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In den Genuss des Elterngeldes kommen Sie grundsätzlich dann, wenn Sie gewöhnlich in Deutschland leben oder hier einen gemeldeten Wohnsitz haben. Außerdem darf Ihr gemein­sames zu versteuerndes Einkommen im Jahr vor der Geburt des Kindes nicht mehr als 500.000 Euro betragen. Bei Alleinerziehenden liegt die Einkommensgrenze bei 250.000 Euro.

Im Grunde steht Elterngeld jedem zu, der durch die Betreuung eines Kindes nicht oder vermindert erwerbstätig ist. Das heißt, Adoptiveltern und Großeltern haben ebenfalls ein Recht darauf.

Wie funktioniert die Berechnung?

Das Elterngeld berechnet sich aus dem Durchschnitt des bereinigten Nettoeinkommens des antragstellenden Elternteils in den letzten zwölf Monaten vor der Geburt beziehungsweise vor dem Mutterschutz. Dieser Zeitraum ist der sogenannte Bemessungszeitraum für die jeweilige Zuwendung.

Stehen mir nach der Geburt Mutterschaftsgeld und Elterngeld zu?
Nein. Mutterschafts- und Elterngeld dienen demselben Zweck: Beide Leistungen ersetzen das Einkommen. Wenn die Mutter nach der Geburt Mutterschaftsgeld erhält, in der Regel acht Wochen lang, verkürzt sich der Elterngeldanspruch um diese zwei Monate.

Welchen Anspruch haben Alleinerziehende?
Nutzen Alleinerziehende die Leistungen als Ersatz für ein Erwerbseinkommen, haben sie nach den zwölf Regelmonaten Anspruch auf die zwei Partnermonate. Vorausgesetzt, sie besitzen das Sorgerecht, wohnen mit dem Kind unter einem Dach und leben vom Partner getrennt.

Wie hoch ist das Elterngeld?
Das Elterngeld wird individuell berechnet. Es gibt einen Mindestsatz von 300 Euro und einen Höchstsatz von 1.800 Euro. Wenn Sie den Mindestsatz von 300 Euro erhalten, haben Sie bei zusätzlichem Einkommen keine Abzüge beim Elterngeld zu befürchten, solange Sie 30 Wochenstunden nicht überschreiten.

Wie sieht das Elterngeld bei Zwillingen und Mehrlingen aus?
Pro Geburt gibt es nur einen Anspruch auf Elterngeld. Der höhere Aufwand bei mehr als einem Kind wird aber mit einem Zuschlag für das Mehrlings­geschwisterkind in Höhe von 300 Euro honoriert.

Wann wird ein Geschwisterbonus bezahlt?

Leben in der Familie zwei Kinder unter drei Jahren oder drei oder mehr Kinder unter sechs Jahren, kommt der Geschwisterbonus hinzu. Dieser liegt bei zehn Prozent des berechneten Elterngeldes, mindestens jedoch 75 Euro und maximal 180 Euro.

Wann beantrage ich Elterngeld?

Frühestens ab dem Tag der Geburt und spätestens zum Ende des vierten Lebensmonats des Kindes, um die volle Elterngeldleistung zu erhalten. Obwohl der Anspruch bis zum 14. Lebensmonat besteht, ist eine rückwirkende Zahlung auf drei Monate beschränkt.

Liegt der Elterngeldstelle der Antrag zu spät vor, verfällt die Ersatzleistung. Wichtig für die Einreichung des Antragsformulars: Ausschlaggebend für die Elterngeldstelle ist der Lebensmonat des Kindes, nicht der Kalendermonat.

In der Regel beantragen Eltern das Geld ein bis zwei Wochen nach der Geburt. Viele werdende Mütter nutzen die sechs Wochen des Mutterschutzes, um den Antrag auszufüllen und die nötigen Papiere und Unterlagen zusammenzutragen.

Erst mit der Anmeldung des Neugeborenen beim Standesamt erhalten Eltern das im Grunde wichtigste Dokument für die Elterngeldstelle: die Geburtsbescheinigung des Kindes.

Wie lange bekomme ich Elterngeld?

Ein Elternteil hat Anspruch auf zwölf Monate Elterngeld. Wenn der zweite Elternteil ebenfalls Elternzeit nimmt, verlängert sich der Gesamtanspruch auf 14 Lebensmonate des Kindes. Wie Sie die Monate aufteilen, bleibt Ihnen überlassen. Allerdings gilt: Jeder Elternteil muss mindestens zwei und maximal zwölf der insgesamt 14 Monate beanspruchen. Das Geld wird parallel, nacheinander oder abwechselnd überwiesen.

Elterngeld – Hilfreiche Informationen zum Antrag

Wo und wie beantrage ich Elterngeld?

Beantragen Sie Elterngeld schriftlich bei der jeweils zuständigen Elterngeldstelle. Jeder Elternteil stellt einen eigenen Antrag. Die zuständige Elterngeldstelle zu finden ist allerdings eine kleine Herausforderung, denn jedes Bundesland und jeder Wohnort handhabt seine Verwaltung anders. Oft sind die Jugendämter oder die Kommunen verantwortlich. Es gibt aber auch Elterngeldstellen, die tatsächlich Elterngeldstelle heißen. Über die Website des Bundes­familien­ministeriums können Sie Ihre Elterngeldstelle finden.

Welche Unterlagen muss ich dazu vorbereiten?

Für einen Antrag bittet die Elterngeldstelle neben dem ausgefüllten Antragsformular um folgende Unterlagen:

  • Zwölf Gehaltsnachweise des Jahres vor der Geburt beziehungsweise vor dem Mutterschutz
  • Bestätigung des Arbeitgebers über Elternzeit
  • Bestätigung des Arbeitgebers über Zuschuss zum Mutterschutz
  • Bestätigung der Krankenkasse über Mutterschaftsgeld
  • Personalausweiskopien der Eltern
  • Geburtsbescheinigung des Babys im Original
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Beim Teilzeitjob kann Elterngeld Plus gewählt werden

Mütter und Väter, die neben der Betreuung des Kindes in Teilzeit arbeiten gehen, können sich für das so genannte Elterngeld Plus entscheiden. Hier gibt es die Förderung für den doppelten Zeitraum, d.h. aus einem (Basis-)Elterngeldmonat werden zwei Elterngeld- Plus-Monate. In der Summe der gezahlten Monatsbeträge ist das Elterngeld Plus zwar begrenzt auf das, was bei einer vollen Unterbrechung der Erwerbstätigkeit gezahlt würde.

Eltern haben damit aber die Möglichkeit, nach der Geburt ihres Kindes arbeiten zu gehen und trotzdem das volle Elterngeldbudget zu nutzen.

Dazu kommt der Partnerschaftsbonus: Beide Elternteile müssen gleichzeitig für mindestens vier aufeinanderfolgende Monate 25 bis 30 Wochenstunden arbeiten und erhalten dafür vier zusätzliche Monate Elterngeld Plus. Insgesamt können Sie also bis zu 28 Monate von der staatlichen Förderung profitieren.

So wird Elterngeld Plus berechnet. Ein Beispiel

Eine Mutter verdiente vor der Geburt ihres Kindes monatlich 1.400 Euro. Würde sie nach dem Mutterschutz zunächst pausieren, erhielte sie für zwölf Monate Elterngeld in Höhe von 65 Prozent ihres bisherigen Einkommens, also 910 Euro pro Monat und 10.920 Euro insgesamt.

Geht sie stattdessen in Teilzeit wieder arbeiten und verdient dabei monatlich 550 Euro, kann sie entweder das sogenannte Basiselterngeld wählen: Sie bekäme dann für zwölf Monate Elterngeld in Höhe von 65 Prozent des wegfallenden Einkommens, sprich 65 Prozent von 850 Euro, also ca. 550 Euro pro Monat. Das Elterngeld beliefe sich damit insgesamt auf ca. 6.600 Euro.

Entscheidet sie sich dagegen für das Elterngeld Plus, kann sie 24 Monate Förderung beziehen. Weil das Elterngeld Plus den Einkommenswegfall bis höchstens zur Hälfte des Basiselterngeldes ersetzt, bekommt sie pro Monat 455 Euro (910 Euro / 2 = 455 Euro) ausgezahlt. Die Gesamt­förderung beläuft sich damit ebenfalls auf 10.920 Euro.

Drei Tipps für den Antrag

Erhöhen Sie Ihr Gehalt im Bemessungszeitraum.
Je mehr Ihr durchschnittliches Nettogehalt im Bemessungszeitraum hergibt, desto höher fällt Ihr Elterngeld aus. Suchen Sie sich einen Mini- oder Nebenjob oder lassen Sie sich private Leistungen, beispielsweise die Buchhaltung für den Schwiegervater bezahlen. Einmalige Zahlungen wie Urlaubsgeld oder Weihnachtsgeld werden im Bemessungszeitraum nicht berücksichtigt.

Faxen Sie den Elterngeldantrag an die Elterngeldstelle, wenn die Zeit knapp wird.
Bei der Elterngeldstelle zählt der Antragseingang, nicht die Vollständigkeit der Unterlagen. Faxen Sie den unterschriebenen Antrag und reichen Sie fehlende Unterlagen nach, wenn die Einreichungsfrist zu verstreichen droht.

Unterbrechen Sie die Zahlungen, wenn Sie mehr verdienen.
Jeder Elternteil hat Anspruch auf maximal zwölf Monate innerhalb der ersten 14 Lebensmonate des Kindes. Wenn Sie frühzeitig wissen, dass Sie im nächsten Monat mehr als 30 Wochenstunden arbeiten, unterbrechen Sie die Zahlung für einen oder zwei Lebensmonate. Denn wenn Ihr Elterngeld über der Grundpauschale von 300 Euro liegt, mindert jedes steuerpflichtige Einkommen Ihre Elterngeld-Leistung. Oder Sie entscheiden sich für das Elterngeld Plus und profitieren so zumindest von einer längeren Anspruchsdauer.

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