Hotels waren gestern! Immer mehr Menschen entscheiden sich für Online-Portale wie Airbnb, Wimdu oder 9flats. Dabei kann nahezu jeder seine vier Wände zur Verfügung stellen. Aber worauf gilt es zu achten? Wie schaut es mit der Haftung aus? Oder der Versicherung? Wir haben die wichtigsten Antworten zusammengetragen.

Besonders. Günstig.
Stellen Sie sich vor, Sie verbringen Ihren Urlaub nicht in einem gewöhnlichen Hotel. Stattdessen nächtigen Sie in einem Appartement, wo einst Rocklegende Curt Cobain seine Lieder schrieb. Oder Sie schlafen in einem Baumhaus, Hausboot oder Schlossturm. Oder Sie wählen eine normale

Unterkunft – zahlen aber deutlich weniger, als in einem Hotel. Internet-Portale wie Airbnb, Wimdu oder 9flats machen es wahr. Sie bieten eine unglaubliche Fülle an verschiedensten Zimmern, Wohnungen oder Häusern von Privatpersonen an. Zu Preisen, die unschlagbar sind – und das hat sich rumgesprochen.

Riesige Nachfrage

Allein bei Airbnb haben seit Gründung 2008 rund 20 Millionen Menschen das Angebot genutzt. Über eine Million Inserate in über 190 Ländern stehen zur Auswahl. Tendenz steigend.

Kein Wunder, das Preis-Leistungs-Verhältnis ist bei den Online-Anbietern zuverlockend. Ein schönes Zimmer in Barcelona während der Hauptsaison lässt sich für 19 Euro die Nacht ergattern. Ein Appartement für vier Personen für 50 Euro. Auf der anderen Seite ist der Trend für Vermieter attraktiv, da sich schnell ein nettes Sümmchen dazuverdienen lässt.

Aber geht das ohne weiteres? Wie sieht es mit der Versicherung aus? Was passiert, wenn in der vermieteten Wohnung etwas zu Bruch geht oder sich ein Besucher verletzt?

Infografik: Paris, Stadt der Airbnb-Unterkünfte | Statista
Private Ferienwohnungen mieten

Airbnb, Wimdu und 9flats – so funktioniert es
Wer seine Wohnung oder ein Zimmer vermieten will, muss sich zunächst auf Airbnb, Wimdu oder 9flats registrieren. Dann legen Sie ein Profil an und stellen Ihr Angebot mit Fotos und Beschreibung ein. Alle, die eine Unterkunft suchen, haben die Möglichkeit, in diesen Inseraten zu stöbern und eine Buchungsanfrage zu stellen. Auch hierfür ist eine Registrierung nötig. Wurde gebucht, bezahlen die Nutzer über das Online-Portal. Das Geld fließt auf ein Treuhandkonto von Airbnb, 9flats oder Wimdu. Der Vermieter erhält das Geld 24 Stunden nach dem Check-in des Gastes. Ist der Aufenthalt beendet, geben beide Seiten freiwillig eine Bewertung ab.

Als Allererstes: Erlaubnis einholen

Ohne weiteres ist es nicht erlaubt, Räumlichkeiten bei Airbnb, Wimdu oder 9flats unterzuvermieten. Nach §540 BGB ist das ohne Erlaubnis des Vermieters verboten. Dieser muss die Untervermietung zunächst erlauben. Wer es trotzdem tut, riskiert nach § 543 Abs. 2 Nr. 2 eine fristlose Kündigung. Treten Sie daher zunächst mit Ihrem Vermieter in Verbindung.

Zweckentfremdungsverbot
Nicht nur der Vermieter kann sein Veto einlegen. Der Gesetzgeber lehnt es in manchen Bundesländern ab, dass die Menschen ihre Räumlichkeiten bei Airbnb, Wimdu und 9Flats zur Verfügung stellen. Das Stichwort lautet Zweckentfremdungsverbot. Dieses stellt sicher, dass Anbieter den knappen Wohnungsmarkt nicht noch weiter durch gewerblich genutzten Wohnraum einschränken.

In Berlin ist das Verbot seit 1. Mai 2014 in Kraft. In Hamburg, Bonn, Dortmund, Köln und Münster zum Beispiel greift es – teilweise mit Ausnahmeregelungen für kurzzeitige Vermietung – ebenfalls. Jedes Bundesland bzw. jede Kommune kann die Regelungen individuell festlegen. Bis zu 50.000 Euro Bußgeld stehen bei Verstößen an. Es empfiehlt sich, zunächst bei der zuständigen Behörde nachzuhorchen, bevor man seine vier Wände bei Airbnb, Wimdu oder 9Flats anpreist.

Private Ferienwohnungen vermitteln

Airbnb, Wimdu und 9flats sind Vermittler
Die allgemeinen Geschäfts­bedingungen vom Airbnb, Wimdu und 9flats weisen darauf hin, dass die Plattformen nur als Vermittler dienen. Kracht es zwischen Gast und Gastgeber, weil zum Beispiel die Unterkunft nicht den Bildern entspricht, müssen die Streithähne das unter sich austragen.

Lieber auf Nummer sicher

Wer seine Wohnung an Touristen vermietet, will dies beruhigt tun. Um den Flachbild­fernseher, das schöne Sofa oder um die Nachtruhe der Nachbarn wollen Sie sich keine Gedanken machen. Ähnlich geht es den Urlaubsgästen. Jeder, der sich für ein paar Tage via Airbnb, Wimdu oder 9Flats in eine Wohnung einmietet, will ein gutes Gefühl haben. Das Gefühl, im Fall der Fälle Schutz zu genießen. Beachten Sie die folgenden Punkte, steht diesem Gefühl nichts im Wege.

Versicherung für den Gastgeber
Geht es um Ihr Porzellan, den weißen Teppich oder die Soundanlage, schlafen Sie mit einer Hausratversicherung in petto gleich viel besser.

Denn die Verantwortung für alle Schäden in der Wohnung tragen nach § 540 Absatz 2 BGB Sie als Hauptmieter. Dasselbe gilt übrigens für Lärm- und Geruchsbelästigung. Es schadet nicht, den Gast zu fragen, ob er über eine Haftpflichtversicherung verfügt. Airbnb, Wimdu und 9flats stehen Ihnen als Vermieter ebenfalls zur Seite. So sichert Airbnb seine Privatanbieter mit der kostenlosen Gastgeber-Garantie ab. Sie erstattet Schäden am Eigentum im Wert von bis zu 800.000 Euro. 9flats und Wimdu bieten Versicherungen, die Schäden bis zu 500.000 Euro abdecken. In jedem Fall empfiehlt es sich, vorab eine Inventar-Liste zu erstellen, die alle Wertgegenstände dokumentiert.

Versicherung für den Gast
In Sachen Versicherung für die Gäste bestehen bei den Anbietern Unterschiede. Die Schutz-Garantie von Airbnb stärkt nur dem Gastgeber den Rücken. Der Gast genießt keinerlei Schutz. Bei Wimdu verfügt er automatisch über eine Mietsachsschaden-Haftpflichtversicherung. Um als Gast auf Nummer sicher zu gehen, ist in jedem Fall eine Reiseversicherung empfehlenswert. Sie bietet einen optimalen Schutz, wenn sich jemand beim Aufenthalt im Urlaub verletzt oder ein Notfall eintritt.

Reiserecht

Kein Reiserecht

Anders als bei Pauschalurlauben bestehen bei Airbnb, 9flats und Wimdu keine Ansprüche aus dem Reiserecht. So haben Nutzer zum Beispiel nicht die Möglichkeit, Schadensersatz wegen entgangener Reisefreude zu verlangen.

Eigene Stornierungsregeln
Verzichten wir kurzfristig auf die im Reisebüro gebuchte Unterkunft, fallen hohe Abschläge an. Bei privaten Zimmervermietungen gelten oftmals andere Regeln. Hier zählt, was Gast und Gastgeber individuell vereinbaren. Treffen beide Parteien vorab keine Absprache, haben sowohl Mieter als auch Vermieter die Möglichkeit, noch kurz vor dem Check-in zu stornieren. Für den Benachteiligten besteht kein Anspruch auf Entschädigung.

Das Finanzamt nicht vergessen

Einnahmen, die Sie aus Vermietungen erzielen, müssen Sie laut § 21 Abs.1 EStG dem Finanzamt mitteilen. Wer eine Unterkunft bei Airbnb, 9flats oder Wimdu anbietet, ist verpflichtet, dies bei seiner Steuererklärung zu berücksichtigen. Steuerliche Grundfreibeträge, Freigrenzen oder eine fehlende Gewinnerzielungsabsicht bewirken, dass Abgaben gar nicht erst

anfallen. Übersteigen die Einnahmen aus der Vermietung bei Airbnb, Wimdu oder 9flats die Kleinunternehmergrenze , kann die Umsatzsteuer fällig werden.

Vorsicht: Gewerbesteuer
Unter Umständen verlangt der Fiskus Gewerbesteuern vom Privatanbieter. Und zwar, wenn dieser zusätzlich zur Unterkunft

sogenannte unübliche Sonderleistungen im Angebot hat. Dazu zählt ein täglicher Zimmerservice oder Frühstück. Die Bereitstellung von Handtüchern oder eine Endreinigung bewirken nicht, dass der Anbieter als Gewerbetreibender gilt.

Außergewöhnliche Urlaubsunterkünfte
Außergewöhnliche Unterkünfte ...

... sind das Steckenpferd von Airbnb. Eine davon: ein Appartement im Stadtteil Fairfax in Los Angeles. Zwischen 1991 und 1992 war dort niemand Geringeres als Rocklegende Kurt Cobain einquartiert. Das ist nicht das einzige Logis mit dem gewissen Etwas. Bei Airbnb finden Sie Baumhäuser, Schlösser, Iglus und die Übernachtungs-Möglichkeit in einem Auto. So vermietet ein gewisser Herr Sasman in Phoenix, Arizona, seinen Tesla Model S für 78 Dollar die Nacht.

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