22.09.2021

Helm oder nicht Helm, das ist oft die Frage. Aber eigentlich sollte sich diese Frage heutzutage den allermeisten sportlich aktiven Menschen erst gar nicht mehr stellen. Denn unzählige Untersuchungen haben gut belegt, dass Helme vor Verletzungen schützen oder zumindest die Schwere der Verletzungen deutlich reduzieren können. Und – das sei hier betont – es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass Helme nicht oder nur in seltenen Ausnahmefällen dazu beitragen, dass helmtragende Menschen durch ein größeres Gefühl von Sicherheit höhere Risiken eingehen, die sogenannte „Risikokompensationstheorie“.

In vielen Sportarten, in denen der Helm noch vor Jahren als Symbol für immer mehr Vorschriften und Verbote betrachtet wurde, schützen ein Großteil der Sportlerinnen und Sportler mittlerweile ganz selbstverständlich ihr wichtigstes Körperteil – ihr Gehirn – mit einem Helm. Und das ist gut so, denn anders als bei einem gebrochenen Arm oder Bein, wird das Leben nach einer Gehirnverletzung oft nie wieder so wie vorher.
Man könnte den Eindruck bekommen, dass sich die Frage der Helmpflicht immer weniger stellt, da z. B. beim Skisport neun von zehn Skifahrerinnen und Skifahrern mittlerweile Helm tragen. Beim Radfahren im Straßenverkehr ist hingegen immer noch viel zu tun. Dort ist die Helmtragequote noch deutlich zu niedrig: Fast 75 Prozent der Radfahrerinnen und Radfahrer fährt oben ohne, wobei es starke Unterschiede zwischen den Altersklassen gibt. Dabei macht der Helm gerade im Straßenverkehr, wo der Unfallgegner oftmals das Auto ist, oftmals den Unterschied zwischen Leben und Tod beziehungsweise leicht verletzt und lebenslang geschädigt.

Wie kann es also gelingen, möglichst viele Menschen davon zu überzeugen, dass ein gut geschützter Kopf wichtiger ist als eine perfekt sitzende Frisur? Ganz wichtig hierbei ist es, dass Kinder und Jugendliche nicht den Eindruck bekommen, dass das Helmtragen nur etwas für Kinder sei. Erwachsene sollten also – auch und gerade im Sportverein – mit gutem Beispiel vorangehen und ganz selbstverständlich einen Helm tragen. Und das auch in ihrem ganz eigenen Interesse, denn nicht nur die Gehirne von Kindern werden im Falle eines Unfalls vom Helm geschützt.

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Darüber hinaus sei erwähnt, dass Gerichte Sportlerinnen und Sportlern, die keinen Helm tragen, obwohl dies bei der jeweiligen sportlichen Aktivität üblich ist, regelmäßig eine Mitschuld geben – selbst, wenn sie den Unfall nicht mitverursacht haben. Dies gilt z. B. beim Skifahren und sportlichem Radfahren; ähnliche Urteile sind aber auch in anderen Sportarten zu erwarten.

Haftungsrechtlich könnte dies als Helmpflicht durch die Hintertür bezeichnet werden…
Wie sollten sich nun aber Sportvereine zum Helmtragen positionieren? Wir sind überzeugt, dass bei Vereinsveranstaltungen Helmpflicht herrschen sollte. Zum einen schützt das den Verein und die Verantwortlichen vor möglichen Schadensersatzansprüchen und zum anderen sollten Sportvereine und ihre Mitglieder in Sachen Sicherheit und Unfallprävention mit gutem Beispiel vorangehen.

In Zeiten, in denen der Klimaschutz in aller Munde ist und die sogenannte Verkehrswende in Fahrt kommt, sollte auch der organisierte Sport – wo immer möglich – vom Auto auf das Rad umsteigen und gleichzeitig dazu beitragen, dass der Helm zur Selbstverständlichkeit wird. Denn eine ruinierte Frisur ist ein geringer Preis für ein gut geschütztes Gehirn.

 
 

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