Corona-Krise: Das Auswärtige Amt hat eine weltweite Reisewarnung ausgesprochen

„Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen ins Ausland wird derzeit gewarnt. Sie müssen mit weiter zunehmenden drastischen Einschränkungen im Reiseverkehr, mit Quarantänemaßnahmen und Einschränkungen des öffentlichen Lebens rechnen.“ So steht es auf der Homepage des Auswärtigen Amtes. Die meisten Länder haben ihre Grenzen bereits geschlossen und Reiseverkehr ist nicht möglich.

Reisewarnung, Reisehinweise, Sicherheitshinweise

Wir können nur empfehlen, die stets aktuellen Hinweise des Auswärtigen Amtes zu lesen. Dort finden Sie drei Typen von nützlichen Hinweisen.

  • Reisewarnungen beinhalten einen dringenden Appell des Auswärtigen Amts, Reisen in ein Land oder in eine Region eines Landes zu unterlassen. Es kann Gefahr für Leib und Leben durch eine Naturkatastrophe, Epidemie, Krieg oder Terror im ganzen Land oder bestimmten Regionen bestehen. Eine Reisewarnung wird nur selten ausgesprochen. Deutsche, die dort leben, werden gegebenenfalls aufgefordert, das Land zu verlassen.
  • Reisehinweise enthalten allgemeine Infos über Einreisebestimmungen, medizinische Hinweise wie Impfungen und straf- oder zollrechtliche Besonderheiten.
  • Sicherheitshinweise nennen besondere Risken für Reisende und können die Empfehlung enthalten, auf Reisen zu verzichten oder sie einzuschränken.

Übrigens: Kosten für erforderlich werdende Hilfsmaßnahmen durch die Auslandsvertretungen werden Ihnen je nach den Vorschriften des Konsulargesetzes in Rechnung gestellt.

Noch ein Tipp: Bei exotischeren Reisezielen oder notwendigen Reisen in Krisenländer empfehlen wir, sich in die Krisenvorsorgeliste "elefand" des Auswärtigen Amtes einzutragen, damit im Notfall unverzüglich Kontakt zu Ihnen aufgenommen werden kann.

Kostenloser Anwalts-Chat

Kostenloser Anwalts-Chat

Sie möchten schnell eine rechtliche Frage klären oder die Einschätzung eines Rechtsanwaltes einholen? In unserem Livechat beantworten unabhängige Rechtsanwälte Ihre Fragen.

 

Aktuelle Reisewarnungen

Hier finden Sie alle aktuellen Reisewarnungen des Auswärtigen Amts.

So ist die Rechtslage bei einer weltweiten Reisewarnung

Das gilt für Pauschalreisende

Durch die allgemeine Reisewarnung der Bundesregierung haben Pauschalurlauber für die Dauer der Warnung nun nicht mehr nur einen Anspruch auf eine Umbuchung ihrer Reise, sondern auf eine Erstattung der Kosten. Und zwar, ohne dass Stornokosten anfallen. Die Kulanz der Reiseunternehmen wird also zur Pflicht. Allerdings raten die ARAG Experten zu etwas Umsicht: Wer sich grundsätzlich nach der Corona-Krise vorstellen kann, die Reise in gleicher Form anzutreten, sollte nur umbuchen oder sich einen Gutschein ausstellen lassen, statt zu stornieren. Denn die Erstattung der gesamten Kosten könnten so manchen Anbieter finanziell in die Knie zwingen.

Das gilt für Individualreisende

Individualreisende haben durch die weltweite Reisewarnung erst dann die Aussicht auf eine Rückerstattung ihrer Flugkosten, wenn ihr Flug annulliert wird oder ein Einreiseverbot in die geplante Urlaubsdestination besteht. Ob auch andere Kosten erstattet und entschädigt werden müssen, hängt im Wesentlichen davon ab, ob durch das Coronavirus unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände vorliegen. Hierzu gibt allerdings noch keine klare Rechtsprechung.

Wer individuell eine Unterkunft gebucht hat, die nun nicht mehr erreichbar ist, muss nach wie vor auf die Kulanz der Vermieter hoffen. Denn zumindest für deutsche Unterkünfte gilt normales Mietrecht, bei dem es kein kostenloses Rücktrittsrecht gibt. Trotzdem raten die ARAG Experten zur Nachfrage beim Vermieter. Eine kostenlose Umbuchung, eine günstigere Stornorate oder ein Gutschein können für beide Seiten ein Gewinn sein.

Bei einer individuell gebuchten Unterkunft im Ausland ist die rechtliche Lage schon schwieriger, weil hier deutsches Recht nicht greift. Urlauber sind auf die Kulanz ihrer Vermieter angewiesen. So bietet Apartment-Vermittler Airbnb beispielsweise an, alle Buchungen, die am oder vor dem 14. März getätigt wurden und deren Check-in-Datum zwischen dem 14. März und 14. April liegt, kostenlos zu stornieren und bereits getätigte Zahlungen vollständig zu erstatten.

Flug oder Bahnreise: Wann kann ich stornieren?

Nur wenn die Airline den Flug wegen höherer Gewalt annulliert, haben Sie einen Anspruch auf Rückerstattung des Ticketpreises. Geht der Flieger dagegen wie geplant, bleiben Sie auf den Kosten sitzen, wenn Sie sich entscheiden, den Flug wegen einer Reisewarnung nicht anzutreten. Unter Umständen zeigt sich die Airline aber auch kulant und ermöglicht eine Umbuchung auf einen anderen Flug.

Auch Individualreisende, die mit der Bahn reisen wollen, haben einen gesetzlich verankerten Anspruch auf Stornierung und Erstattung des Ticketpreises, wenn die Beförderung annulliert wird. Voraussetzung: Durch die Annullierung entsteht eine Verspätung von mehr als einer Stunde am Zielbahnhof.

Wie storniert man die Reise?

Schreiben Sie dem Reiseveranstalter eine Mail oder besser noch einen Brief, indem Sie darlegen, dass Sie aufgrund höherer Gewalt vom Reisevertrag zurücktreten möchten und verlangen Sie den Reisepreis zurück.

Gut zu wissen: Für unsere Kunden haben wir im ARAG Online Rechts-Service bereits drei verschiedene juristisch geprüfte Musterschreiben zur Reiserücktrittserklärung zum Ausfüllen hinterlegt. So wird eine Reisestornierung ganz einfach.

Was ist, wenn man schon unterwegs ist, und eine Reisewarnung kommt?

Wenn Sie als Pauschalreisender Ihre Reise schon angetreten haben und vor Ort von einer Reisewarnung ereilt werden, können Sie vom Reisevertrag wegen höherer Gewalt zurücktreten. Dann verliert der Reiseveranstalter seinen Anspruch auf den vollständigen Reisepreis. Bereits beanspruchte Leistungen müssen Sie in der Regel allerdings trotzdem bezahlen. Fallen für den vorzeitigen Rücktransport zusätzliche Kosten an, müssen Sie meist die Hälfte übernehmen.

Zahlt eine Reise­rücktritt­versicherung nach einer Reise­stornierung wegen höherer Gewalt?

Nach den Anschlägen in Brüssel, Istanbul oder Paris ist es durchaus verständlich, wenn man gebuchte Reisen lieber absagen möchte. Allerdings ist eine allgemeine Angst vor Terroranschlägen nicht zwingend ein Rücktrittsgrund und Sie müssen die Stornokosten unter Umständen selber zahlen. Nur wenn eine offizielle Reisewarnung des Auswärtigen Amtes oder so genannte höhere Gewalt vorliegt, können Sie den Urlaub kostenlos stornieren.

Das könnte Sie auch interessieren

Fluggastrechte: Ihre Ansprüche auf Entschädigung

Das sind Ihre generellen Rechte bei Streik, Verspätung, Annullierung, Überbuchung und Storno.

Top-Schutzbrief

Passiert eine Naturkatastrophe im Reiseland und verlängert sich dadurch Ihre Reise, übernehmen wir die zusätzlichen Übernachtungs- und Fahrtkosten.

Koffer weg! Was Sie als Fluggast tun können

Wenn Ihr Gepäck verspätet am Zielflughafen ankommt oder sogar verloren geht, müssen Sie den Verlust schnell melden: denn die Fluggesellschaft haftet.

Cookies auf ARAG.DE

Wir verwenden verschiedene Arten von Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Details und Widerspruchsmöglichkeiten finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.

Hier finden Sie das Impressum.

Vielen Dank für Ihr Vertrauen.

Den Link zu unseren Datenschutzhinweisen finden Sie
jeweils am Ende jeder Seite (im Footer-Bereich).