Reisewarnung: Das Auswärtige Amt informiert

Wir können nur empfehlen, die stets aktuellen Hinweise des Auswärtigen Amtes zu lesen, ehe Sie ins Ausland reisen. Dort finden Sie drei Typen von nützlichen Hinweisen.

  • Reisehinweise enthalten allgemeine Infos über Einreisebestimmungen, medizinische Hinweise wie Impfungen und straf- oder zollrechtliche Besonderheiten.
  • Sicherheitshinweise nennen besondere Risken für Reisende und können die Empfehlung enthalten, auf Reisen zu verzichten oder sie einzuschränken.
  • Reisewarnungen beinhalten einen dringenden Appell des Auswärtigen Amts, Reisen in ein Land oder in eine Region eines Landes zu unterlassen. Es kann Gefahr für Leib und Leben durch eine Naturkatastrophe, Epidemie, Krieg oder Terror im ganzen Land oder bestimmten Regionen bestehen. Eine Reisewarnung wird nur selten ausgesprochen. Deutsche, die dort leben, werden gegebenenfalls aufgefordert, das Land zu verlassen.

Übrigens: Kosten für erforderlich werdende Hilfsmaßnahmen durch die Auslandsvertretungen werden Ihnen je nach den Vorschriften des Konsulargesetzes in Rechnung gestellt.

Noch ein Tipp: Bei exotischeren Reisezielen oder notwendigen Reisen in Krisenländer empfehlen wir, sich in die Krisenvorsorgeliste "elefand" des Auswärtigen Amtes einzutragen, damit im Notfall unverzüglich Kontakt zu Ihnen aufgenommen werden kann.

Aktuelle Reisewarnungen

Hier finden Sie alle aktuellen Reisewarnung des Auswärtigen Amts.

Kann man bei einer Reisewarnung eine Reise stornieren?

Wenn das Auswärtige Amt eine Reisewarnung ausgegeben hat, ist eine kostenlose Reisestornierung bei Pauschalreisen kein Problem. Der Stornierungsgrund lautet dann korrekt “unvermeidbare außergewöhnliche Umstände”. Das bedeutet, die Reise muss beispielsweise durch plötzlich auftretende Naturkatastrophen, politische Unruhen oder terroristische Risiken erheblich gefährdet sein. Alles Ereignisse, die man bei einer Buchung noch nicht vorhersehen konnte. Viele Reiseveranstalter sind inzwischen kulant und bieten auch Umbuchungen an.

Haben Sie Ihren Urlaub individuell gebucht, also etwa das Hotel direkt beim Inhaber, müssen Sie sich im Fall einer Reisestornierung an die jeweiligen Anbieter wenden. Hier können Sie von Ihrer Buchung zurücktreten, wenn Sie das im Vertrag zuvor vereinbart haben. Auskunft darüber finden Sie in Ihren Unterlagen oder in den AGBs.

Bei vielen Anbietern ist es beispielsweise günstiger, wenn Sie “unstornierbar” buchen. Und es kostet entsprechend etwas mehr, wenn Sie bis zum Anreisetag die Möglichkeit haben, vom Vertrag zurückzutreten. Manche Hotels lassen mit sich reden, wenn sie das Zimmer, das Sie nicht nutzen, zum Beispiel auch, wenn Sie erkranken und nicht anreisen können, weiterverkaufen können. Ein Versuch ist es wert, nachzufragen. Ein Recht darauf gibt es aber nicht.

Flug oder Bahnreise: Wann kann ich stornieren?

Nur wenn die Airline den Flug wegen höherer Gewalt annulliert, haben Sie einen Anspruch auf Rückerstattung des Ticketpreises. Geht der Flieger dagegen wie geplant, bleiben Sie auf den Kosten sitzen, wenn Sie sich entscheiden, den Flug wegen einer Reisewarnung nicht anzutreten. Unter Umständen zeigt sich die Airline aber auch kulant und ermöglicht eine Umbuchung auf einen anderen Flug.

Auch Individualreisende, die mit der Bahn reisen wollen, haben einen gesetzlich verankerten Anspruch auf Stornierung und Erstattung des Ticketpreises, wenn die Beförderung annulliert wird. Voraussetzung: Durch die Annullierung entsteht eine Verspätung von mehr als einer Stunde am Zielbahnhof.

Wie storniert man die Reise?

Schreiben Sie dem Reiseveranstalter eine Mail oder besser noch einen Brief, indem Sie darlegen, dass Sie aufgrund höherer Gewalt vom Reisevertrag zurücktreten möchten und verlangen Sie den Reisepreis zurück.

Gut zu wissen: Für unsere Kunden haben wir im ARAG Online Rechts-Service bereits drei verschiedene juristisch geprüfte Musterschreiben zur Reiserücktrittserklärung zum Ausfüllen hinterlegt. So wird eine Reisestornierung ganz einfach.

Was ist, wenn man schon unterwegs ist, und eine Reisewarnung kommt?

Wenn Sie als Pauschalreisender Ihre Reise schon angetreten haben und vor Ort von einer Reisewarnung ereilt werden, können Sie vom Reisevertrag wegen höherer Gewalt zurücktreten. Dann verliert der Reiseveranstalter seinen Anspruch auf den vollständigen Reisepreis. Bereits beanspruchte Leistungen müssen Sie in der Regel allerdings trotzdem bezahlen. Fallen für den vorzeitigen Rücktransport zusätzliche Kosten an, müssen Sie meist die Hälfte übernehmen.

ARAG Top-Schutzbrief
 

Ihr Soforthilfe-Programm für unterwegs

Passiert eine Naturkatastrophe im Reiseland und verlängert sich dadurch Ihre Reise, übernehmen wir die zusätzlichen Übernachtungs- und Fahrtkosten.

Zahlt eine Reise­rücktritt­versicherung nach einer Reise­stornierung wegen höherer Gewalt?

Nach den Anschlägen in Brüssel, Istanbul oder Paris ist es durchaus verständlich, wenn man gebuchte Reisen lieber absagen möchte. Allerdings ist eine allgemeine Angst vor Terroranschlägen nicht zwingend ein Rücktrittsgrund und Sie müssen die Stornokosten unter Umständen selber zahlen. Nur wenn eine offizielle Reisewarnung des Auswärtigen Amtes oder so genannte höhere Gewalt vorliegt, können Sie den Urlaub kostenlos stornieren.

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