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Rente mit 67 oder vielleicht auch schon mit 65. Von dem Ruhestand mit 63 kann man wohl nur träumen, oder? Sie haben viele Möglichkeiten – und wir erklären Ihnen, wann und unter welchen Bedingungen Sie dem wohlverdienten Ruhestand gelassen entgegenlächeln können.

Die meisten freuen sich auf den Zeitpunkt, wenn jeder Tag Sonntag ist. Wenn der Ruhestand beginnt. Doch wann ist es soweit? Zunächst muss der Versicherte eine Mindestversicherungszeit von fünf Jahren sammeln. Also fünf Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen oder andere anrechenbare Beitragszeiten vorweisen. Dann kommt es auf das Alter an: Aufgrund sinkender Geburtszahlen und einer steigenden Lebenserwartung hat der Gesetzgeber die Regelaltersgrenze angehoben und die Rente mit 67 eingeführt. Sie ist seit 2012 in Kraft.

Wie das Renteneintrittsalter steigt

Was viele nicht wissen: Manchen winkt der Ruhestand weiterhin früher. Denn die Anhebung des Regeleintrittsalters auf 67 Jahre geschieht seit 2012 stufenweise – und zwar ab dem Geburtsjahrgang 1947.

Das bedeutet: Arbeitnehmer, die 1947 das Licht der Welt erblickten, durften mit 65 Jahren und einem Monat abschlagsfrei in Rente gehen. Bis zum Geburtsjahrgang 1958 steigt das Eintrittsalter um jeweils einen Monat an. Wer 1958 geboren wurde, kann also mit genau 66 Jahren den wohlverdienten Ruhestand genießen. Ab dem Geburtsjahrgang 1959 wird dann das Renteneintrittsalter um zwei Monate erhöht, bis schließlich für die Jahrgänge ab 1964 die Rente mit 67 gilt. Einen Überblick über die Alterserhöhung im Zuge der Rente mit 67 bietet Ihnen die Tabelle.

Es gibt aber auch Ausnahmen: So können sich zum Beispiel Versicherte, die 45 Beitragsjahre in petto haben, früher abschlagsfrei in den Ruhestand verabschieden.

So erhöht sich das Renteneintrittsalter im Rahmen der abschlagsfreien Rente mit 67.

Jahrgang
Renteneintrittsalter
1951
65 Jahre und 5 Monate
1952
65 Jahre und 6 Monate
1953
65 Jahre und 7 Monate
1954
65 Jahre und 8 Monate
1955
65 Jahre und 9 Monate
1956
65 Jahre und 10 Monate
1957
65 Jahre und 11 Monate
1958
66 Jahre
1959
66 Jahre und 2 Monate
1960
66 Jahre und 4 Monate
1961
66 Jahre und 6 Monate
1962
66 Jahre und 8 Monate
1963
66 Jahre und 10 Monate
1964 und jünger 67 Jahre

Beispiel: Erhöhtes Renteneintrittsalter

Marita Schneider ist im September 1952 geboren. Nach der alten Regelung hätte sie die Möglichkeit, mit 65 Jahren abschlagsfrei in den Ruhestand zu gehen. Also im September 2017. Im Rahmen der Rente mit 67 steigt ihr Renteneintrittsalter jedoch um sechs Monate an. Damit verschiebt sich ihr Renteneintritt auf den März 2018.

Rente mit 67 oder Rente mit 63?

Trotz beschlossener Rente mit 67 blicken einige einem früheren Renteneintrittsalter entgegen. Denn seit dem 1. Juli 2014 gibt es die Rente mit 63 - vom Gesetz „Altersrente für besonders langjährig Versicherte“ genannt. Das sind all diejenigen, die auf 45 Beitragsjahre kommen. Mit genau 63 Jahren konnten allerdings nur die besonders langjährig Versicherten in den Ruhestand gehen, die vor dem 1. Januar 1953 geboren wurden. Für jüngere besonders langjährig Versicherte steigt das Renteneintrittsalter stufenweise an. Geht das genauer?

Klar: In unserem Beitrag über die Rente mit 63 haben wir alle entscheidenden Infos zum Thema für Sie zusammengestellt.

Kann ich auch früher in Rente?

Ja, Sie können. Auch wenn für Sie die Rente mit 67 gilt, haben Sie die Möglichkeit, früher Rentner zu werden. Dann fallen Abschläge auf Ihre Altersbezüge an. Diese betragen 0,3 Prozent für jeden Monat, den Sie vor Ihrer Regelaltersgrenze in den Ruhestand gehen. Doch auch hier gibt es Grenzen: Das früheste Renteneintrittsalter liegt bei 63 Jahren. Voraussetzung hierfür sind 35 Beitragsjahre. Die Summe der maximal möglichen Abschläge liegt bei 14,4 Prozent über 48 Monate.

Abschlagsfrei in Rente wegen Erwerbsminderung

Manche haben nicht die Möglichkeit, auf die Rente mit 67 Jahren hinzuarbeiten. Diejenigen, die aufgrund eines Unfalls oder wegen Erkrankungen keiner oder nur einer eingeschränkten Arbeit nachgehen können, erhalten unter bestimmten Voraussetzungen eine Erwerbsminderungsrente, bis sie alt genug für die Altersrente sind. Doch auch hier hat sich einiges geändert: Bis 2011 lag das Renteneintrittsalter für die abschlagsfreie Erwerbsminderungsrente bei 63 Jahren. Seit 2012 steigt sie schrittweise auf 65 Jahre an. Im Jahr 2024 gehen Betroffene dann frühestens mit 65 Jahren abschlagsfrei wegen Erwerbsminderung in Rente. Anders verhält es sich für erwerbsgeminderte Versicherte, die 35 Pflichtbeitragsjahre haben: Sie bekommen weiterhin mit 63 eine abschlagsfreie Rente. Ab dem Jahr 2024 gilt das nur noch für Versicherte, die 40 Beitragsjahre auf dem Konto haben.

Rente wegen Erwerbsminderung mit Abschlägen

Doch was passiert, wenn man vor der maßgeblichen Altersgrenze in den Ruhestand geht? Dann fallen bei der Erwerbsminderung­srente Abschläge an.

Diese Kürzung beträgt 0,3 Prozent für jeden Monat, den Sie früher in Rente gehen. Maximal kann der Abschlag 10,8 Prozent betragen. Bis 2012 bedeutete das: Der Höchstabschlag von 10,8 Prozent galt für alle, die 60 Jahre oder jünger waren, als sie erstmalig eine Erwerbsminderungsrente bezogen haben. Das hat sich im Jahr 2012 geändert. Das Eintrittsalter mit Abschlägen steigt seitdem stufenweise auf 62 Jahre an. Im Jahr 2018 liegt es bei 61 Jahren. Und ab dem Jahr 2024 bei 62. Wer vor diesem Zeitpunkt eine Erwerbsminderungsrente beantragt, muss den Höchstabschlag in Kauf nehmen, erhält aber eine sogenannte Zurechnungszeit, die seine Rente steigert.

Änderungen für schwerbehinderte Menschen

Die Rente mit 67 hat auch für Schwerbehinderte Änderungen mit sich gebracht. Und zwar insofern, dass im Zuge der Reform ihr Renteneintrittsalter für die abschlagsfreie Altersrente seit 2012 schrittweise von 63 auf 65 Jahre steigt. Auch der frühere Rentenbeginn mit Abschlägen erhöht sich stufenweise von 60 auf 62 Jahre. Die Kürzungen betragen auch hier 0,3 Prozent für jeden vorgezogenen Monat. Wer also drei Jahre vor dem Renteneintrittsalter eine Altersrente wegen Schwerbehinderung beantragt, muss mit Abschlägen von 10,8 Prozent rechnen.

Beispiel: Rente mit Abschlägen

Manfred Schuster ist im Jahr 1965 geboren. Für ihn gilt die Rente mit 67. Ohne Abschläge darf er seinen Ruhestand ab dem Jahr 2032 genießen. Seine Rente beläuft sich dann auf 1.200 Euro. Die Rente mit 67 kommt jedoch für Herrn Schuster nicht in Frage. Er plant im Alter von 63 Jahren mit dem Arbeiten aufzuhören. Für jeden Monat, den er vorzeitig in Rente geht, erwartet ihn ein Abschlag von 0,3 Prozent. Damit sind es bei Manfred Schuster 14,4 Prozent in vier Jahren. Verabschiedet er sich mit 63 Jahren in den Ruhestand, erhält er monatlich 172,80 Euro weniger. Aufs Jahr gerechnet beträgt die Kürzung 2.073,60 Euro. Diese Abschläge gelten für die gesamte Laufzeit von Herrn Schusters Rente. Das verdeutlicht: Für alle, die keine Lust auf die Rente mit 67 haben, ist es empfehlenswert, sich individuell beraten zu lassen.

Individuelle Fragen zur Rente mit 67

Wenn es um Ihre persönlichen Rentenpläne geht, taucht mit Sicherheit noch die eine oder andere Frage auf. Für die passende Antwort reicht ein Griff zum Hörer – dank des kostenlosen Service-Telefons der Deutschen Rentenversicherung. Hier informieren Sie Renten-Experten ausführlich über die Rente mit 67 – und lassen Sie auch bei anderen Themen garantiert nicht alt aussehen: 0800 1000 4800.

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