25.08.2021

Die Fußball-Europameisterschaft und auch die dramatischen Stürze bei der Tour de France haben uns wieder einmal deutlich vor Augen geführt, wie häufig Kopfverletzungen im Sport vorkommen, welch gravierende Folgen sie haben können und weshalb es so wichtig ist, im Fall der Fälle schnell und richtig zu reagieren.

Einige Fakten zu Kopfverletzungen im Vereinssport:

  • Der Kopf ist bei etwa jeder achten akuten Verletzung im Vereinssport betroffen.
  • Überproportional häufig von Kopfverletzungen betroffen sind Kinder und Jugendliche sowie Seniorinnen und Senioren
  • Nicht Gehirnerschütterungen – wie man meinen könnte –, sondern Verletzungen im Bereich des Gesichts, also z.B. Frakturen des Nasenbeins, des Jochbeins oder auch von Zähnen, sind die häufigsten Kopfverletzungen.
  • Knapp zwei Prozent aller Verletzungen im Vereinssport betreffen nach unseren Erkenntnissen jedoch das Gehirn. Jede 50. Verletzung, mag man einwenden, ist ja nicht viel. Aber bei hochgerechnet etwa 700.000 verletzten Sportlerinnen und Sportlern im Vereinssport, ergeben sich fast 15.000 Hirnverletzungen – jedes Jahr…
  • Und: Die Dunkelziffer ist hoch, da viele leichte Schädelhirntraumata oder sogenannte. Gehirnerschütterungen nicht erkannt, somit nicht ärztlich behandelt und auch nicht gemeldet werden. Gerade die fehlende Diagnose und richtige Behandlung kann für die Betroffenen langfristige Folgen haben.

Wie können Kopfverletzungen vermieden werden?

Da sich in nahezu allen Sportarten Kopfverletzungen ereignen, lassen sich hierzu nur wenige, allgemeingültige Tipps geben. So sollten Eltern mit kleinen Kindern grundsätzlich darauf achten, dass Geräte, auf die Kindern z.B. beim Eltern-Kind-Turnen klettern, gut mit Matten gesichert sind. Grundsätzlich gilt, je kleiner die Kinder sind, desto näher sollte ein sichernder Erwachsener dabeibleiben, um im Falle eines Sturzes eingreifen zu können. Bei älteren Kindern kommt es vermehrt durch Zusammenstöße mit anderen Kindern zu Kopfverletzungen. Bei Ballsportarten spielt auch das Getroffenwerden vom Ball eine wichtige Rolle. Vor allem bei Mädchen ist der Sturz vom Pferd ein häufig genannter Unfallmechanismus, der zu Kopfverletzungen führt. Hier sind Trainerinnen, Trainer, Übungsleiterinnen und Übungsleiter gefordert: Sie müssen die Kinder gezielt an die Anforderungen der jeweiligen Sportarten heranführen. Auch spezifische Koordinationsübungen, leichte Regelanpassungen und im Reitsport auch ein Falltraining können das Risiko für Kopfverletzungen reduzieren.

Bei Seniorinnen und Senioren wiederum sind vor allem Stürze für Kopfverletzungen verantwortlich. Von daher gilt im Vereinssport, dass ein gezieltes, regelmäßig durchgeführtes Sturztraining spätestens ab dem 60. Lebensjahr zu empfehlen ist. Für ältere Menschen gilt es grundsätzlich, in Bewegung zu bleiben. Denn gute Koordination, Kraft und Beweglichkeit schützen nicht nur im Sport, sondern auch im Alltag vor Verletzungen.

Zwischen 20 und 60 Jahren beeinflusst – bei Männern wie bei Frauen – vor allem die jeweils ausgeübte Sportart das Risiko für Kopfverletzungen. Hier gilt, dass das Tragen einer Schutzausrüstung, vor allem von Helmen, das Verletzungsrisiko maßgeblich verringern kann. Ist es also in einer Sportart üblich und erlaubt, einen Helm zu tragen, etwa beim Reiten, Skifahren, Snowboarden, Fahrradfahren oder Inlineskaten etc., gehen Sie mit gutem Beispiel voran.

Was ist zu tun, wenn es „gerummst“ hat?

Auch die größtmögliche Vorsicht und das Tragen der empfohlenen Schutzausrüstung wird nie alle Kopfverletzungen vermeiden. Vor allem bei Verdacht auf eine Gehirnerschütterung führen uns leider selbst die Profis im Fernsehen immer wieder vor, wie es nicht gemacht werden sollte. Grundsätzlich gilt nämlich: Im Zweifelsfall auf Nummer sicher gehen, die Sportausübung sofort beenden und sich ärztlich untersuchen lassen.

Auch gibt es immer noch zahlreiche Irrtümer und Mythen rund um das Thema Gehirnerschütterung. Diese haben Experten der Initiative Schütz deinen Kopf! – Gehirnerschütterungen im Sport hier zusammengefasst.

Die ARAG Sportversicherung und die von ihr mitgegründete Stiftung Sicherheit im Sport unterstützen die Initiative und setzen sich gemeinsam mit zahlreichen Partnern dafür ein, nicht nur die Zahl der Kopfverletzungen im Sport zu reduzieren, sondern vor allem alle Beteiligten über den richtigen Umgang mit Gehirnerschütterungen zu informieren und zu sensibilisieren.

Als Trainerin oder Trainer, Übungsleiterin oder Übungsleiter und auch als Vereinsvorstand kommt Ihnen eine wichtige Rolle zu: Schützen Sie die Ihnen anvertrauten Sportlerinnen und Sportler bestmöglich vor Verletzungen und insbesondere vor Kopfverletzungen. Reagieren Sie im Fall einer möglichen Gehirnerschütterung besonnen und treffen klare Entscheidungen für die Gesundheit Ihrer Sportler: Im Zweifelsfall sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.

Und zwei Tipps zum Schluss: Überlassen Sie Sportlerinnen oder Sportler, bei denen es gerade zum Beispiel durch einen Sturz oder Zusammenprall „gerummst“ hat, nicht selbst die Entscheidung, ob sie zum Arzt gehen – damit sind diese in ihrer Situation fast immer überfordert. Und: Die Verletzten sollten bei Verdacht auf eine Gehirnerschütterung nicht unbeaufsichtigt gelassen werden – auch zum Arzt sollten sie begleitet werden.

 

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