03.12.2018

Es ist wieder soweit – Nikoläuse, Weihnachtsmänner und Christkinder sind unterwegs, um Kindern ein Leuchten ins Gesicht zu zaubern. Im echten Leben sind es Studenten, Rentner und Saisonarbeiter, die sich von Familien engagieren lassen, um dem Nachwuchs Geschenke zu überreichen. Was es über den Klassiker unter den Studentenjobs zu wissen gibt, sagen ARAG Experten.

Arbeitsvermittlungen helfen

Viele Arbeitsagenturen bieten zur Advent- und Weihnachtszeit eine Nikolaus- und Weihnachtsmannvermittlung an. Die Vermittlung beginnt meist im November. Manche Familien fragen aber auch noch an Heiligabend an. Flexibilität ist also von Vorteil. In einigen Universitätsstädten ist auch das Studentenwerk eine Anlaufstelle. Daneben gibt es inzwischen zahlreiche Online-Vermittlungsportale für Weihnachtsmänner und Co.

Die Vermittler nehmen neben den Anfragen von Familien auch solche für Einsätze bei Firmenfeiern oder in Krankenhäusern entgegen. Außerdem betreuen sie Bewerber, die den Job machen möchten. Der Bewerberpool ist sehr durchmischt. Neben Studenten sind auch viele Rentner darin vertreten. Einige Arbeitsagenturen haben sich allerdings wieder aus dem Vermittlungsgeschäft zurückgezogen. Die Sache ist ihnen zu personalintensiv geworden. In Hamburg beispielsweise waren in der Vergangenheit mehrere Mitarbeiter damit beschäftigt, über 1.000 Termine an Heiligabend für ihre Weihnachtsmänner zu koordinieren.

Casting für den Nikolaus?

Einen guten Draht zu Kindern brauchen die Nikoläuse, Weihnachtsmänner und Christkinder auf jeden Fall. Darüber hinaus müssen sie vertrauenswürdig sein; dann werden sie mit Kostüm und gegebenenfalls falschem Bart ausgestattet. Viele Vermittlungen haben mittlerweile einen kleinen Theaterfundus. Darsteller sollten außerdem gut deutsch sprechen und einige Weihnachtslieder im Repertoire haben. Auch müssen sie sich gut in die Situation in den jeweiligen Familien einfühlen können. Damit das alles gelingt, machen einige Vermittlungsstellen ein Casting und schulen Darsteller in einem Workshop.

ARAG Weihnachtsgruß verschicken

Was verdient ein Nikolaus?

Die Arbeitsagenturen halten sich aus den finanziellen Dingen heraus. Was zwischen Auftraggeber und Bewerber vereinbart wird, ist deren Sache. Die Höhe der Gage oder wie der Auftritt bei der Bescherung im Detail ablaufen soll, besprechen die Beteiligten also im Vorfeld. Andere Vermittlungsagenturen geben die Preise abhängig von Einsatzort und Anzahl der Kinder vor. In der Regel liegt der Verdienst aber zwischen 30 und 50 Euro pro Auftritt. 300 bis 400 Euro kann man Heiligabend daher durchaus nach Hause bringen. Bei den Online-Vermittlungsportalen erfolgt die Bezahlung teilweise an den Betreiber, bei anderen wird direkt mit dem Weihnachtsmann abgerechnet.

Auch der Nikolaus sollte gut versichert sein

Wer einen Job als Nikolaus oder Weihnachtsmann annimmt, sollte sich vorher Gedanken über seinen Versicherungsschutz machen. Denn gerade in der kalten Jahreszeit ist es schnell passiert: Schwer bepackt mit einem Sack voller Geschenke rutscht der Nikolausdarsteller auf dem Weg zu seinem Auftritt im Schnee aus und verletzt sich dabei.

Auf den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung kann der Darsteller dann nicht bauen. (Pflicht-)Versichert sind dort nämlich nur Tätigkeiten im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses. Und das dürfte bei einer Buchung als Nikolaus oder Weihnachtsmann regelmäßig nicht vorliegen – je nach Einzelfall wird es sich vielmehr um einen Dienst- oder Werkvertrag handeln. Angehende Weihnachtsmänner sollten sich deshalb unbedingt um eine private Unfallversicherung kümmern. Die kommt dann im Schadensfall für die entstehenden Kosten auf, wenn nicht dem "Veranstalter" eine Verletzung seiner Räum- und Streupflicht oder einer anderen Verkehrssicherungspflicht nachgewiesen werden kann.

Das gilt übrigens auch für Nikoläuse, die im Hauptjob Student sind: Die gesetzliche Unfallversicherung tritt bei ihnen nur ein, wenn der Unfall im Verantwortungsbereich der Hochschule passiert ist – der Nikolausjob fällt sicherlich nicht darunter!

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