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Keine große Sache, einen Rauchmelder an der Zimmerdecke anzubringen. Doch vielleicht haben Sie noch Fragen: Bin ich überhaupt verpflichtet, einen Rauchmelder zu installieren? Muss ich ihn anschaffen oder mein Vermieter? Und wer ist für die Wartung zuständig? Wir haben die Antworten für Sie.

Alles schläft, einer wacht… Rauchmelder geben frühzeitig Alarm und schenken Ihnen mit ihrem lauten Signalton von 85 Dezibel wertvolle Sekunden, in denen Sie sich und Ihre Familie retten können! Das ist wichtig, denn Brände im privaten Wohnungsbereich brechen häufig nachts zwischen 22 und 6 Uhr aus. Wer im Schlaf überrascht wird, hat schlechte Chancen. Der gefährliche Rauch macht Sie bereits nach zwei bis drei Minuten besinnungslos.

Die tödliche Gefahr geht vom Kohlenmonoxid aus, das bei fast jedem Wohnungsbrand entsteht. Gefahren kennen, erkennen und sich richtig verhalten – das ist das A und O der Brandverhütung. Die wichtigste Vorsichtsmaßnahme ist das Anbringen von Rauchmeldern.

Was passiert, wenn Sie die Rauchmelderpflicht missachten?

Wird denn überhaupt kontrolliert, ob Sie Rauchmelder installiert haben? Die Frage sollte eher lauten, was spricht überhaupt dafür, die lebensrettenden Warner wegzulassen.

Kritisch wird es natürlich, wenn etwas passiert. Im Fall eines Brandes kann Ihr Verstoß gegen die Bauordnung unter Umständen ein strafrechtliches Verfahren nach sich ziehen, wenn jemand verletzt wurde. Auch könnten Hausrat- und Wohngebäudeversicherungen ihre Leistungen kürzen, da Sie sich nicht an die gesetzlichen Bestimmungen gehalten haben.

 
Rauchmelder im Flur anbringen

Wer muss den Rauchmelder für eine Mietwohnung kaufen?

Rauchmelder in Privatwohnungen sind derzeit in den meisten Bundesländern vorgeschrieben. In Berlin sind sie ab 1. Januar 2017 in Neu- und Umbauten Pflicht. Die Details entnehmen Sie bitte unserer Tabelle, denn wie so vieles ist auch die Rauchmelderpflicht in Deutschland nicht einheitlich geregelt.

Als Wohnungseigentümer sind Sie für die Montage und die Instandhaltung in Ihrer eigenen Wohnung zuständig. Sind Sie Vermieter, sieht das kaum anders aus. Allerdings können Sie die Kosten für die Wartung wie bei denen für Wasser- und Wärmezähler auf Ihre Mieter umlegen und bei den Nebenkosten abrechnen, sofern Sie das vertraglich vereinbart haben.

In der Vergangenheit kam es gelegentlich zum Streit darüber, ob eine Eigentümerversammlung die Anbringung und Wartung von Rauchmeldern beschließen kann. Sie kann, hat der Bundesgerichtshof (BGH) in einem wegweisenden Urteil bestätigt. Voraussetzung: Das Landesrecht sieht eine Rauchmelderpflicht für die Eigentümer vor (Az.: V ZR 238/11).

Mietern raten wir, das Gespräch mit ihrem Vermieter zu suchen, wenn noch keine Rauchmelder in der Mietwohnung eingebaut sind. Bevor Sie selbst aktiv werden und eigenständig Rauchmelder kaufen und anbringen, lohnt es sich zu klären, ob der Vermieter Wert darauf legt, im gesamten Gebäude einheitliche Modelle anbringen zu lassen und diese zentral zu verwalten. Das darf er, auch wenn Sie schon Geräte gekauft haben.

Bundesland
Neu- und Umbau
Bestehende Wohnungen nachrüsten
Verantwortlich für den Einbau:Eigentümer/Vermieter
Verantwortlich für die Wartung
Baden-Württemberg Ja Bewohner/Mieter*
Bayern Bis 31.12.2017 Bewohner/Mieter*
Berlin Ab 1.1.2017 Bis 31.12.2020
Brandenburg Bis 31.12.2020
Bremen Ja Bewohner/Mieter*
Hamburg Ja Eigentümer/Mieter
Hessen Ja Bewohner/Mieter*
Mecklenburg-Vorpommern Ja Verantwortlich für den Einbau: Bewohner/Mieter Bewohner/Mieter*
Niedersachsen Ja Bewohner/Mieter*
Nordrhein-Westfalen Bis 31.12.2016 Bewohner/Mieter*
Rheinland-Pfalz Ja Eigentümer/Vermieter
Saarland Bis 31.12.2016 Eigentümer/Vermieter
Sachsen Wurde nicht geregelt
Sachsen-Anhalt Ja Eigentümer/Vermieter
Schleswig-Holstein Ja Bewohner/Mieter*
Thüringen Bis 31.12.2018 Eigentümer/Vermieter

*Nur wenn der Eigentümer nicht die Wartungspflicht übernimmt

Stand September 2016

GS-Zeichen und VdS-Prüfsiegel

Worauf Sie beim Kauf eines Feuermelders achten sollten

Wie bei fast allen elektronischen Geräten gibt es auch bei Rauchmeldern ein paar Unterschiede. Da Rauchmelder mitunter überlebenswichtig sein können, lohnt es sich, auf die Qualität zu achten. Zum Beispiel sollten das GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit und das VdS-Prüfsiegel der VdS Schadensverhütungs-GmbH nicht fehlen. Ein „Q“ in Verbindung mit dem VdS Zeichen kennzeichnet qualitativ hochwertige Rauchmelder, die für den Langzeiteinsatz besonders geeignet sind. Sie haben beispielsweise Batterien mit mindestens zehn Jahren Lebensdauer.

 

Wo Sie einen Rauchmelder in der Wohnung installieren

Brandschutzbeauftragte und Feuerwehren empfehlen einen Rauchmelder pro Etage als Mindestabsicherung – besser natürlich in jedem Raum außer Küche und Bad. Am wichtigsten sind die Schlafbereiche, also Kinder- und Schlafzimmer sowie Flure. Montieren Sie Rauchwarnmelder jeweils an der Decke in der Raummitte. Funk-Rauchmelder der neuesten Generation lassen sich übrigens drahtlos vernetzen und leiten den Alarm weiter. Das Gute daran: Die Melder lösen alle gleichzeitig Alarm aus und Sie werden bei einem Brand auch in weiter entfernt liegenden Räumen gewarnt.

Für Küchen gibt es spezielle Hitzemelder

Küchen sind wie Bäder in der Regel von der Rauchmelderpflicht ausgenommen. Hier entwickeln sich häufig Dämpfe, die leider Fehlalarme bei den gängigen Rauchmeldern auslösen können, wenn diese nicht darauf spezialisiert sind. Wenn Sie sich also gegen einen Herdbrand absichern wollen, müssen Sie sich nach geeigneten Meldegeräten umschauen, die man beispielsweise unter der Dunstabzugshaube befestigen kann.

So vermeiden Sie einen Fehlalarm des Rauchmelders

Damit die Feuerwehr nicht kommen muss, weil ein defekter Rauchwarnmelder falschen Alarm ausgelöst hat, haben wir einige Tipps für Sie.

  • Nicht das billigste Gerät kaufen! Wählen Sie ausschließlich geprüfte Rauchwarnmelder und wechseln spätestens nach anderthalb Jahren die Batterie. Oder investieren Sie in einen Melder mit einer Zehn-Jahres-Batterie. Die Luxusvariante sind funkunterstützte Melder, die das gesamte Haus warnen.
  • Wenn Sie aus der Nachbarwohnung einen Warnton von einem Rauchmelder vernehmen, sollten Sie klingeln und nachschauen, was sich dahinter verbirgt. Die meisten Geräte geben auch Warnsignale, wenn die Batterie ausgewechselt werden muss oder wenn beim Kochen übermäßig viel Rauch, Dunst oder Hitze entsteht.
  • Prüfen Sie vor einem längeren Urlaub, ob die Geräte ordnungsgemäß funktionieren. Stellen Sie sicher, dass die Batterien noch in Ordnung sind und die Geräte so angebracht sind, dass sie keinen Fehlalarm an heißen Sommertagen auslösen.
Icon Passendes Gerichtsurteil

Einbau von Rauchmeldern ist eine bauliche Veränderung

Eine Vermieterin hatte beschlossen, den eigenen Wohnungsbestand einheitlich mit Rauchwarnmeldern auszustatten und diese zentral warten zu lassen. Die Mieter hatten aber bereits selber Rauchwarnmelder installiert und den Einbau abgelehnt. Der Bundesgerichtshof (BGH) entschied pro Vermieterin, weil der Rauchmeldereinbau eine bauliche Veränderung ist, die zu einer nachhaltigen Erhöhung des Gebrauchswerts und einer dauerhaften Verbesserung der allgemeinen Wohnverhältnisse führt (Az.: VIII ZR 216/14 290/14).

Wer ist für die Wartung des Rauchmelders zuständig?

Damit Rauchmelder zuverlässig funktionieren, müssen sie regelmäßig gewartet werden. Achten Sie auf die Hinweise des Herstellers auf der Verpackung. Allgemein gilt:

  • Checken Sie mindestens einmal im Jahr Ihren Rauchmelder mit der Prüftaste.
  • Kontrollieren Sie Ihre Rauchmelder nach längerer Abwesenheit.
  • Tauschen Sie die Batterien, wie vom Hersteller empfohlen, regelmäßig aus. Nutzen Sie hier nur die angegebenen Batterietypen.
  • Wechseln Sie die Geräte nach zehn Jahren aus.
 
Icon Hörgeschädigt

Muss der hörgeschädigte Mieter den Spezial-Rauchmelder selbst zahlen?

Eigentlich kann man das laute Piepen eines Rauchwarnmelders nicht überhören.
Eigentlich – denn wer hörgeschädigt ist, kann möglicherweise mit einem normalen Rauchmelder nicht viel anfangen. Für Hörgeschädigte gibt es daher spezielle Rauchmelder, die die Warnungen mit Lichtsignalen und Vibrationen ausgeben. Leider sind sie im Vergleich zu ihren akustischen Geschwistern extrem teuer.

Zum Glück müssen sich Betroffene nicht mehr mit den Krankenkassen streiten, wer diese Extrakosten übernimmt.

Icon Passendes Gerichtsurteil

Ein schwer hörgeschädigter Mann aus Schleswig-Holstein hatte geklagt, weil seine Krankenkasse sich zunächst weigerte, die Geräte zu zahlen. Das Bundessozialgericht (BSG) gab ihm Recht. Die Richter unterstrichen das grundlegende Bedürfnis nach Sicherheit und selbständigem Wohnen hörgeschädigter Menschen (Az.: B3 KR 8/13 R).

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