ARAG.de verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen, stimmen Sie der Cookie Nutzung zu. Mehr zu Cookies

ARAG GesundheitsApp

Belege bequem per App einreichen.

Teil 2 – Fotos der Kinder im Netz

Bei der Frage, ob es in Ordnung ist, Kinderfotos im Netz hochzuladen, gibt es unterschiedliche Meinungen. Viele Eltern dokumentieren bereits die Zeit der Schwangerschaft mit der Smartphone-Kamera und stellen schon kurz nach der Geburt Bilder von ihren Babys ins Internet. Gerne teilen sie ihr Glück mit Freunden und Verwandten.

Was früher in Fotoalben geklebt wurde, landet im digitalen Zeitalter oftmals in sozialen Netzwerken. Nicht wenige halten das für keine gute Idee.

Ich bin dafür

Gerade wenn Freunde und Verwandte nicht am selben Ort wohnen, kann es sehr nützlich sein, Fotos über das Internet zu teilen. Man erreicht schnell viele Menschen gleichzeitig und kann sie an den kleinen Freuden des aufregenden Lebens mit Kindern teilhaben lassen. Ein Kinderlachen ist unbezahlbar.

Warum es nicht mit der Welt teilen? Es ist doch schön, Menschen aufwachsen zu sehen. Man soll ja nicht immer nur alles schwarz sehen und gleich mit dem Schlimmsten rechnen.

Ich bin dagegen

Kinder sollten, sobald sie alt genug sind, selbst entscheiden, ob ihre Bilder im Internet landen. Es könnte ihnen später peinlich sein, dass jeder ihre Babyfotos sehen kann. Gerade Jugendlichen ist es ja oftmals unangenehm, wenn ihre Eltern die Kinderbilder herumzeigen. Es gibt zudem Fälle, in denen es aufgrund der Babybilder zu Mobbing kam. Außerdem birgt ein Hochladen von Kinderfotos zahlreiche Risiken. So könnten sich Fremde Zugriff zu den Fotos verschaffen und diese für eigene Zwecke missbrauchen. Auch ein eventuelles Kopieren, Bearbeiten und Weiterverbreiten bleibt dabei nicht aus.

Die Polizei ist gegen öffentliches Publizieren von Bildern

Eltern verlieren über das Hochladen die Kontrolle über die Bilder und bemerken in den meisten Fällen nicht, ob diese von anderen weiterverbreitet werden. Dies ist auch ein häufiger Grund für die Polizei, gegen die Veröffentlichung von Kinderfotos zu argumentieren. Die Gefahr, dass die Bilder in die Hände von Pädophilen gelangen, wächst durch die Veröffentlichung im Internet sehr stark. Die Ermittler können nur in den wenigsten Fällen die Kinderbilder einer Quelle zuordnen, da es sich um Zufallsfunde handelt und die Webseiten und Bilder gegebenenfalls auch auf ausländischen Servern liegen. Selbst wenn die Kinder auf den Fotos nicht nackt sind, können sie Begehrlichkeiten bei Pädophilen erwecken.

Der kleine Kompromiss als Lösung

Immer mehr Eltern entscheiden sich daher für einen Kompromiss. Sie laden zwar Fotos ihrer Kinder hoch, jedoch nur solche, auf denen die Kinder nicht eindeutig zu erkennen sind. Das können zum Beispiel Nahaufnahmen der Hände beim Spielen, Bilder aus der Entfernung oder von hinten sein. Somit gehen sie keine Gefahr ein, auch wenn die Bilder in die falschen Hände gelangen. Überhaupt ist es empfehlenswert, die Ortsbestimmung in den Einstellungen der Smartphone-Kamera auszustellen, sodass die anderen Nutzer nicht sehen können, wo das Foto aufgenommen wurde.

Der Schnappschuss und die Bildrechte

Der Schnappschuss und die Bildrechte

Bis zur Volljährigkeit des Kindes haben dessen Eltern das Bestimmungsrecht und daher auch das Recht, die Fotos hochzuladen. Andere, wie beispielsweise Eltern von den Freunden des Kindes dürfen nur mit dem Einverständnis der Eltern Bilder online einstellen. Das gilt auch für Kitas und Schulen. Sind die Eltern geschieden, kann das Elternteil, welches das Sorgerecht hat entscheiden, ob die Fotos hochgeladen werden dürfen. Haben beide das Sorgerecht, müssen auch beide damit einverstanden sein.

Sobald ein Kind die Risiken einschätzen kann, etwa ab Vollendung des 14. Lebensjahres bzw. wenn es die sogenannte „Einsichtsfähigkeit" erreicht hat, darf es mitentscheiden. Ab diesem Alter kann ein Kind also auch verlangen, dass die Fotos wieder entfernt werden.

„Den Spieß umdrehen“: Eine Gegenbewegung der Kinder

Einige Kinder haben eine Gegenbewegung ins Leben gerufen und Kinderfotos ihrer Eltern auf sozialen Medien, wie beispielsweise Facebook, geteilt. Mit dieser Aktion wollten sie ihnen zeigen, wie es sich anfühlt, wenn jemand ohne die eigene Zustimmung, Fotos veröffentlicht. Andere Kinder laden gerne Bilder hoch, auf denen ihre Eltern noch jung und cool sind, um vor ihren Freunden damit anzugeben.

Sie möchten sich im Fall eines Konflikts rechtlich absichern?

Wir bieten Ihnen für jede Situation die passende Lösung!

Zukünftiger Schutz

Für alle, die keinen aktuellen Rechtskonflikt haben und sich präventiv absichern möchten.

Sofortige Hilfestellung

Für alle, die jetzt einen aktuellen Rechtskonflikt haben und unsere Leistungen sofort benötigen.

Könnte Sie auch interessieren

Haben Kinder ein Recht am eigenen Bild?

Das Recht am eigenen Bild gilt auch für Kinder. Am besten: Erst fragen, dann fotografieren, dann veröffentlichen.

Cybermobbing: Was ist ein „bloßstellendes Foto“?

Unser Internetrechts-Experte Udo Vetter zu Cybermobbing und welche Rechte Opfer heute schon haben.

YouNow und Periscope

Unser Internetrechts-Experte Udo Vetter erklärt die rechtlichen Rahmenbedingungen beim Live-Broadcast mit YouNow.