die Elektronische Versicherungsbestätigung, neue Kennzeichen sowie gegebenenfalls die Berichte der letzten Haupt- und Abgasuntersuchung. Auch um eine Feinstaubplakette müssen Sie sich gegebenenfalls kümmern.

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Ihre Bank, Ihre Krankenkasse, die Versicherungen und das Finanzamt müssen über den Wohnungswechsel Bescheid wissen und die neue Adresse erfahren. Denken Sie daran, Einzugsermächtigungen und Daueraufträge zu stornieren oder neu anzulegen. Stichwort Finanzamt und Steuern: Sie können die Kosten für einen Umzug von der Steuer absetzen – so er denn berufsbedingt erfolgt.

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Strom, Wasser und Gas müssen abgemeldet und die Zähler beim Auszug abgelesen werden.

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Wenn Sie einen Hund haben, müssen Sie sich zudem um die Ummeldung Ihres Vierbeiners beim Bürger-, Ordnungs- oder Finanzamt kümmern.

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Wenn Sie entsprechende Leistungen beziehen, müssen Sie auch das Arbeitsamt, das Sozialamt, die Rentenversicherung, die Hochschulverwaltung und das BAföG-Amt informieren.

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Familien mit Kindern haben noch ein paar Extra-Gänge bei einem Umzug zu erledigen. Klar, dass Kindergärten und Schulen am alten und neuen Ort informiert werden müssen. Denken Sie aber auch an die Kindergeldstelle, die Sie über die Familienkasse der Agentur für Arbeit erreichen. Nicht zu vergessen die Vereine, denen die Familienmitglieder angehören.

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Praktisch, der Nachsendeauftrag bei der Deutschen Post: Alles, was an Ihre alte Adresse geschickt wurde, kommt damit direkt in der neuen Wohnung an. Denken Sie auch an die Umadressierung von Zeitungen, Zeitschriften, Telefon- und Kabelanschlüssen und die GEZ.

Prima: Höhere Steuerpauschale für berufsbedingte Umzüge

Sie müssen aus beruflichen oder betrieblichen Gründen umziehen? Dann bekommen Sie seit März 2018 mehr Geld von der Steuer abziehen – sogar rückwirkend.

Die seitdem geltenden Pauschalen betragen für Ledige 787 Euro, für Ehepaare 1.573 Euro und für jedes weitere Haushaltsmitglied – unerheblich, ob Kind oder Oma – 347 Euro.

Ab dem 1. April 2019 steigen die Werte sogar noch einmal an: Ledige können dann 811 Euro und Ehepaare 1.622 Euro ansetzen; zusätzlich gibt es pro weiterem Haushaltsmitglied 357 Euro. Neben dem Pauschbetrag für sogenannte sonstige Umzugskosten – wie zum Beispiel Zeitungsanzeigen, Gebühren für die Ummeldung oder ein neues Kfz-Kennzeichen – können nicht nur die Einzelkosten für Makler, Fahrtkosten und die Kosten für eine Spedition steuerlich geltend gemacht werden, sondern unter Umständen sogar die Nachhilfe für das Kind, das durch den Umzug die Schule wechseln musste und in der neuen Klasse nicht den Anschluss verpassen soll. Dabei werden jährlich Aufwendungen bis zu einem Höchstbetrag von 1.984 Euro pro Kind berücksichtigt – auch dies rückwirkend bis März 2018.

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