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Nebenkosten von der Steuer absetzen? Das geht! Nutzen Sie so genannte „Haushaltsnahe Dienstleistungen“ und Handwerkerleistungen aus Ihrer Nebenkostenabrechnung. So sparen Sie Steuern, wenn beispielsweise Hausmeister, Gärtner, Fensterputzer oder Schneeräumer tätig sind. Da wird das Checken der Nebenkosten glatt zum Vergnügen!

Sie wissen nicht, welche Posten relevant sind? Kein Problem. In der Regel sind es Kosten für Reinigung und Wartung, auf die Sie achten müssen. Instandsetzungen und Reparaturen sowie Materialkosten werden nicht berücksichtigt.

Die Angaben stehen in Ihrer Nebenkostenabrechnung; Ihr Vermieter muss Lohn- und Materialkosten dort getrennt aufführen. Übrigens: Gehen die Aufwendungen aus der Abrechnung nicht hervor, muss Ihr Vermieter Ihnen eine Bescheinigung über die Kosten, die Sie steuerlich absetzen können, ausstellen.

20 Prozent der Lohnkosten für haushaltsnahe Leistungen und Aufwendungen für Handwerker können Sie jedes Jahr absetzen, sogar, wenn Ihr Vermieter die Arbeiten beauftragt hat. Der Lohnkostenanteil wird direkt von Ihrer Steuerschuld abgezogen.

Die Höchstgrenze liegt bei den Handwerker-Lohnkosten bei 6.000 Euro, was einer Steuerminderung von 1.200 Euro entspricht. Die Obergrenze bei den haushaltsnahen Dienstleistungen ist bei 20.000 Euro, die Ihre Steuern um 4.000 Euro mindern würden.

Diese Beträge werden durch die Nebenkosten allein aber selten erreicht. Sie können sie anfüllen mit den Lohnkosten beispielsweise des Malermeisters, den sie selbst beauftragt haben, oder mit den Kosten für Ihre eigene Reinigungskraft.

 
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Nebenkosten steuerlich absetzen: So einfach ist das

Den Steuerrabatt gibt es pro Haushalt einmal. Wer die Miete zahlt, setzt normalerweise auch die Kosten ab. Wenn Sie getrennte Erklärungen abgeben, können Sie den Steuervorteil auch aufteilen. Tragen Sie die Beträge in die Zeilen 71 bis 73 des Mantelbogens Ihrer Steuererklärung ein.

Oft liegt die Nebenkosten­abrechnung noch nicht vor, wenn Sie Ihre Steuererklärung abgeben. Das ist aber kein Problem. Sie haben mehrere Möglichkeiten: Sie können

beim Finanzamt eine Fristverlängerung für die Abgabe beantragen. Oder Sie geben Ihre Steuer­erklärung ab, legen sofort Einspruch ein und reichen Ihre Abrechnung dann später nach.

Sie können die Kosten aber auch schätzen. Grund­lage ist die Abrechnung vom Vorjahr oder ein örtlicher Betriebskosten­spiegel. Fehlen Ihnen diese Hilfen, setzen Sie 56 Cent pro Quadratmeter und Monat an. Informieren Sie aber das Finanzamt, wie Sie geschätzt haben.

Wann muss die Nebenkostenabrechnung für die Steuer vorliegen?

Spätestens zum Ablauf des zwölften Monats nach Ende des Abrechnungszeitraums sollte Ihr Vermieter Ihnen die Kosten mitteilen, sonst sind Nachforderungen ausgeschlossen. Konkret heißt das: Hat der Vermieter zum Beispiel bis zum Ende des Jahres 2017 keine Abrechnung von 2016 geschickt, kann er in der Regel nichts mehr nachfordern. Er kann auch nicht behaupten, er habe die Abrechnung 2016 mit der von 2017 zusammenfassen wollen.

Die Ausnahme: Der Vermieter kann beispielsweise nachweisen, dass das Finanzamt den Grundsteuerbescheid zu spät geschickt hat.

Haben Sie die Abrechnung erhalten, sollten Sie diese genau prüfen. Dafür haben Sie nach dem Gesetz bis zum Ablauf des zwölften Monats nach Erhalt der Abrechnung Zeit. Der Abrechnungszeitraum muss immer zwölf Monate betragen. Dabei ist egal, in welchem Monat die Abrechnung startet. Ziehen Sie mitten im Abrechnungszeitraum ein, zahlen Sie immer nur die anteiligen Kosten.

Eine gute Nachricht für Mieter: Wer in Unkenntnis der Rechtslage eine verspätet eingegangene Nebenkostenabrechnung bezahlt hat, kann die Zahlung auch später noch zurückverlangen. Ergibt sich andererseits bei der Abrechnung durch geleistete Vorauszahlungen ein Guthaben für Sie, können Sie auch nach der Zwölf-Monats-Frist Ihre Nachzahlungen vom Vermieter fordern. Erstellt der Vermieter gar keine Abrechnung, können Sie die laufenden Vorauszahlungen zurückbehalten.

Icon-Kalender

Nebenkostenabrechnung prüfen und Steuern sparen

Mietvertrag zur Hand nehmen

Hier steht, ob die Kosten nach Quadratmetern oder Personen berechnet werden. Und welche Kosten überhaupt abgerechnet werden können. Aufwendungen, die über die dort enthaltenen Punkte hinausgehen – wie die Reinigung der Dachrinne oder die Wartung des Blitzableiters – trägt Ihr Vermieter.

 
Nebenkosten-Vorauszahlungen kontrollieren

Kontrollieren Sie, ob Vorauszahlungen richtig verrechnet wurden. Bei einem ungewohnt hohen Preisanstieg könnte es sich auch schlicht um einen Rechenfehler handeln.

Übrigens: Es ist verboten, unangemessen hohe Vorauszahlungen festzulegen. Liegen jedoch keine besonderen Umstände vor, begeht Ihr Vermieter keine Pflichtverletzung beim Vertragsschluss, wenn er Vorauszahlungen für Nebenkosten vereinbart, die die Höhe der später anfallenden tatsächlichen Kosten nicht nur geringfügig, sondern auch deutlich unterschreiten. So hat der BGH entschieden.

Nebenkosten enthalten?

Ältere Mietverträge sind häufig so genannte Bruttomietverträge. In der Miete werden die Nebenkosten durch Pauschalen gleich mit berechnet und die Nebenkosten­abrechnung entfällt. Üblicher ist der Nettomietvertrag mit Grundmiete und Nebenkostenvorschuss. Sie zahlen mit der Miete einen bestimmten Betrag für die Nebenkosten, der später mit den tatsächlichen Kosten in der Nebenkosten­abrechnung verrechnet wird.

 
Nebenkosten prüfen durch Akteneinsicht

Um Nebenkosten besser prüfen zu können, haben Sie ein Recht auf Akteneinsicht. Bitten Sie Ihren Vermieter um einen Termin. Laut einem Urteil des Bundesgerichtshofs haben Sie grundsätzlich keinen Anspruch auf eine Zusendung von Fotokopien der Rechnungsbelege, außer, wenn Ihr Vermieter zu weit entfernt wohnt.

Formfehler in der Nebenkostenabrechnung?

Vermieter haben sich bei der Nebenkosten­abrechnung an einige formale Vorgaben zu halten. Formfehler können sogar dazu führen, dass der Vermieter am Ende auf den Kosten sitzen bleibt. Grundsätzlich muss die Abrechnung für jeden verständlich sein – und zwar ohne, dass man ein BWL-Studium absolviert hat. Dabei gilt: Je detaillierter die Abrechnung, desto besser ist sie.

 
Heizkosten: Alternative Energielieferanten?

Eigentümer suchen bei Preissteigerungen von Strom und Gas häufig nach einem günstigeren Energielieferanten. Ein guter Tipp auch für Ihren Vermieter – aber oft bestehen Verträge mit langen Laufzeiten.

Icon Passendes Gerichtsurteil

Anpassung von Betriebs­kostenvorauszahlungen

Eine Anpassung der Betriebskosten­vorauszahlungen ist nur dann angemessen, wenn sie auf die voraussichtlich tatsächlich entstehenden Kosten im laufenden Abrechnungsjahr abstellt. Grundlage für die Anpassung ist dabei die letzte Abrechnung.

Eine Vermieterin hatte die Betriebs- und Heizkosten für das vergangene Jahr abgerechnet. Aus der Abrechnung ergab sich eine Nachforderung zu ihren Gunsten. Zugleich verlangte sie eine Anpassung der monatlichen Vorauszahlungen. Deren Höhe ermittelte sie, indem sie neben dem Ergebnis der Betriebskostenabrechnung (geteilt durch 12 Monate) einen Sicherheits­zuschlag von zehn Prozent auf die bisher ermittelten Kosten ansetzte.

Die Mieter klagten gegen die Erhöhung der Vorauszahlungen in Höhe des geforderten Sicherheitszuschlages und bekamen von den Vorinstanzen und dem Bundesgerichtshof Recht (BGH, Az.: VIII ZR 294/10).

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